Feierabend

Es braucht immer etwas Zeit, bis die Stille angekommen ist.

Die Stille auf meinem Hausberg, bis die letzten Wanderer und Biker ihren Weg ins Tal gefunden haben, die Gondeln in ihr Nachtquartier eingefahren und alle Bahnen abgestellt wurden, die frisch gemolkene Milch von der Alp per Quad zur Käserei gebracht, das Wächter-Murmeltier Feierabend macht und verstummt, und all die Geschäftigkeit und Geräusche auch aus dem letzten Winkel des Waldes verschwunden sind.

Die Stille in meinem Kopf, bis auch der letzte Gedanke keine Chance mehr hat, da all meine Aufmerksamkeit auf die vielen Blumen in allen Farben, Grössen und Erscheinungsformen gelenkt wird. Kein einziges Blümchen denkt an das Gestern mit dem vielen Schnee unter dem es so lange hat warten müssen, denkt auch nicht an Morgen und die prophezeiten Starkregenfälle, die ihm das Leben schwer machen könnten. Sie sind im Jetzt und in diesem Moment in all ihrer Pracht für mich da. Jede Arve wird von mir begutachtet, ob sie blüht und streife ich über einen Ast mit Blüten, legt sich der feine Staub auf meine Hände und trage ihn mit mir mit.

Dieser Moment der Stille am Berg und in meinem Kopf ist magisch, fühlt sich an, als würde sich die Natur ausdehnen und ich mich mit ihr mit. Und dann mag ich gar nicht mehr weg gehen, doch die Stille in mir nehme ich mit ins Tal und nach Hause.

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Herz baden

Mit dem Herz auf dem richtigen Fleck

  • ob aus Holz gesägt und geschnitzt auf den langen Tischen, an der Hauswand oder auf dem Brunnen
  • ob aus Stein in den verschiedensten Ausführungen und Grössen durch die Kraft der Natur gestaltet
  • oder ob mit dem Rasenmäher in die Blumenwiese gemäht und der Schnitt ebenso in Herzform zusammengerecht –

das Herz ist sichtbar, wohin das Auge schaut.

Nach einer Weile wird die Kraft der anwesenden Herzen und der Umgebung fühlbar. Gastfreundschaft in seiner reinsten und unkompliziertesten Form, gelebte Naturverbundenheit über Generationen und sich der Verantwortung für den Erhalt der Natur bewusst, berichtet der tatkräftige Besitzer, dass einem hier oben nichts geschenkt wird,

voller Kreativität, Handwerkskunst und Liebe zu seinem Land ist sein Weg sein Ziel. Und seine Augen strahlen.

In aller Bescheidenheit ist Romerio ein Ort zum Wohlfühlen, Herz öffnen und in Frieden mit sich und der Welt sein. Ruhende, kraftvolle Bergriesen legen sich schützend ohne einzuengen, um einen herum.

Selbst die Mutterkuhherde mit ihrem Stier zeigt sich friedlich und offen für jeden, der ihre Welt respektiert.

Mit Yoga am Abend am Waldrand und am Morgen neben der Kirche bekommt der Sonnengruss einen tieferen Sinn und lässt einen tief verwurzelt gen Himmel wachsen.

Aufgetankt und seelig führt der Weg hinab nach Miralago am Poschiavo-See über den der Westwind stark bläst und das Rauschen der Wellen die Sehnsucht nach dem Meer stillt.

Zum Abschluss der Weg vorbei an zart-grünen Lärchen und vor Kraft strotzenden Arven Richtung Morteratsch-Gletscher. Seine vergängliche Erhabenheit und Schönheit lässt mich demütig werden, gegenüber all der Grossartigkeit und Lebendigkeit, die in jedem Herzen schlägt.

P.S. keine bezahlte Werbung. Sondern meine Begeisterung und mein Respekt gegenüber Menschen, die ihre Werte leben und sich treu bleiben.

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Auf und ab – immer wieder

Während den vergangenen, regenfreien Tagen schwebt der Duft von frisch gemähten Gras durch das Tal und wird in die verschiedensten Richtungen vom Wind verteilt. Der Wind, der noch immer die Kühle des Schnees in sich trägt.

Nur ein paar Tage war ich weg. Weg im Val Müstair und im Tessin. Der viele Regen hat die Natur, die mir Zuhause so sehr vertraut ist explodieren lassen.

Mein Ziel im Tessin war die 2. Schaukel zu entdecken und es wurde sooo viel mehr…..


Es fasziniert mich jedes Mal wieder, wie einfach es ist in diesem kleinen Land, sowohl die Jahreszeiten im Übergang, das Klima, als auch die Vegetation und natürlich auch die Sprache zu wechseln.

Innert wenigen Stunden kann ich rauf und runter wandern oder fahren und alles zeigt sich in einem neuen Bild.

Der vergangene Winter und der viele Schnee hat überall seine Spuren und Schäden hinterlassen.

Gelassen am Wasser sitzen. Polenta und Risotto geniessen mit einer warmen Jacke.

Auf dem Pizzo Zucchero weit über den Tälern schwingen und dem Kind in mir Raum und ein Strahlen schenken.

Einen winzigen Teil des Onsernonetals entdecken und Kröten beim Paarungskonzert lauschen.

Mit tiefer Gelassenheit und einem guten Gefühl nach Hause fahren.

Denn dort ist die Welt auch bunt und abwechslungsreich,

weil ich niemals aufhören werde, zwischen den Welten zu schaukeln, solange ich es kann.

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Yoga & Wandern mit 3 Jahreszeiten

es gibt Phasen (kurze und lange) im Leben, da darf man das Datum, die Jahreszeit und den Alltag vergessen, sich den Gegebenheiten anpassen und dem Zauber der Vielfältigkeit Aufmerksamkeit schenken.

Tiefster Winter auf dem Flüelapass…

zarter Frühlingsbeginn im Val Müstair…

eiskalter Wind, vermischt mit Schneeflocken, der einem um die Nase weht,

jede Sonnenscheinphase genussvoll aufnehmen…

und überall zeigen sich die kraftvollen, kleinen Wunder der Natur,

hoffnungsvolle Ansätze für eine reiche Ernte

junges Leben, das neugierig in die Welt schaut und sie gerne erkunden möchte

alte, widerstandsfähige Baumriesen, die den Winter überstanden haben und andere, die samt Wurzeln ihrem Platz entrissen wurden,

los laufen und sich überraschen lassen

und sich vertrauensvoll in Hände begeben, die einem die Bergwelt zeigen und durch fliessende, wohltuende Yogastunden leiten.

Es war eine abwechslungsreiche, harmonische und entspannende Zeit an Pfingsten. Jedes Detail, die kräftige Natur, das Hotel und seine MitarbeiterInnen, die hervorragende Küche, selbst die drei Jahreszeiten – Frühling, Sommer, Winter – die sich ohne Plan durch den Tag schlängelnden, und die wunderbaren Menschen unserer kleinen Gruppe haben dazu beigetragen, dass es sich stimmig und rund anfühlte.

Ein herzliches Danke schön an alle Beteiligten

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Energiebooster

Es gibt diesen Spruch: „Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht!“, und so manch einer würde gerne mit aller Kraft ziehen, um das gute, leichte, freie, veränderte Leben herbei zu ziehen.

Schaue ich mir die Natur derzeit an, zieht niemand daran und dennoch steht sie in einer Pracht, Fülle und Schönheit da, dass ich nur staunen kann. Es ist ihre eigene Kraft, die sie ermächtigt in ihrer Schöpfung zu leben, zu wachsen und zu gedeihen. Es ist ihre Widerstandskraft, die es ihr ermöglicht, dem erneuten Schneefall Anfang Mai zu trotzen.

Mit einer Schnelligkeit treibt die Natur voran, als wäre ein Energiebooster unter der Erde am Werk. Genährt vom Regen wird auch das Gras mit dem nächsten Sonnenschein in die Höhe schnellen.

Oberhalb 1800 m. ü. M. liegt noch immer sehr viel Schnee. Eine schwere Decke, die alles unter sich zu erdrücken scheint und nicht weichen möchte….doch sie wird weichen!

Denn die Lebenskraft der Natur und die Energie der Sonne ist stärker, als jede Last, die der Vergangenheit angehört.

Du bist / wir sind Teil der Natur.

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Pfingsten 2021

Wer sich zu biegen weiss, der bricht nicht!

Das gilt für alles in und an dir.

Sadhguru

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Yoga & Geschichten & Wandern 20. Mai – 24. Mai 2021

Ist es der richtige Moment ein langes Pfingstwochenende mit Yoga & Geschichten & Wandern zu organisieren, wenn über einem eine Decke von Verordnungen und Einschränkungen liegt und die Unsicherheiten der Planbarkeit bewusst in den Alltag eingezogen sind?

Ja, das ist es. Wir haben während der bisherigen Corona-Zeit sehr bewusst und deutlich gelernt, geduldig – flexibel – spontan und anpassungsfähig zu sein.

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Ich bleibe standhaft, wie mein Lieblingsbaum die Arve und schaue gelassen und vertrauensvoll auf das lange Pfingst-Wochenende, denn ich weiss und fühle:

dieses Tal mit seiner kraftvollen Natur, den wunderschönen Wäldern, den mächtigen Arven und Lärchen, den zarten Frühlingsblumen und den ersten Schwalben, die über die Köpfe schwirren, heilt das Menschenherz;

Yoga mobilisiert und stärkt Körper und Geist, fordert heraus und zentriert;

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Geschichten beleben und nähren die Phantasie und die Gemeinschaft und Kommunikation tut dem Sozialwesen Mensch einfach nur gut.

Wer mehr über das Wochenende in Valchava, Val Müstair, Graubünden erfahren möchte, kontaktiere mich bitte über lauferei@bluewin.ch

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Das Summen des Frühlings

Eine meiner Oma`s summte, egal was sie tat oder wo sie war. Wir brauchten sie nicht zu sehen, denn wir hörten sie. Dabei schien sie für mich zufrieden und ganz bei sich zu sein. Mit diesem Bild lebt sie in meiner Erinnerung weiter.

Hat man mich an Ostern im Centovalli nicht gesehen, sass ich auf der Schaukel am Waldrand oberhalb des Dorfes Rasa, das man nur mit der Gondelbahn oder zu Fuss erreichen kann.

Morgens auf der Schaukel schwingen, zwischen dem erwachenden Himmel und der noch verschlafenen Erde, mit dem Blick auf das Tal, den schneebedeckten Bergen

und den Buchenwäldern, die gerade erst begonnen haben ihre Säfte zu aktivieren, die kargen Wiesen und das leuchtende Gelb der Forsythien und Osterglocken.

Schaue auf die Dörfer, die wie weisse Kleckse mit ihrem hervorstechenden Kirchturm an den Hängen kleben.

Das Rauschen des Flusses, das Flüstern des Windes und das zarte Rascheln einer kleinen Spitzmaus, die unter meinen hängenden Füssen im Herbstlaub nach Bucheckern sucht.

Es braucht so wenig, um zufrieden und ganz bei sich zu sein. Eine Schaukel habe ich zuhause nicht. Stattdessen summe ich.

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Gerade noch….

Gerade noch, hast du friedlich geschlafen und warst in deiner Welt versunken…

…hast dich deinen Plänen, Träumen und Sehnsüchten hingegeben, fühltest dich geborgen und sicher inmitten deiner Welt und mit all jenen, die dich auf deinem Weg begleiten.

Eine Veränderung liegt in der Luft. So, wie die warme, starke Frühlingssonne dem Winter erklärt, dass seine Zeit zum Abschied nehmen gekommen ist.

…du fühlst die kraftvolle, frische Energie, die dein Leben in eine neue, andere Richtung hinein bewegen will.
Das Gestern hat dich darauf vorbereitet. Das Morgen wird dich empfangen.

Folge der Natur, deinem Gefühl, deinem Herzen, atme tief ein und laufe los….

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Geschichtenerzähler

Gehe ich 1 Stunde früher ins Bett als üblich, liegt es daran, dass ich in die Geschichte meines Buches eintauchen möchte.

Während ich 1 1/2 Std. auf meine Skitourenkumpels warte, würde ich das wieder gerne tun. Stattdessen ärgere ich mich, dass ich aus Gewichtsersparnis mein Buch nicht mitgenommen habe. Zeit, um auf den steilen Hang zu starren, den ich am nächsten Morgen mit meinen Skiern hinauflaufen will – soll – muss und um an den Weg zu denken, der vor mir liegt.

Zeit, in der mir mein Kopf eine Geschichte nach der anderen erzählt – keine schönen in die ich eintauchen wollen würde – und sich in mir aus Informationen, Erfahrungen und blühender Phantasie ein gigantischer Dramaknoten entwickelt.

Mein Magen rumort, mein Herz schlägt schneller, als es das auf dieser Höhe eh schon tut. Ich zweifle an mir und an meinem Vorhaben. Lasse all die Gefühle da sein….und vertraue auf mein Leben.

Am nächsten Tag: nichts von all dem, woraus mein Dramaknoten gesponnen ist entspricht der Realität. Stattdessen: pures, pulsierendes Leben im Moment.

Konzentriertes Aufsteigen, Spitzkehren mal besser – mal schlechter, um mich herum all die mächtigen Berge in der Morgensonne. Gestern noch so bedrohlich, habe ich an diesem Morgen das Gefühl, dass sie mich wohlwollend umschliessen.

Schritt für Schritt, Atemzug um Atemzug, kein Raum für Gedanken. Sein und tun, was getan werden muss, um oben anzukommen. Dort wartet auf mich eine meiner bisher schönsten und längsten Pulverschneeabfahrten über den Silvretta Gletscher und das Tagesziel die gemütliche SAC Silvretta Hütte.

Und die atemberaubende Aussicht auf die tief verschneite Bergwelt. Friedlich, unberührt und still.

Erleichtert und dankbar, dass ich meiner Angst nicht das Zepter über mein Leben übergeben habe, denn der Kopf ist leider oftmals ein grosser Quatschkopf.

Begleitet von souveränen, unterstützenden Bergkumpels, schaue ich auf eine wunderbare Mehrtagesskitour zurück.

P.S.: mein derzeitiges Buch: Der Buchspazierer von Carsten Henn

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Gleichklang

Es gibt Momente, da will ich alleine losziehen, hinaus in die Natur. Um nach ihr und nach mir zu schauen.

Der Stille und meinen Gedanken lauschen.

In meinem eigenen Schneckentempo durch die meterhoch verschneite Welt laufen, staunen, nach Tieren Ausschau halten und meine Lieblingsbäume bewundern.

Ich brauch keinen Gipfel, nur eine Richtung. Denn die Gegend und die Wege sind mir vertraut. So gerne tauche ich hier in die Energie und Natur ein. Sie ist Balsam für meine Seele.

Ich sehe die Spuren im Schnee und meine eigene. Sehe die Gemse an einer Lärche knabbern, im Wald neben dem Lift-Kassenhäuschen. Sehe die Steinböcke auf ihrem Sonnenhang an der Lawinenabrissstelle äsen und sehe die Bergwelt in ihrem Winterkleid, wie noch niemals zuvor.

Viele kleine und grosse Glücksmomente und tiefe Dankbarkeit, hier sein zu können.

Ich weiss, unter all den Schneemengen, hinter dem Mantel des Eises und der Erstarrung, pulsiert der Herzschlag der Erde, das Leben und das Wachstum. Nichts ist verloren, nichts verschwunden. Alles kommt wieder hervor zu seiner Zeit.

Vielleicht in veränderter Form und doch in seiner Einzigartigkeit und Schönheit.

Alles ist vergänglich. Der Herzschlag der Erde bleibt. Speziell hier schlägt er mit dem des Menschen im Gleichklang.

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