Aus heiterem Himmel

taucht ein Name einer Ortschaft in meinen Gedanken auf, sowie Bilder in meiner Erinnerung und auch wenn ich mir noch nicht sicher bin, ob mich am nächsten Tag mein Weg tatsächlich in diese Richtung führen wird, packe ich meinen Rucksack, schaue mir meine Wanderschuhe an, die seit Oktober in Portugal nicht mehr im Dienst waren. Der Wetterbericht ist solala…im Norden, wie im Süden der Schweiz.

Einige Mehrtagestouren und Routen habe ich bereits erwandert, doch überall fehlt mir noch ein kleines Stück. Ein Krümel den ich mir später noch holen kann – vielleicht – mal schauen.

In meinem Tal steht der Frühling in der Vollblüte, andernorts liegt noch Schnee. Es lässt sich wunderbar Frühling-Hopping in der Schweiz machen bedingt durch die Klimaunterschiede und Höhen. Mich zieht es ins Bergell, auch wenn ich die definitive Entscheidung erst am Morgen getroffen habe. Sofern ich nicht verabredet bin, springe ich in Gedanken solange von einem Tal oder Ort zum nächsten bis zur letzten Minute. Die Freiheit der Entscheidung.

Mit dem Zug durchs Engadin grüsst der Winter und von St. Moritz aus geht es weiter mit dem Bus bis Soglio. Mein Plan: von Soglio nach Chiavenna / Italien – einer der Krümel. 14 km / ca. 4 Std.

Kaum in Soglio angekommen begrüsst mich die Sonne.

Es ist noch früh am Morgen. Nur ein paar Einheimische und die Müllabfuhr sind unterwegs. In einem Monat wird es vermutlich nicht mehr so still und friedlich in Soglio sein, dann tummeln sich Wanderer und Touristen und schlendern durch die engen Gassen.

Ich bin sehr dankbar dafür, dass ich immer wieder zu Plätzen und Routen geführt werde, die mir Frieden und Stille schenken und ich die Energie und Kraft dadurch wahrnehmen kann. Soglio ist an diesem Morgen vor dem Palazzo Salis und einem Cappuccino dieser Ort.

Hinab zurück ins Tal führt ein Wanderweg durch den Kastanienwald Brentan nach Castasegna.

Ein Wasserfall-Bad dank dem Tunnel bleibt mir erspart. Ist allerdings a bisserl grusselig.

Auf der gesamten Wanderung durch den Kastanienwald, der leider stark kränkelt und ausgeholzt wird, bis Castasegna begegnet mir ausser einem Forstmitarbeiter kein Mensch und werde von den vielfältigen, bezaubernden Stimmen der Vögel begleitet.

In Castasegna angekommen steigt mir der Duft von frisch gekochter Hühnersuppe in die Nase – ein Geruch der Kindheit. Vorbei an der Schweizerischen – italienischen Grenze suche ich meinen Weg und laufe suchend falsch. Ausgebremst von einem gewissenhaften Hütehund, der seinen Bauernhof und Grundstück bewacht. Einen zweiten Hund habe ich auch entdeckt, aber leider keinen Zaun und der Wanderweg führt an dem Grundstück vorbei. Ein weiterer über die Brücke auf der anderen Flussseite ist asphaltiert und wenn ich es vermeiden kann….tja, da hab ich wieder die Freiheit der Entscheidung!

Ich nehme den Bus! Freilaufende, pflichtbewusste Hunde an Bauernhöfen stressen mich enorm.

In Borgonuovo / Italien gibt es Wasserfälle, die je nach Schneeschmelze oder Regenfällen grandios sein können.

Und hier endet meine Reise mit Wanderung im Bergell. Der Weg zwischen Castasegna und Borgonuovo sah vom Bus aus mehrheitlich asphaltiert aus. 2 Std. Asphalt – lieber nicht.

Danke lieber Hund, dass du mich darauf hingewiesen hast! Ich habe dich leider falsch verstanden. Jetzt weiss ich was du mir sagen wolltest.

An der Bushaltestelle treffe ich auf ein älteres Ehepaar. Sie 80 Jahre und Wanderführerin und er, 93 Jahre und Bergführer, beide aus St. Moritz und überall in den Bergen unterwegs gewesen. Sie empfehlen mir die Wanderwege auf der anderen Flussseite. Wunderbar kühl in den Sommermonaten, durch kleine Dörfer und wunderschön.

Da habe ich doch noch einen Krümel….für`s nächste Mal im Bergell und in Chiavenna war ich auch dieses mal nicht.

„Aus vielen Krümeln wird eines Tages ein Keks“

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Es wird Zeit….

mich zu melden und mitzuteilen: „Ja, ich lebe noch!“

Dieses Bild steht wunderbar symbolisch für meinen Winter. Sekundenschnell verändert sich das Leben und verhüllt all das Bisherige, für Erstarrung bleibt keine Zeit und Pläne werden angepasst bzw. über den Haufen geworfen.

Im Grunde ist das Leben eine Anhäufung von Flexibilität in jeglicher Hinsicht.

Es kostet Energie und mein Mittel für jede Lebenslage ist Rückzug, Ruhe und die Natur. Immer gerne mit meiner Leihhündin Panja, die inzwischen auch für jede Lebenslage ein passendes Mäntelchen hat.

In jedem einzelnen Leben gibt es Zeiten, die sich anfühlen wie ein Schleuderwaschgang, derzeit befindet sich die gesamte Welt in diesem Schleudermodus. Und ich frage mich. Was kann ich tun? Wie gehe ich damit um?

Meine Energie hoch halten! Nicht alles glauben, was ich im aussen höre und sehe. Auf mein Gefühl hören und auf meinen Körper. Er reagiert schneller, als je zuvor. Das Tempo rausnehmen, TV und Radio aus und das Handy auf die Seite legen.

Bewegung an der frischen Luft und die Sonne ins Gesicht scheinen lassen. Mal 5 gerade sein lassen und die Führung einem kleinen Hund übergeben, der oft besser wahrnimmt was seinem Menschen gut tut, als er / sie selbst.

Den ersten Frühlingsboten Hallo sagen und wahrnehmen: es ist eine neue, frische Energie ins Land und die Welt gezogen. Langsam füllt sich der Kraftspeicher, das Herz mag aus Freude wieder schneller schlagen und es tut so gut, wenn der erste warme Frühlingswind die Haut berührt.

Das Weltgeschehen kann ich nicht beeinflussen. Doch ich kann einem Fremden ein Lächeln schenken, Rücksichtsvoll und achtsam mein direktes Umfeld wahrnehmen und entsprechend reagieren, den Menschen ins Gesicht schauen und sie Sehen, zuhören, schweigen und im richtigen Moment aus dem Herzen sprechen.

Es kommt der Tag an dem die Schleuder zur Ruhe kommt, ein Stillstand den der Mensch oft kaum aushalten kann und möchte, doch so wichtig ist, um bei sich selbst wieder anzukommen und das strahlt er /sie in die Welt hinaus…

…ganz sanft und leise beginnt das Leben wieder zu fliessen…

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Fischerweg Portugal

Ein runder Geburtstag und eine runde Geschichte – meine Reise nach Portugal, um auf dem Fischerweg bzw. Rota Vicentina zu laufen. Tief beeindruckt von der Landschaft, der Natur, den friedlichen Menschen, der entspannten Energie und das Eintauchen für 13 Tage in die Elemente und meine Bewegung. Ich würde es sofort wieder tun….

Wir starten in Zambujeira do Mar: ein sehr gepflegtes, aufgeräumtes Dorf – das in vielen Quartieren sehr neu gebaut auf mich wirkt. Am Morgen der schönste Moment, wenn das Licht mit der Erde spielt.

Von hier aus starten wir einen Rundweg über Almograve und gehen auf Tuchfühlung, was es bedeutet auf diesem Weg zu gehen (70% Sand) und über 20 km zu bewältigen.

Von Zambujeira do Mar geht es weiter nach Odeceixe. Morgens gegen 9 Uhr sind wir nie alleine. Doch das verläuft sich und plötzlich sind alle weg.

Eine kleine unscheinbare Bäckerei mit dem besten Gebäck und dem Duft von echten Handwerk.

In Odeceixe bleiben wir 3 Nächte. Zeit, um eine Wanderung in das weite Hinterland zu unternehmen.

Weiter führt uns unser Weg nach Aljezur. Auf jeder unserer Etappen sind wir an wunderschönen Stränden, unzugänglichen Buchten und vielfältiger Natur vorbei gekommen und mit der Nase in der Luft den Duft!! einatmen. Ich wünschte, ich hätte ihn einpacken und konservieren können….

Chabouco, Carrapateira, Vila do Bispo – Stationen auf unserem Weg Richtung Cape S. Vincent, das sichtbar näher rückt.

Ja, es gab auch Wege, die waren zäh. Vorallem oft heiss, wenig Wind und hohe Luftfeuchtigkeit und jeder Schattenspendende Wald wurde dankbar angenommen.

Carrapataira – ein bekannter Ort für Surfer und an diesem Tag gab es richtig viel Wind.

Der Zieleinlauf zum Cape S. Vincent, das süd-westlichste Ende Europa`s war hin und wieder feucht. Zur Belohnung wartet die letzte wirklich sehr gute Bratwurst vor Amerika auf mich.

Ein Transfer bringt uns von hier aus nach Sagres und später zu Fuss weiter nach Salema und Luz.

Ab Sagres – Algarve wird die Welt touristischer, die engen Dorfstrassen etwas voller und die Strände sind aus meiner Wahrnehmung nicht mehr so schön, wie an der atlantischen Westküste.

Faro ist unsere letzte Station und auch unser Abflugort. Doch bevor es zurück geht nutzen wir die Zeit für einen Bootsausflug auf Desert Island in der Bucht von Faro.

Eine Reise, die von Anfang bis zum Ende rundherum perfekt war, keinerlei Komplikationen, Blasen, Blessuren. Für all das und noch viel mehr bin ich unendlich Dankbar.

Mein Resümee zu dem Wanderweg: er ist hervorragend ausgeschildert, gut machbar für geübte und trittsichere Wanderer, schwindelfrei ist sehr wichtig. Im Sand laufen geht auch, wenn man die Schritte kleiner macht und im Bergauf die bereits vorhandenen Spuren nutzt (ähnlich im Schnee laufen) Gamaschen helfen oder knöchelhohe Wanderschuhe und die Hose drüber. Wanderstöcke habe ich keine benutzt. Sie wären mir bei abwärts Passagen im Weg gewesen.

Die Landschaft ist ein absoluter Traum und jeder Moment des Stehenbleibens lohnenswert. Einzig negativer Punkt auf dem Weg ist die Tatsache, nachdem Mensch sein Geschäft verrichtet hat, dass er / sie das Papier liegen lässt. Das ist auf den stark frequentierten Strecken wirklich übel und respektlos.

Ebenso ist es lohnenswert an den einzelnen Stationen / Dörfern 2 Tage zu verweilen, um Land und Leute aufzunehmen, die Energie zu spüren und all die Eindrücke auch aufnehmen zu können. Die meisten Anbieter der organisierten Fischerweg-Touren sind da sicherlich flexibel. Unser Anbieter Abanico Reisen Deutschland war es. Da ich mehr Ruhetage in den Reiseverlauf einbauen liess. Auch der Gepäcktransport hat hervorragend geklappt.

Für mich war es ein absolutes Abenteuer, das mein Körper wunderbar und leicht gemeistert hat. Ich würde den Fischerweg sofort wieder laufen. Ein kleines Stück habe ich mir aufgehoben, denn Portugal sieht mich ganz bestimmt wieder.

Abanico Individuell Reisen www.abanico-reisen.de

Meine Route: http://abanico-reisen.de/reisedetails/portugal-wandern-rota-vicentina-fishermens-trail-trekking.html

oder

Best of Rota Vicentina-Reise

https://www.abanico-reisen.de/reisedetails/best-of-rota-vicentina-traumwanderungen-im-wilden-suedwesten-portugals.html

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Danke lieber Sommer und machs guad

Schon weit vor Beginn des meteorologischen Herbstbeginns zeigte die Natur, dass es „herbschtelt“ und die Vögel flogen früh gen Süden. Selbst die Wespen auf meinem Balkon ergriffen früh die Flucht.

Für mich wird es Zeit einen Blick zurück zu werfen und „Danke“ zu sagen, einem Sommer der abwechslungsreich, bunt, heiss, kalt, nass war und mir des öfteren eine lange Weile der Ruhe schenkte.

An kühlen Regentagen eher zurückgezogen und still und an sonnigen Tagen auf Wanderschaft oder am See.

Du wirst deine eigene Geschichte geschrieben haben, so wie ich meine. Sie hat Früchte getragen, ebenso die Natur. Die Ernte ist und wird reich sein – für Mensch und für Tier.

Ich habe aber auch leider Bäume gesehen – mehrheitlich Nadelbäume, ausgenommen die Lärche – die leiden und vermutlich unter den extremen Temperaturschwankungen gelitten haben oder allesamt von einem Pilz befallen sind? Leider habe ich bis heute keine Antwort darauf gefunden, weshalb sich die Nadeln an den Ästen von innen heraus gelb färben??

Meine Gasthündin und kleine Freundin hat ihre erste grosse Wanderung mit Bravour gemeistert und mit tief eingezogenem Schwanz eine Kuhherde durchlaufen – ganz schnell. Die Kühe waren auch sehr nett und haben sich nicht bewegt.

Noch während ich die warme Sommersonne auf meiner Haut spüre, werfe ich auch einen Blick nach vorne Richtung Oktober. Denn zu meinem 60.ten Geburtstag werde ich laufen – was sonst! Den Fischerweg in Portugal und ich freue mich schon sehr darauf, vorallem auf das Meer! Nach 10 Jahren – mein Herz macht Freudensprünge.

Danke schön für alles was war – ist und sein wird.

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Kissen statt Sessel

Mehrheitlich sitze ich auf meinem Meditationskissen, statt in meinem bequemen Terrassensessel. Zunächst war es tagsüber zu heiss – ich bewege mich gerne bei Sonnenschein, brutzel aber nicht stundenlang in ihr.

Danach wechselte das Wetter so schlagartig und schnell, dass ich mir nie die Mühe machte die Schutzplane von meinem Sessel zu nehmen und der tagelange Dauerregen sorgte für innere Einkehr, statt Freiluftspass – ausgenommen man hat einen Hund. Mein Gasthund war eine Woche in den Ferien bei mir und den Bedürfnissen musste auch bei Starkregen nachgekommen werden.

Land unter und leider auch Land von oben und eine sorgfältige Wanderroutenwahl war notwendig, sofern kein Regen oder Gewitter angesagt wurde. Diese Tage waren selten, doch es gab sie und ich nehme dich mit:

Tage der klaren, warmen Luft, die nach Heu, Harz und Wachstum dufteten;

die Fülle aus jedem Winkel zuwinkt und die Seen und Bäche die erhitzte Haut abkühlen;

von der Sonne erwärmte Beeren auf der Zunge Erinnerungen an die Kindheit wachrufen und lange vor sich her geschobene Besuche realisiert werden.

Bewaffnet mit Regenjacke startete ich meinen Rundgang durch das Bauernhofmuseum Ballenberg im Berner Oberland. Obwohl ich schon über 30 Jahre in der Schweiz lebe, war dies mein 1. Besuch.

weiter gehts zu den Giessbach-Wasserfällen und ein nächtliches Gewitter lässt die Wasserfälle noch imposanter erscheinen.

und danach ein paar wertvolle Sommertage am See, bevor das Wasser von oben die Herrschaft über die Tagesplanung übernehmen sollte.

Land unter an den Seen! Der Hundestrand am Walensee war verschwunden und das Terrain der Enten und Schwäne erweitert.

und schon grüsst der Herbst, obwohl ich noch gar nicht fertig bin mit dem Sommer, meinem Meditationskissen (flexible Sitzgelegenheit und man übt gleichzeitig die tiefe Hocke 😉) oder meinem Terrassensessel.

Mich fragt leider niemand und so bleibt mir keine andere Wahl, als das Beste daraus zu machen. Wie immer…..

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Rückblick

Vom ersten Moment an, als ich begann diesen Blog zu schreiben war meine Intention dich mitzunehmen in meine Bergwelt und dich teilhaben zu lassen an meinem Weg und meinen Gedanken. Dir einen Moment des Friedens und der Freude zu schenken mit meinen Worten und Bildern, vielleicht auch Inspiration für dein Leben oder kleines Time-out vom Alltäglichen. Er ist auch ein stilles Archiv meiner gegangenen Wege.

Unsere Welt, unser Bewusstsein, unsere Wahrnehmungen haben sich in den letzten Jahren stark und schnell verändert. Die Menschen haben sich verändert. Ich habe mich verändert. So, wie ein Baum geformt wird durch äussere Umstände und dem Ort an dem er wachsen darf, so verändert sich der Mensch mit jedem Lebensjahr und all den Erfahrungen und Herausforderungen, die ihm das Leben präsentiert.

Derzeit lebe ich mit vielen Fragen? Fragen an die Welt, die Menschheit und an mich selbst.

Heute auf dem Weg in die Arbeit hörte ich auf dem Youtube-Kanal von Sirut Sabine Haller folgende Sätze: „Lebe die Frage ohne zu wissen wohin dich der Weg führt. Der Weg, der sich unter deine Füsse legt.“ Ich brauche nicht auf alles eine Antwort und bin neugierig auf meinen Weg.

So chaotisch, verwirrend, transformierend, schnelllebig, vernebelt und unverständlich das Aussen auch sein mag, es gibt einen Ort da ist alles gut! Finde ich ihn nicht in mir, finde ich ihn in der Natur. Sie ist es auch, die mir schon oft Antworten geschenkt hat, um die Menschen, das Leben zu verstehen. Sie ist sich selbst treu und lebt alle in sich fest verankerten Informationen. Eine Buche wird niemals ein Gänseblümchen sein wollen und ein Kirschbaum niemals auf die grossen Früchte eines Apfelbaums neidisch werden und sie ihm wegnehmen wollen (davon geh ich jetzt einfach mal aus)

Wie heilsam und beruhigend sie auf uns Menschen wirkt wurde mir vor 2 Tagen sehr fühlbar bewusst. Mein Magen / Darm spielt seit 2 Wochen in einer anderen Liga und hält mich sehr launisch auf Trab. Während den Pflanzarbeiten von Arven und Lärchen am Hinterrhein am San Bernardino Pass war er ganz ruhig und ausgeglichen und dies hält bis heute an. Nichts weiter, als der Erde, ihrer Kraft, ihrem Geruch und ihrer Energie ganz nah. Ich war einfach nur wohl.

Das erste und üppig blühende Heilkraut auf der Wiese hinter meinem Dorf war der „kriechende Günsel“. Letztes Jahr war es der Gundermann. Beide sind sich sehr ähnlich und doch sehr individuell in ihrer Wirkung.

Kaum gepflückt, getrocknet und eine Tinktur angesetzt, informiert über die Heilwirkung, durfte ich es schon bald an mir selbst ausprobieren: ein wunderbares Mittel für den Magen.

Die Natur versorgt uns immer mit allem was wir brauchen.

Was sie nicht braucht ist der Müll, den viele in ihr entsorgen. Wenn ihr Müll findet, nehmt ihn doch bitte mit. Es gibt überall Robidog und die Natur und die Tiere, die später auf der Wiese weiden werden, danken es dir.

Und ich danke allen von ganzen Herzen, die mit mir gegangen sind und es auch weiterhin tun werden.

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Kinderherzen

„Hallo! Wie heisst du?“ fragt mich ein kleiner Junge und winkt mir zu, der am Nebentisch im Kinderstuhl sitzt. Schick gemacht mit einem weissen Hemd für das Restaurant in dem Hotel in dem ich für ein paar Tage wohne.

„Ich heisse Erika und wie heisst du?“ „Ich heisse Paul“ , sein Blick ist klar, strahlend und frei von Scheu. „Das ist ein schöner Name“ antworte ich. Zufrieden dreht er sich um. Das Pärchen am Tisch gegenüber fängt an zu lachen.

Silsersee / Engadin

Einen Abend zuvor durfte ich die Gesellschaft 2 kleiner Mädchen geniessen: Elsa, die ältere ca. 3 Jahre und ihre jüngere Schwester Camille.

Noch bevor das Essen für die Kinder serviert wurde, sass Elsa an meiner Seite und wir übten uns mit einem Spiel in Geduld. Camille kam hinzu. Dem Vater, der an diesem Abend seiner Frau und der Mutter wohl etwas Ruhe gönnte, gab ich zu verstehen: es ist in Ordnung, er solle sein Essen geniessen.

Gadertal / Südtirol

Links und rechts von mir sassen 2 gelockte kleine, eigenwillige Persönlichkeiten, blond wie ich es einst war, wie sie unterschiedlicher nicht hätten sein können. In ihrer offenen Unbekümmertheit lassen sie sich auf mich ein und Elsa verrät mir, dass sie sich noch ein Geschwisterchen wünscht. Der Papa wusste das noch nicht…..

In jedem von uns, lebt diese kleine Wesen, das noch nichts von den Geschichten, Erfahrungen und Erlebnissen, die das Leben einem schenken wird weiss. Es lebt in uns jeden Tag und wartet….wir vergessen es leider in unserem Alltag.

Naturpark Fanes Sennes Prags Südtirol

An diesem Abend habe ich meinem kleinen Mädchen Raum und Aufmerksamkeit geschenkt, während mich Elsa und Camille an der Hand genommen haben. 2 kleine goldige Engel….dankeschön

Ich wurde reich beschenkt durch diese 2 Mädchen und die anderen Gäste im Restaurant ebenso, mit einem entspannten Abend ohne das Drama von kleinen Kindern, das spürbar erwartet wurde, als sie den Raum betraten.

Ich wollte in meinen Ferien vorallem die Vögel zwitschern hören, meine Ruhe, ein Tal auskundschaften von dem ich schon so viel gehört hatte und einfach in den Tag hineinleben…..

Es war so viel mehr….

…und wir haben phantastische, grossartige Kinder auf dieser Welt…

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Zeitenwechsel

Mein Winter war träge, oftmals einfach nur müde….

unter einer dicken Decke schlummerte mein Bewegungsdrang.

Die „ich-will-raus-Energie“, die sich dennoch zeigte, nutzte ich und brachte meinen Puls- und Herzschlag, samt Körper und Tourenski nach oben.

Manchmal mit Gasthund – die mit ihrer Freude und Liebe zum Schnee die Ausflüge sehr genoss und auf der Heimfahrt zufrieden und friedlich schlief.

Die Winterwelt schenkt mir Ruhe und innere Stille, Zeiten ohne Informationen und Nachrichten, die ich nur noch in homöopathischen Dosen bewusst beobachte.

Rückzug und mit mir alleine sein – ist mir sehr wichtig. Ein paar Tage ohne die heilsame Natur und ich muss raus, mich wieder zentrieren, den Boden unter mir spüren und die Natur lesen und fühlen.

Ein Schwätzchen mit den Waldwesen halten und das Kind in mir zum staunen und lachen bringen.

Und mit den ersten Frühlingsboten taucht eine neue, frische Energie aus dem Nichts auf. Neugierig auf den Tag, Wünsche und Pläne ans Licht befördern, um sie flexibel und im Rahmen der Möglichkeiten zu realisieren.

Was auch immer da draussen auf uns wartet: die Natur ist da, in all ihrer Kraft, Schönheit und Authentizität.

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Wenn…

…der Schnee nicht bis zu mir ins Tal kommt, komme ich zum Schnee und fahre ein paar Hundert Höhenmeter den Berg hinauf…

und geniesse den Frieden und die Stille, bevor die Bahnen anfangen Skifahrer auf die Gipfel zu bringen und alle Hotels, Pensionen und Ferienwohnungen über die Festtage belegt sind und sich das emsige Treiben von den Städten in die Berge verlagert.

…ich das 1. Mal mit meinen Skiern den Berg hinauf laufe, durch den frischen Schnee hinab schwinge und fühle, der Körper weiss noch wie es geht und es einfach nur wunderschön ist und jede Zelle sich über die Bewegung in der stillen Natur freut und verjüngt.

…mein Kopf mal wieder in einem Wattebausch feststeckt und ich dankbar für den Umstand bin, dass er angewachsen ist und ich an solchen Tagen einige Kilometer mehr laufen darf, um herauszufinden was ich denn eigentlich wollte….halte ich kurz inne und lache über mich selbst.

…die Zeit ausnahmsweise etwas langsamer verrinnt und der Berg, die Natur und der Wechsel der Wolken mir alleine gehört, bin ich zu tiefst dankbar für diese geschenkten Momente.

…dieser Blog und meine Fotos nicht wären, würde es mir schwer fallen, die vergangenen Monate Revue passieren zu lassen. Die Festplatte meiner technischen Geräte hat grössere Speicherkapazitäten, als jene die schon seit über 50 Jahren mit mir durchs Leben läuft.

und bedanke mich ganz herzlichst bei allen, die mich durch das Jahr begleitet haben und grüsse euch alle von ganzen Herzen

Eure Erika

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Leise…

…fallen die Tropfen der Nacht ins Nichts

Leise…sind Mensch & Tier zu hause im Herbst angekommen.

Leise…bricht der Mantel der Täuschung und es zeigt sich der wahre Kern

Leise…ziehen die Nebelschwaden durchs Engadin und öffnet sichtbaren Raum für Klarheit, Magie und Vergänglichkeit.

Leise…sind nur ihre Bewegungen und nicht ihre Aufforderung , die ich nicht verstehe und nur erahnen kann.

Leise…ist es auf den Wanderwegen geworden. Bei sich sein und bleiben.

Leise…zieht der Mond seine Bahnen und fragt nicht, ob ich ihn fühle.

Leise…und viel zu schnell hat die Natur mit ihrem Farbkasten gespielt und selbst die Lärchen haben viel früher mit gepinselt.

Leise…fällt jede einzelne Lärchennadel zu Boden und bildet einen weichen Teppich aus Erinnerungen der vergangenen Monate, der von Schnee zugedeckt werden möchte.

Leise…klopft die Intuition an den Kopf und flüstert: „Geh weiter, auch wenn du nicht weisst wohin dein Weg dich führt“

Leise…springt meine Phantasie mit den Zwergen, Feen und Wichteln und ihren Mützen durch den Wald.

Leise…werden Wintervorräte eingesammelt und lauthals geschimpft, wird das quirlige Treiben gestört.

Leise und bunt sind die Herbsttage, voller Gerüche, wundersamen Zauber, Abschied und freudiges Erwarten, die Berge und die Wälder gehören für einen kurzen Zeitraum an sonnenarmen Tagen sich selbst, hüllt ein und offenbart, und ganz leise ist der Herzschlag eines Menschenkindes zu hören im Gleichklang mit allem was ist.

Es gäbe so viel zu erzählen…von Geschichten und Gedanken, von Begegnungen, Erfahrungen und glücklichen Momenten…was mich erfreut, traurig, wütend und still werden lässt. Es sind die Tropfen der Nacht, die ins Nichts fallen und dennoch zum All-eins fliessen.

Seid alle herzlichst gegrüsst

Erika

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