„So etwas habe ich noch nie erlebt!“ (damit meinen weder er noch ich die Politik oder die Wirtschaft)
Beide schauen wir hinauf an den Hang, der braun mit weissen Tupfen am Dorfrand liegt. Braun, da eine invasive Raupenart das wenige Gras gefressen hat und die weissen Tupfen sind ein grosser Schwarm Möwen, die sie gerne fressen – anders als deren gefiederten Artgenossen.

„So was habe ich noch nie erlebt!“ diesen Satz haben wir wohl alle in dem ein oder anderen Zusammenhang geäussert. Die langanhaltende Hitze mit den 4-Tropfen-Regentagen oder kurze, heftige Gewitter, die zumindest in meiner Region die Schäden an der Natur in Grenzen hielten.

Die Natur zu beobachten ist nach diesem doch sehr speziellen Sommer sehr besonders für mich. Bäume, Sträucher die ihre Früchte üppig und wunderschön getragen haben und dank ihrer Widerstandskraft uns nähren. Andererseits grosse Verluste und Pflanzen, die sich vertrocknet oder verbrannt in das bunte Kleid des Herbstes einfügen.



Meine Wanderaktivität hat sich in Grenzen gehalten – es war selbst über 1800 m.ü.M. zu heiss, dafür geniesse ich es jetzt um so mehr, auch zusammen mit meiner kleinen vierbeinigen Freundin Panja.

Auch wenn es derzeit so vieles auf dieser Welt gibt, das wir nicht verstehen und / oder verändern können, gibt es sehr vieles das Bestand hat und sich in seinem natürlichen Rythmus zeigt, wie z. B. die Hirschbrunft im Nationalpark.

Leider waren die Hirsche für mein Handy nur schlecht einzufangen.

Nach einer Wanderung und der stundenlangen Bewegung in der Natur fühle ich mich geerdet, geklärt und wieder zentriert, um dem Tempo, dem Irrsinn, dem „so was habe ich noch nie erlebt“ in meinem Alltag gelassener begegnen zu können.

Auf meiner letzten Wanderung durch das Val Plavna nähe Scuol im Unterengadin durfte ich sehen, wie die Berge zerbröseln. Einige Abgänge waren schon alt und dazwischen frische Gerölllawinen, die sich ihren Weg gesucht haben und im Talboden ausliefen. Eine riesige Steinlandschaft, die sich wieder verändern wird, sobald der langersehnte Regen die Bergwelt umhüllt.



„So was habe auch ich noch nie gesehen!“







































































































































