20 Minuten länger

Du hörst nichts mehr und deine Augen sind trüb geworden.

Um von dir begrüsst zu werden, muss ich dich anschubsen und sobald du realisierst, wer da ist, freust du dich mich zu sehen, wie all die vielen Tage zuvor.

Lauferei – mein Leihhund-Opa Ludi

Ich weiss, wie sehr du den Schnee liebst. Doch an dem Ort, an dem du lebst, liegt keiner mehr. Spontan rufe ich an und hole dich ab.

Sehr oft habe ich dich enttäuscht und konnte dich nicht mitnehmen. Als ich vor dir stehe, traust du mir nicht und schaust an mir vorbei.

Ich hake deine Leine bei dir ein und wir verlassen das Haus. Und jetzt, sehe ich den aktiven Hund, der du einmal warst und springst freudig vor mir her zum Auto. Gemeinsam fahren wir an einen Ort mit Schnee, an dem wir schon oft waren…im Sommer zum Baden und im Winter, um den Schneebällen hinterher zu laufen.

Lauferei – Lenzerheide

Für die Seerunde benötigen wir mindestens 20 Minuten länger, als jemals zuvor. Du bist ein Opa geworden, trottest langsam hinter mir her und dennoch blitzt ein-, zweimal eine Erinnerung in dir auf und du beginnst durch den Schnee zu rennen und schaust mich an, als würdest du sagen „Komm schon lahme Ente. Schneller!“.

Nur ein paar Minuten….dann trottest du wieder hinter mir her….

Lauferei – Pause in Guarda Val – Sporz – Lenzerheide

Vielleicht war dies unsere letzte gemeinsame Runde um den See….vielleicht brauchen wir beim nächsten Mal 30 Minuten länger…es war und ist immer eine Freude mit dir unterwegs zu sein.

 

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Ende und Anfang

Nichts bewegt sich, nichts verändert sich und alles ist im Wandel.

Lauferei – Laj da Staz bei St. Moritz Engadin

Die Bergwelt zeigt dir in der Kargheit, wieviel leben im Moment existiert, auch wenn sie ruht. Sie öffnet deine Sinne, deinen Geist, deine Seele und dein Herz, lässt dich selbst in deinem Wesen erleben und neu erfahren.

Lauferei

In der Stille und Klarheit Frieden finden und aus einem tiefen Impuls heraus entscheiden, welchen Weg du nimmst, ohne konkretes Ziel, einfach gehen und annehmen, was sich zeigt…

Lauferei – Blick auf den Silser See von Muott d`Otta

Ein letzter Blick zurück auf eine wunderbare Wanderzeit, die niemals endet…nur die Schuhe werden gewechselt.

Herzlichen Dank für deine ausdauernde Bereitschaft und Freude, mit mir durch die Bergwelt zu wandern und sie zu entdecken. Vieles durfte ich dieses Jahr sehen und erleben, und so vieles wartet noch dort draussen entdeckt zu werden. Meinen Wanderschuhen gönne ich eine Pause und die Skischuhe stehen parat.

Auf bald…in den Bergen

liebe Grüsse

Erika

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Wie gerne…

„Wie gerne würde ich diesen Moment mit Dir teilen.
Dich neben mir spüren, mit der Sommersonne auf dem Rücken und dem kühlen Herbstwind im Gesicht, das im Schatten liegt.
Das kraftvolle Rauschen des Wasserfalls,
gespeist vom Regen und Schnee der letzten Tage.

Lauferei

In das saftige Grün der Wiesen schleicht sich braun, rot und gelb, tauchen alles in herbstliches Farbengemisch, das in seiner vollen Kraft leuchten wird, kurz bevor der Schnee die Schönheit auslöschen wird.
Ein letztes Pfeifen der Murmeli, bevor auch sie die Jahrestür schliessen und in einen neuen Frühling hineinschlafen werden.
Die spitzen Konturen der Lärchen, die sich wie Zipfelmützen nebeneinander reihen, sind sanfter geworden.

Lauferei – Herbst in S-charl / Engadin

Die Weichheit des Abschieds vom Jahreszyklus liegt auf ihnen und senkt sich in den nächsten Wochen herab zur Erde, auf der eines Tages, die goldgelben Nadeln liegen werden, bevor der Schnee sie zudecken wird.
Vollkommenheit und Rhythmus – ohne die Einmischung des Menschen.
System und Sinn – die niemals hinterfragt werden müssen.

Lauferei – Val Müstair Ofenpasshöhenweg

Während ich weiterlaufe, folgt mir Segantini`s Bild «Mittagssonne auf der Alp».
Die Hirtin in Blau mit dem Hirtenstab und der Hand an der Hutkrempe.
Mit dem sehnsuchtsvollen Blick….ins Tal hinaus, auf ihre Herde, auf den Lauf der Zeit…?
Wer weiss das schon?!
Wie oft stehen wir in der Landschaft,
in unserem Leben,
blicken sehnsuchtsvoll in die Ferne,
auf das nächste Ziel,
auf den Punkt den unsere Augen finden und manches Mal durch ihn hindurch,
ohne zu wissen, was uns erwarten wird.

Lauferei – Tamangur

Wie oft stehen wir in einem perfekten Moment,
der Mittagssonne auf unserem Haupt,
würden ihn gerne festhalten, speichern –
wie die Wärme auf der Haut,
den Duft des Sommerflors in einen Flakon packen und die friedlichen Geräusche im Ohr konservieren.
Sich auf einen Stab stützen und mit ihm den nächsten Schritt machen.
Den Sommer im Herzen,
die Stille des Winters im Rücken,
den schützenden Himmel über uns
und die nährende Mutter Erde,
auf der wir den einen perfekten Moment erleben dürfen – loslassen,
um den nächsten in Empfang nehmen zu können.

Lauferei – Val Müstair

Und während ich in der grellen Sonne liege,
das Gebimmel und Geblöcke der Schafe um mich herum,
fühle ich mich wie Segantini,
die ein Bild der Landschaft malt und es in bunten Farben mit einem dünnen Pinsel auf ihre Leinwand der Erinnerungen verewigt.
Und wandere mit meiner Staffelei weiter…“

 

Dieser Text ist im September 2017 während eines Schreib-Workshops im Fextal entstanden. Eine sehr wertvolle, bereichernde Erfahrung. Herzlichen Dank an all die talentierten, wunderbaren Mädls, die ich kennenlernen durfte.

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Zeit, um Freundschaft zu schliessen

Um sich mit einem Menschen – einer Landschaft vertraut zu machen, braucht es Zeit und die Bereitschaft sich darauf einzulassen.

Lauferei – Engadin Blick Richtung St. Moritz

Auf Entdeckungsreise gehen, frei von Erwartungen, Vorurteilen und Zwang öffnen sich die Facetten einer Persönlichkeit und einer Region. Treiben lassen und annehmen, was sich zeigen möchte…in all seiner Schönheit, Eigenheit, Charakteristik und Vollkommenheit.

Lauferei – Silser See

Lauferei – Silser See

Das Licht und die Bedingungen verändern die Ansicht, doch niemals die Grundsubstanz.

Lauferei

Man entdeckt überraschendes, verborgenes, skurriles und geheimnisvolles.

Lauferei – Schneehuhn bei Lej Muragl

Lauferei – Hirschbrunft im Val Trupchun

 

Lauferei – Steingeiss bei der Segantini Hütte

Lauferei – gut gefüllte Speckröllchen für den Winter

Lauferei

Lauferei – mit Helilandeplatz bei der Segantini Hütte

Lauferei – Lärchenzauber

Je vertrauter man einander wird, desto weiter offenbart sich der Zauber, der in allem innewohnt.

Lauferei – Abendstimmung im Fextal

Lauferei

Lauferei

Mit der Zeit entsteht eine Freundschaft. Mensch und Landschaft kann man lieb gewinnen und vermissen. Die Bilder der gemeinsamen Zeit werden weiter getragen und es kommt der Moment des Wiedersehens.

Lauferei – Hotel Fex im Fextal

Lauferei – Herbst im Engadin

 

„…denn niemals geht man so ganz. Ein Teil von mir, bleibt für immer hier…“

 

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Bergheimat

Es gibt eine Welt, in der bin ich niemals alleine,

Lauferei – Blick von Muottas Muragl auf die Engadiner Seen Richtung Süden

fühle mich beborgen und beschützt.

Lauferei – Lej Muragl

Spüre meinen Körper in seiner wohligen Aktivität,

Lauferei – Weg zur Segantini Hütte

wie jeder Fuss seinen Tritt und Halt findet.

Lauferei

Mein Atem und mein Herz ein Lied der Lebensfreude anstimmen.

Lauferei – Familienleben

Meine Augen kraftvoll entdecken und aufnehmen.

Lauferei – Segantinis Licht und Bergwelt

Meine Ohren in der Stille zu versinken drohen und jedes Geräusch einem Donnerschlag gleicht.

Lauferei – Blick auf das Oberengadin

Ich nehme mich und den Moment allumfassend wahr, inmitten dieser überwältigenden Bergwelt und Natur.

Lauferei

Beobachte den Wandel und meine Veränderung.

Gehe in die Offenheit des Weges hinein und komme an – immer wieder.

Lauferei

Muottas Muragl 2454 m ü. M. Wunderschöne Zimmer und sehr gutes Essen. Erreichbar mit der Standseilbahn bei Pontresina

Chamanna Segantini, 2731 m ü. M. Hier starb Giovanni Segantini, Maler,  im Alter von 41 Jahren.

Wanderung Muottas Muragl – Segantini Hütte – Alp Languard ca. 3 Std.

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Laufen lassen….

„Manchmal muss man dem Leben die Chance geben,

es leben zu lassen.“ Erika

Lauferei

Um verschlossene Türen zu öffnen, sich auf den Weg machen…

Lauferei – Wintereinbruch im Fextal

…egal, wie die Umstände sind…Du hast alles dabei…

Lauferei

Am nächsten Tag lacht die Sonne und der Himmel,

zeigt sich die Welt in einem neuen Kleid…

Lauferei

…und Du lachst mit. Schaust einfach nur zu.

Lauferei

Jeder Moment in einem neuen Licht und

Lauferei – Arvenzapfen im frostigen Kleid

verzauberten Fundstücken vor deinen Füssen.

Lauferei – Silser See

Makellos und glänzend,

Lauferei

Dein Schiff, das „Leben“ heisst und treibst mit dem Wind…

Lauferei – Silser See – Maloja Isola

die Schönheit aufsaugen, tief einatmen und geniessen…

Lauferei

…in sympathischer Gesellschaft…

Lauferei – Selfie-erfahrene Ziege

Voll Dankbarkeit spiegelt sich dein Leben in der Welt um dich herum.

Lauferei

 

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Mich wundert`s…

welchen Weg die kleinen Monster genommen haben, um diesesmal in meiner Holzkammer herumzuturnen und ich sie dabei beobachten darf…

Lauferei – freche Mäuse

…wer den Lichtschalter innert 12 Stunden auf Herbst umlegt…

Lauferei – Herbstlicht

…ob meine bestellten 2 Ster Holz für den Winter reichen werden, denn die Zeichen der Natur lassen mich frösteln…

Lauferei – mein liebster Platz

…ob mir meine Beobachtungen einen aktiven Winter bescheren werden…

Lauferei – Flumserberge Spitzmeilen

…dass es sich so unglaublich gut anfühlt, in 3 Wochen Ferien zu starten und nicht wirklich einen konkreten Plan zu haben. In der 1. Woche habe ich mir einen Platz im Engadin zum „runterfahren“ ausgesucht und danach wird der Rucksack aufgezogen und der Nase nach gestartet.

Lauferei ist unterwegs

Neugierig auf das, was mich dort draussen erwartet, sage ich „Herzlichen Dank“ für dein Mitlaufen und „Servus“

Erika

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Scheibenwischertakt

Bewegt sich der Scheibenwischer im Takt der Musik,

Lauferei Ofenpassstrasse

stellt sich die Frage:

Lauferei Passhöhe

Welche Musik hört sie?

Lauferei Nationalpark

wie fest regnet / schneit es?

Lauferei Nationalpark Graubünden

Musik – Elbow

Schnee – Regen sehr fest

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Coming out

In einer Dachwohnung im 2. Stock zu leben hat viele Vorteile: im Winter erfrischend kühl, im Hochsommer kuschlig warm, dank Dachfenster dem Himmel sehr nah und da ich mein Holz für den Specksteinofen hochtragen darf, bleiben die Wadl`n stramm.

Während der vergangenen Woche hat meine Wohnung mindestens 4 Stresspickel und unzählige Adrenalinausstösse bei mir ausgelöst. Und mich mit durchaus fragwürdigen Verhalten von mir konfrontiert.

Seefest, schwindelfrei und immer in den Bergen und Wäldern unterwegs – sehr oft alleine – mit einem gesunden Mass an Angst ausgestattet, wird ein kleiner Raum meiner Wohnung zum Psychotest. Ich klopfe an der Tür an und betrete den Raum nur mit dem Staubsauger bewaffnet – damit sie mich hören – meine kleinen Mitbewohner. Über mich selbst wundernd und lachend, gleichzeitig mit Schwammerl in die Knie hole ich den Rucksack oder Waschmittel aus dem Raum und kontrolliere, was sich über Nacht getan hat.

Lauferei – Untermieter

Zwei habe ich bereits gefangen und ich hoffe inständig, dass das Pärchen an einem anderen Ort, weit weg von meiner Wohnung ein neues Leben beginnt.

Es gruselt mich ganz furchtbar….

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Eins sein

Ein kleines Stück uneingeschränkte Freiheit,

Lauferei – der Morgen kommt über den Berg

einen Raum, der nur einem selbst gehört inmitten der unendlichen Weite.

Lauferei – Val S-charl

Einen Raum, in dem Pflicht, Verantwortung und Müssen ausgesperrt werden.

In dem die Worte verhallen,

Lauferei – Arven-Kindergarten

das Herz zur Ruhe kommt,

Lauferei – verfallene Alp Tamangur

die Bewegung des Körpers, die einzige Anstrengung ist

Lauferei – God da Tamangur

und sich dieses wohlige, zarte Gefühl des Einssein breit macht.

Lauferei

So gerne ich in Gesellschaft wandere, so gerne bin ich alleine unterwegs und höre nur auf mein Gefühl und meine Wünsche.

Lauferei

Starte früh morgens, wenn die Kühle der Nacht noch auf den Wiesen liegt und das klare Licht die Konturen verschwinden lassen.

Lauferei

Sehe Rehe im Wald mit ihrem Nachwuchs und darf sie einige Sekunden länger bewundern, bevor sie im Dickicht verschwinden. Beobachte ein Eichhörnchen auf seinem Spaziergang über die alten Baumriesen.

Lauferei

Setz mich nieder und bleibe….

Lauferei

fühle die warme Sonne auf der Haut und bereits den Herbst im Rücken.

Lauferei – es herbschtelt oberhalb von 1800 m ü. M.

Die kleine, uneingeschränkte Freiheit, die nehm ich mir und gehe meinen Weg in meinem Tempo und auf meine Weise.

Lauferei

und nehme die Früchte des Sommers mit nach Hause.

Lauferei – harzige, wohlriechende Arvenzapfen

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