Buena Vista

Fast jeden Morgen steht sie an dem stark befahrenen Kreisel auf meinem Weg zur Arbeit. Aufrecht, stolz, die Augen blicken ins Leere mit einem Hauch von Melancholie und weit gereister Sehnsucht. Sie hat immer einen Schirm dabei – zum Schutz gegen den Regen und vielleicht auch gegen die Sonne. Über ihrer dunklen Hautfarbe liegt ein grauer Schleier. Und heute morgen habe ich mich gefragt, an wen sie mich jedes mal erinnert… sie könnte ein Mitglied von „Buena Vista Social Club“ gewesen sein, auch wenn diese Kubanische Musikgruppe meines Wissens nur aus Männern bestand. Und mit diesem Gedanken höre ich auch schon die Musik und der Morgen bekommt einen anderen Rhythmus, ein anderes Lebensgefühl….während die alte Frau am Kreisel auf etwas oder jemanden wartet und mit ihrem Herzen für einen kleinen Moment vielleicht in ihrer fernen Heimat verweilt….

Ebenso reise ich in Gedanken an besondere Orte, die mir gut tun…..ein Bündner Walserdorf aus dem 13. Jahrhundert auf 1800 m.ü.M. unter Denkmalschutz, das dank den Menschen, die sorgsam und respektvoll die alten Häuser erhalten und pflegen, war für ein Wochenende vor einiger Zeit mein „Buena Vista“ Richtung Albulatal.

Jeder Streifzug durch das kleine, noch menschenleere Dorf schenkt meinen Augen eine Entdeckung und ich bewundere die Menschen, die diese robusten, wunderschönen Häuser einst gebaut haben.

In Obermutten gibt es 1 Hotel, 1 Ortsmuseum, 1 Kultur-Tenne, 1 kleiner Laden mit regionalen Spezialitäten, eine Bushaltestelle und eine Ziegenherde. Und ganz viel Ruhe und Frieden.

Die komplett aus Lärchenholz gebaute Kirche mit einer Toggenburger Orgel von Heinrich Ammann strahlt Geborgenheit aus, wie eine gute Stube.

Die Berganemone – Kuhschelle – Pulsatilla ist eine der Ersten nach der Schneeschmelze, die den Frühling einläutet.

Und gleich hinter dem Dorf führt ein kurzer Weg hinauf zur Muttner Höhe mit einer gigantischen Aussicht aufs Rheintal Richtung Chur und Richtung San Bernardino, aufs Albulatal, hinüber zu den Engadiner Bergen.

Ein wohl duftender Lärchen- und Arvenwald, der Hirschen Schutz schenkt, die sich mir erst am Abend zur Dämmerung zeigten.

Sie hat ihre ersten 200 Höhenmeter mit kurzen Transporteinheiten und vielen Verschnaufpausen gemeistert. Die Zeit, die haben wir vergessen….

Es wird nicht lange dauern und ich fahre wieder hinauf in dieses verzauberte Dorf, das sich nicht verändert haben wird. Doch die Natur ganz bestimmt!

„Hasta luego Chan Chan“ wünsche ich der alten Dame am Kreisel, um ihrer Sehnsucht die Heimat zu schenken.

Chan Chan ist ein Musiktitel von Buena Vista Social Club über die eigene Reise, die Liebe und die Sehnsucht.

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Roter Sonnenschirm

Flitzt Anfang Mai ein roter Sonnenschirm am Dorfrand auf der Wiese hin und her, wird der 1. Heuschnitt des Jahres gewendet.

Aus dem Dorfbrunnen wird ein grosses Planschbecken für die Kinder und ich werde ein bisschen neidisch…

Die Rasenmäher laufen heiss, mal da mal dort….pünktlich um 18 Uhr ist Ruhe.

Die Gärten sind in Null-Komma-Nix vom Frühlings- zum Sommerflor herangewachsen.

Morgens um 6 Uhr riecht die Welt nach frisch gemähten Gras und abends schwebt der Duft von gegrilltem Fleisch um die Häuser.

Die Heidelbeersträucher auf meinem (noch friedlichen und menschenleeren) Hausberg tragen kleine rosa Knöpfe. Die Murmeltierkinder werden sich an die Menschen gewöhnen und das Wiesel, das vor mir weg springt, auch.

Dieser Frühling 2022 gleicht dem Frühling 2021 sehr. Ausser in der Natur hat sich soooo viel verändert…in der Welt, in jedem Land, in jeder Familie, in jedem Ich.

Selbst meine Mops-Dame hat gelernt auf piksenden Terrain zu laufen, Gewicht verloren und an Kondition zugelegt.

Ich winke meiner Nachbarin zu, die mit Hund und Katze morgens ihre Runde dreht und den Frieden mit mir geniesst. Möge er die ganze Welt umschliessen.

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Verzeiht….

viele Wochen und Monate sind vergangen…niemand, der nicht eine Geschichte von Komplikationen, Verlust, Trauer, Krankheit, Herausforderungen erzählen könnte….das Leben ist in Bewegung und leider, bzw. je nach Situation zum Glück, so schnell…

Blicke ich zurück, frage ich mich: wo ist sie hin, die Zeit?
Und an manchen Tagen bin ich so langsam unterwegs, dass ich oft denke: gleich geh ich rückwärts. Meine 13jährige Mops-Oma lehrt mich Langsamkeit, Achtsamkeit und das geniesse ich jetzt gerade ganz besonders. Denn ich schaue den Blumen, Sträuchern und Bäumen beim wachsen zu.

Mehr als jemals zuvor ist die Natur mein grösster Lehrmeister, die bunteste Schatzkiste und eine heilsame Umarmung.

Selbst unter schwierigen Voraussetzungen kann zauberhaftes entstehen und wir leben in einer Zeit, die uns lehrt die Prioritäten von Herzen zu wählen.

Und während ich hier schreibe, liegt meine Mops-Oma auf dem Sofa und schnarcht. Erschöpft von einer Wanderung durch den Schnee im Skigebiet mit einem kleinen Leckerli-Imbiss am Waldrand auf dem trockenen Boden sitzend, neben uns die Meisen und unter uns die ersten, fleissigen Ameisen.

Die Welt kann sein, wie sie ist. Es gibt diesen Moment, da ist alles gut.

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Carmen

„Sofern man das von sich selbst behaupten kann….ja, ich war eine rassige Frau und habe nichts im Leben ausgelassen. Nicht einmal das Pferde stehlen.“ und sie lacht dabei und ich sehe die lebenslustige Frau, die sie sicherlich einmal war.

Carmen, 90 Jahre alt, nie verheiratet da sie ihre Freiheit nicht aufgeben wollte, keine Kinder und ungeimpft, wohnt in einem Seniorenheim – leider und sitzt an diesem kalten, sonnigen Wintertag neben mir auf einer Bank am Rande eines Winterwanderweges.

Bereitwillig und offen antwortet sie auf meine Fragen und erzählt mir von ihrem Leben. Und während die Sonne sich langsam gen Westen Richtung Berge neigt, finden wir immer mehr Übereinstimmungen.

Auf meine Frage, ob es sie stört, wenn ich eine rauche, strahlt sie über das ganze Gesicht und sagt: „Nein, ich rauche eine mit!“ und ich bin einmal mehr überrascht von dieser Frau, die ihren Rollator als Transportmittel für ihre Utensilien benutzt. Ihr Körper funktioniert noch gut, sie war immer sportlich. Nur die Augen, die sind leider nicht mehr so gut.

Ich frage sie, weshalb sie sich nicht impfen lässt. „Diese letzte Zeit sei die schwerste in ihrem Leben gewesen. Doch ihren freien Willen verkauft sie nicht. Denn alle müssen eines Tages sterben, geimpft oder ungeimpft. Und so schlecht kann es ja auf der anderen Seite nicht sein, zurückgekommen ist noch niemand.“

Die Dezembersonne verschwindet hinter den Bergen und es wird schlagartig kalt. Ich verabschiede mich von ihr und verspreche ihr, dass ich zurückkomme. „Frag nach Carmen. Die kennen mich alle“

Oh ja, das glaube ich. Eine eigenwillige, starke und selbstbewusste Frau. Für eine Stunde sass ich neben meinem 90jährigen Zwilling und wir hatten grosse Freude aneinander. Und ja, ich möchte auch sagen können: „ich habe nichts ausgelassen in meinem Leben“. Meine Sehkraft würde ich mir gerne bewahren, um all das wundervolle und schöne auf dieser Welt sehen zu können….wobei…das Wesentliche fühlen wir mit unserem Herzen.

Euch allen wünsche ich geruhsame, friedliche Weihnachtstage und bedanke mich für eure Begleitung durch mein Jahr. Alles Liebe und auf bald

Erika

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Rotgoldgelbes Lichtbad

In Rotgoldgelb baden und sich im Lärchennadelregen bewegen – nichts anderes wollte ich an diesem Wochenende, bevor der Zauber des Herbstes vorbei ist….

„Sei gütig. Jeder Mensch, dem du begegnest kämpft seinen eigenen schweren Kampf.“

Inmitten all den Lärchen, die in ihrem rotgoldgelben Kleid um die Wette strahlen, dabei spielt es keine Rolle, ob die Sonne scheint oder nicht, fällt jeglicher innere Kampf und Gedanke von mir ab. Scheint die Sonne, setzt sie dem Farbenrausch die Krone auf.

Lärchennadeln wollen unter dem Schnee liegen, die Erinnerung an ihre Sommerzeit zugedeckt wissen und sich in ihrer Schlichtheit des Geästs dem Winter hingeben.

Mittendrin meine Lieblingsbäume, die Arve, vor der vergänglichen Kulisse der Lärchen. Die Arve erinnert mich an meine Widerstandskraft, meine Stärke und Stabilität, egal was kommen mag.

Jeder für sich und alle zusammen bilden den perfekten und schönsten Herbstwald, der jetzt möglich ist und er schenkt mir tief im Herzen das Gefühl von Geborgenheit und Einssein.

Frühmorgens geniesse ich die Stille, die Gesellschaft der Bäume, der Eichhörnchen und Eichelhäher, und all der zauberhaften Wesen zwischen den Wurzeln und Steinhaufen. Eine Welt, die mich nährt und in vollkommener Zufriedenheit den Pulsschlag der Erde fühlen lässt.

Ich muss nur meine Augen schliessen, dann bin ich wieder dort und tauche ein in den Zauber und die Energie der Bergwelt und der Natur. Inzwischen wurde das rotgoldgelbe Licht durch das makellose Weiss des Schnees zugedeckt. Der Wunsch der Lärchennadeln hat sich erfüllt.

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So still?

Seltsam still ist es! Der kühle Wind bläst mir ins Gesicht und der Himmel über mir tanzt himmelblau und dunkelgrau.

Die Natur zeigt mir all die Farben und Gerüche des Herbstes, doch die Töne einer besonderen Zeit in der Tierwelt fehlen. Bin ich zu früh oder zu spät? Mein Irrtum in der Zeit?

Nach 2 Monaten habe ich das erste Mal wieder Wanderschuhe an. In der Gewissheit, dass ich keine Wanderung verpassen werde, dass die Berge mir nicht davonlaufen, durfte ich mich in den letzten Wochen in Langsamkeit beim gehen üben. Meine 13jährige Mops-Dame bevorzugt keine holprigen und steinigen Wanderwege und locke ich sie dann doch mal auf einen, boykottiert sie bockbeinig und ich füge mich. Wir waren sehr oft am See und schauten der Welt zu, wie sich ihr Spiegelbild im Wasser verändert.

Ihre Landung im Wasser war ein Versehen. Wird nicht wieder vorkommen!

Dieser Weg hinauf und hinter ins Tal, hinein in einen ganz besonderen Wald, hinein in einen Bergkessel um dem Konzert der Hirsche zu lauschen, während meine Mops-Oma im Auto friedlich schläft, war mir sehr wichtig. Für mich!

Kein Mensch weit und breit. Kein Laut. Meine liebsten Arven, deren Macht und Robustheit auch Teil von mir sind,

die friedliche, in sich ruhende Kraft dieses Ortes erfasst auch mich. Ich nehme die Veränderung der steinernen Riesen wahr. Der letzte Winter und die Schneeschmelze haben ihr Aussehen neu gestaltet.

Ich beobachte und lausche….ich darf ihn sehen, noch bevor ich seinen Ruf hören werde.

Er ist alleine mit seinem Damen unterwegs. Kein weiterer Konkurrent. Aussergewöhnlich….

Mein Fotoapparat hat sein Bestes gegeben

und oberhalb von den Hirschen klettert eine kleine Herde Gemsen, so nah bei den Hirschen, wie ich es zuvor auch noch nie erleben durfte.

Hier hat jeder ausreichend Platz, darf Sein, ein friedliches Miteinander und der eine schaut auch mal zum anderen, und sie schauen auch zu mir. Ich darf mit ihnen sein und geniesse es!

Als Teil der Natur bin ich am liebsten mit der Natur. Und wir überraschen einander, weil wir uns verändern und mit dem Leben mit fliessen, ohne dabei unsere Authentizität zu verlieren. Nichts ist so, wie es zuvor einmal war und kann wunderschön sein.

Ganz bei mir und voller Energie laufe ich aus dem Tal hinaus mit einem Zweig Wacholder und den bunten Ästen der Heidelbeeren.

Nach einem ausgiebigen Schläfchen kann sie leider immer noch nichts anfangen mit diesen Naturwegen. Daran wird sich nichts ändern vermute ich.

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Fundament

Jeder hat diesen einen Moment im Leben, den er aus der Agenda streichen möchte. Innert eines Augenblicks ist das Leben ein anderes und das, von allen Beteiligten und Betroffenen.

Es wird am Fundament gerüttelt, wohin man schaut, einmal rundherum – Unfall, Feuer, Hochwasser, Krankheit – Schmerz, Leid, Verlust, unwiederbringliche Veränderung – das Leben ist vielfältig. Die einen halten etwas mehr in ihren Händen, andere haben gar nichts mehr.

Sofern man sein Leben noch in seinen Händen hält, kommen die tiefsten und stärksten Ressourcen zum Vorschein. Was es auch immer ist – es kommt der Moment und eine achtsame Persönlichkeit wird erkennen, dass in all dem Unglück sehr viel Glück verborgen war.

Dankbarkeit!

Und es kommt auch der Moment, da Mensch erkennen darf, dass er stärker wurde und innerlich gewachsen ist, wie ein Baum, der seine einzigartige, grandiose Erscheinung, um einen Ring erweitert.

Ob uns die Fliessrichtung des Lebens gefällt oder nicht, am Ende zählt, was wir daraus machen, unser Verhalten, unser Sein. Ob wir es annehmen oder uns dagegen stellen….

Und so, wie jeder stete Tropfen den Stein höhlt, macht jede vergangene Erfahrung, jedes Lernen und jede Begegnung plötzlich Sinn und es darf darauf zurückgegriffen werden.

Seit 2 Wochen bin ich in München. Krankenhaus – Krankenkasse – Kurzzeitpflege – Pflege – Anträge – Reha – intensiv, lehrreich und ich weiss wieder, welche Briefmarke auf einen deutschen Brief gehört.

Zusammenhalten- und helfen, da sein, zuhören, um Hilfe bitten, schlau machen, Glück haben und immer weiter laufen, Flügel ausbreiten und in den Tag fliegen. Und die Liebe zueinander fühlen….

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Feierabend

Es braucht immer etwas Zeit, bis die Stille angekommen ist.

Die Stille auf meinem Hausberg, bis die letzten Wanderer und Biker ihren Weg ins Tal gefunden haben, die Gondeln in ihr Nachtquartier eingefahren und alle Bahnen abgestellt wurden, die frisch gemolkene Milch von der Alp per Quad zur Käserei gebracht, das Wächter-Murmeltier Feierabend macht und verstummt, und all die Geschäftigkeit und Geräusche auch aus dem letzten Winkel des Waldes verschwunden sind.

Die Stille in meinem Kopf, bis auch der letzte Gedanke keine Chance mehr hat, da all meine Aufmerksamkeit auf die vielen Blumen in allen Farben, Grössen und Erscheinungsformen gelenkt wird. Kein einziges Blümchen denkt an das Gestern mit dem vielen Schnee unter dem es so lange hat warten müssen, denkt auch nicht an Morgen und die prophezeiten Starkregenfälle, die ihm das Leben schwer machen könnten. Sie sind im Jetzt und in diesem Moment in all ihrer Pracht für mich da. Jede Arve wird von mir begutachtet, ob sie blüht und streife ich über einen Ast mit Blüten, legt sich der feine Staub auf meine Hände und trage ihn mit mir mit.

Dieser Moment der Stille am Berg und in meinem Kopf ist magisch, fühlt sich an, als würde sich die Natur ausdehnen und ich mich mit ihr mit. Und dann mag ich gar nicht mehr weg gehen, doch die Stille in mir nehme ich mit ins Tal und nach Hause.

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Herz baden

Mit dem Herz auf dem richtigen Fleck

  • ob aus Holz gesägt und geschnitzt auf den langen Tischen, an der Hauswand oder auf dem Brunnen
  • ob aus Stein in den verschiedensten Ausführungen und Grössen durch die Kraft der Natur gestaltet
  • oder ob mit dem Rasenmäher in die Blumenwiese gemäht und der Schnitt ebenso in Herzform zusammengerecht –

das Herz ist sichtbar, wohin das Auge schaut.

Nach einer Weile wird die Kraft der anwesenden Herzen und der Umgebung fühlbar. Gastfreundschaft in seiner reinsten und unkompliziertesten Form, gelebte Naturverbundenheit über Generationen und sich der Verantwortung für den Erhalt der Natur bewusst, berichtet der tatkräftige Besitzer, dass einem hier oben nichts geschenkt wird,

voller Kreativität, Handwerkskunst und Liebe zu seinem Land ist sein Weg sein Ziel. Und seine Augen strahlen.

In aller Bescheidenheit ist Romerio ein Ort zum Wohlfühlen, Herz öffnen und in Frieden mit sich und der Welt sein. Ruhende, kraftvolle Bergriesen legen sich schützend ohne einzuengen, um einen herum.

Selbst die Mutterkuhherde mit ihrem Stier zeigt sich friedlich und offen für jeden, der ihre Welt respektiert.

Mit Yoga am Abend am Waldrand und am Morgen neben der Kirche bekommt der Sonnengruss einen tieferen Sinn und lässt einen tief verwurzelt gen Himmel wachsen.

Aufgetankt und seelig führt der Weg hinab nach Miralago am Poschiavo-See über den der Westwind stark bläst und das Rauschen der Wellen die Sehnsucht nach dem Meer stillt.

Zum Abschluss der Weg vorbei an zart-grünen Lärchen und vor Kraft strotzenden Arven Richtung Morteratsch-Gletscher. Seine vergängliche Erhabenheit und Schönheit lässt mich demütig werden, gegenüber all der Grossartigkeit und Lebendigkeit, die in jedem Herzen schlägt.

P.S. keine bezahlte Werbung. Sondern meine Begeisterung und mein Respekt gegenüber Menschen, die ihre Werte leben und sich treu bleiben.

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Auf und ab – immer wieder

Während den vergangenen, regenfreien Tagen schwebt der Duft von frisch gemähten Gras durch das Tal und wird in die verschiedensten Richtungen vom Wind verteilt. Der Wind, der noch immer die Kühle des Schnees in sich trägt.

Nur ein paar Tage war ich weg. Weg im Val Müstair und im Tessin. Der viele Regen hat die Natur, die mir Zuhause so sehr vertraut ist explodieren lassen.

Mein Ziel im Tessin war die 2. Schaukel zu entdecken und es wurde sooo viel mehr…..


Es fasziniert mich jedes Mal wieder, wie einfach es ist in diesem kleinen Land, sowohl die Jahreszeiten im Übergang, das Klima, als auch die Vegetation und natürlich auch die Sprache zu wechseln.

Innert wenigen Stunden kann ich rauf und runter wandern oder fahren und alles zeigt sich in einem neuen Bild.

Der vergangene Winter und der viele Schnee hat überall seine Spuren und Schäden hinterlassen.

Gelassen am Wasser sitzen. Polenta und Risotto geniessen mit einer warmen Jacke.

Auf dem Pizzo Zucchero weit über den Tälern schwingen und dem Kind in mir Raum und ein Strahlen schenken.

Einen winzigen Teil des Onsernonetals entdecken und Kröten beim Paarungskonzert lauschen.

Mit tiefer Gelassenheit und einem guten Gefühl nach Hause fahren.

Denn dort ist die Welt auch bunt und abwechslungsreich,

weil ich niemals aufhören werde, zwischen den Welten zu schaukeln, solange ich es kann.

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