Bayrisch Schlau

In Bayern sagt man, wenn ein Tag oder eine Begegnung mit einem unguten „etwas-stimmt-nicht“ Gefühl zurückbleibt: „es hat a Gschmackerl“.

So gehts mir mit dem Spitzmeilen.

Ein anderer Bayer, dessen Leben aus den Fugen geraten war, sagte:

„Setz di hi, schaug bleed und denk nach!“
Setz dich hin, schau dumm und denk nach!“

Lauferei

Lauferei

In einem Anfall von Grössenwahn habe ich mir die Spitzmeilen in den Kopf gesetzt. Dank Familie Google wohl wissend, dass der obere Teil anstrengend und für mich eine Herausforderung sein würde und dass ich 5 – 6 Stunden einplanen müsste.
Dann erzähle ich von meinem Vorhaben und setze mich damit unter Druck, denn geblufft wird nicht.
Je näher ich diesem markanten Berggipfel komme und den Grat sehe, auf dem ich entlang müsste, desto kleiner wird mein Ego und die Hürde immer grösser. Da hilfts auch nicht, wenn ich sehe, wieviele rauf und runter laufen. Ich muss wissen, was ich mir an diesem Tag zutrauen kann und ob meine Kondition reichen wird. Am Wissmeilenpass mein klares Nein, und gleichzeitig das dumpfe Gefühl mein Ziel heute nicht erreicht zu haben.
Andererseits weiss ich jetzt, was mich erwartet, welcher Weg unproblematischer sein könnte – muss es nicht, nur weil es aus der Ferne so aussieht.
Das letzte Stück durch die Gipfelspalte mit Fixseilen und Ketten würde ich alleine sowieso nicht machen wollen.
Und beim nächsten Mal bleibt die Zeit uneingeschränkt, kein Termin, der mich zu einem Tempo zwingt, das nicht meines ist.
Es ist schlauer auf seinem Weg „Stop“ zu sagen, wenn die Umstände und die Motivation nicht stimmen.
Denn es gibt eine neue Chance, mit einer geänderten Route, die einen das Ziel erreichen lässt. Erstrecht, wenn Kopf, Körper und Herz vereint „Ja“ dazu sagen.

Ein berühmter Bayer, Karl Valentin hat gesagt: „Mögen hätt ich schon wollen, aber dürfen habe ich mich nicht getraut“.

Servus
Erika

Über Erika

Mein Nachname ist Programm in meinem Leben. Immer in Bewegung, selten still, oft schweigend, mit offenen Augen das Leben und die Welt beobachten. Mit den Gedanken einen Schritt voraus und den Gefühlen einen Schritt hinterher. Immer öfter bewusst im Moment, häufig auf Reisen irgendwo zwischen Himmel und Erde, mit festen Boden unter den Füssen. Liebe die Berge und das Meer, brauche Bäume zum auftanken und das Meer zum loslassen. Was ich dabei erlebe, entdecke und beobachte - darüber schreibe ich.
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2 Antworten zu Bayrisch Schlau

  1. sabine kunz schreibt:

    Das war bayrisch sehr schlau! Gratuliere zum nicht gemachten Gipfel. Auf sein Gefühl zu hören verdient immer eine Gratulation. seis von jemand anderem oder von Dir selbst.

    Herzlichst!

    Sabine

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