Trekking von Lodge zu Lodge III – das Ziel Machu Picchu

Die ultimative Vorstellung für das Erreichen der Inka-Stadt Machu Picchu ist die Wanderung hinauf in den frühen Morgenstunden, um den mystischen, weltberühmten Berg im Licht der aufgehenden Sonne zu erleben.

Entsprechend enttäuscht zeigten sich unsere Gesichter, als wir am Abend zuvor den Zeitplan und den Ablauf mitgeteilt bekommen haben. Wir fahren mit dem Bus hoch. Ok.

 

Lauferei

Lauferei – Aguas Caliente menschenleer?

 

Es gibt verschiedene Wege Machu Picchu zu erreichen. Eine Wanderung führt durch das Sonnentor über die Bergflanke in die Ruinen. Ein Weg von Westen kommend ist derzeit gesperrt gewesen, wegen einem Erdrutsch, der den Weg zerstört hat und zuletzt, der Weg über viele, hunderte Stufen und an der Strasse entlang. Auf ihr fahren auch Unmengen Busse hinauf und dieser, ist definitiv die schlechteste Wahl.

In der Nacht hat es stark geregnet und am nächsten Morgen sind alle umliegenden Berge in dicke Wolken und Nebel gehüllt. Die Gesichter werden noch länger und entäuschter, allerdings haben wir es überhaupt nicht mehr eilig und bei der Schlange, die uns erwartet eine Geduld fördernde Erscheinung. Sobald die Busse starten, geht es Schlag auf Schlag. Jeder Platz wird besetzt und ab gehts nach oben. Zügig fahren die Busfahrer die kurvenreiche, trotz nächtlichen Regens staubige Strasse den Berg hinauf und spucken Touristen aus allen Ecken dieser Welt aus.

Lauferei es stehen alle in der Schlange zu den Bussen

Lauferei
es stehen alle in der Schlange zu den Bussen

 

Gemessen an den Menschenmassen, fühle ich mich ein bisschen wie bei Schloss Neuschwanstein oder auf dem Oktoberfest.  Doch alles läuft sehr ruhig und friedlich ab.

Lauferei Eingang zu Machu Picchu

Lauferei
Eingang zu Machu Picchu

 

Wir steuern direkt auf den Wayna Picchu zu und bewegen uns durch die vom Nebel verschleierten Ruinen. Er: „Vor lauter Nebel sieht man ja gar nix!“ und ich: „Gerade das ist ja das Schöne. Da werden deine Bilder noch mystischer. Schön-Wetter-Bilder kann ja jeder.“

Er: „Scheisswetter! Da sehen wir keinen Berg und nix!“ und ich: „Seit mehr als 10 Jahren träume ich davon hier zu sein. Du wirst doch nicht glauben, dass ich Machu Picchu nicht sehen werde! Der Nebel und die Wolken werden sich lichten und die Sonne wird kommen. Der Petrus is a Bayer!“ Er lacht mich aus. Ich lass ihn lachen…ich weiss es, ich vertraue und freu mich einfach…

 

Lauferei

Lauferei

Lauferei

Lauferei

Lauferei

Lauferei

 

Während des gesamten Trekkings sind wir nicht so schnell gelaufen. Wir müssen! Denn wir haben eine Eintrittszeit für Wayna Picchu, die in wenigen Minuten abläuft. Mit der Nummer 88 darf ich mich in das Eintrittsbuch eintragen und muss mich auch wieder bei verlassen austragen!

Der Aufstieg über gefühlte 2000 Stufen in unterschiedlichen Höhen und Tiefen, teilweise wirklich gefährlich schmal am Hang, dauert ca. 1 Stunde und wir alle schwitzen und schnaufen. Doch der Weg wird begleitet von zunehmend blauen Himmel und der Sonne, die dazwischen hervorblitzt.

Lauferei

Lauferei

Lauferei

Lauferei

Je weiter sich der Himmel für uns öffnet, desto grösser ist meine Freude und die Energie, die mich hinaufträgt. Und dann sind wir oben…und ich darf zuschauen, wie die Wolken verschwinden und mein Traum sich vor mir in seiner gesamten Schönheit offenbart.

Lauferei

Lauferei

Ein Erlebnis voller Zauber und Magie, als wollte der Berg mir sagen: „Schau her, hier bin ich!“

Lauferei

Lauferei

Lauferei

Lauferei

Und das ist der Moment, da sprudelt mein Herz über und Tränen fliessen…aus Freude, aus Dankbarkeit, aus Stolz und einfach weil ich hier bin, ein Traum wahr wurde und ich nicht einen Moment an mir, an dieser Reise und an meinem Glück gezweifelt habe.

Lauferei

Lauferei

 

Lauferei

Lauferei

 

Und solltest du einen Traum haben, glaube an ihn, trage deinen Teil dazu bei und achte auf das Leben, wie es dir einen Zufall und ein Puzzleteil nach dem anderen vor die Füsse fallen lässt. Heb sie auf, füge sie zusammen und gehe deinen Weg, deinem Traum entgegen.

 

Lauferei

Lauferei

Wir verweilen lange auf Wayna Picchu, es ist so ruhig hier und nur wenige Menschen sind um uns herum. Die gefühlten 2000 Stufen müssen wir auch wieder hinunter. Meine Knie sind heute noch traumatisiert. Uns kommen die nächsten Berggänger schwitzend und schnaufend auf den engen Treppen entgegen.

Das Rätsel um die Inka-Stadt Machu Picchu wird wohl niemals gelöst. Vielleicht ist das mit ein Grund, weshalb es so viele Menschen hierher zieht. Viele Fragen sind unbeantwortet und vielleicht suchen die Menschen hier oben die Klärung ihres eigenen Mysteriums, ihre Antworten… Man muss nur die richtigen Fragen stellen. Der Berg gibt dir seine Antworten und vieles klärt und beantwortet sich auf dem Weg hierher.

Plötzlich sind es mir zu viele Menschen und ich laufe zum Ausgang Richtung Bus, stelle mich in die Schlange und treffe auf unseren Guide und den Rest unserer Truppe.

Mit dem Zug fahren wir nach einem späten Mittagessen zurück Richtung Cusco. Die Fahrt, die Landschaft, der gesamte Rest des Tages rauscht an mir vorbei. Beseelt und ganz bei mir, lass ich mich nach Cusco schaukeln.

 

 

Über Erika

Mein Nachname ist Programm in meinem Leben. Immer in Bewegung, selten still, oft schweigend, mit offenen Augen das Leben und die Welt beobachten. Mit den Gedanken einen Schritt voraus und den Gefühlen einen Schritt hinterher. Immer öfter bewusst im Moment, häufig auf Reisen irgendwo zwischen Himmel und Erde, mit festen Boden unter den Füssen. Liebe die Berge und das Meer, brauche Bäume zum auftanken und das Meer zum loslassen. Was ich dabei erlebe, entdecke und beobachte - darüber schreibe ich.
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31 Antworten zu Trekking von Lodge zu Lodge III – das Ziel Machu Picchu

  1. Flohnmobil schreibt:

    Wie schön, dass sich dein Traum erfüllt hat.
    Den Vergleich mit Zermatt kann ich nachvollziehen, auch wenn ich noch nie länger als zum Umsteigen dort war. Solche touristischen Grossaufläufe sind mir eigentlich ein Gräuel, aber manchmal muss man sie halt über sich ergehen lassen.

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  2. allesistgut schreibt:

    Vielen lieben Dank, dass Du uns an Deinem sehr persönlichen Erlebnis hast teilhaben lassen. Dein Beitrag ist sehr inspirierend für mich.
    Liebe Grüße. 🙂

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  3. Arabella schreibt:

    Danke, das ich mitkommen durfte.

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  4. Arno von Rosen schreibt:

    Sagenhafte Bilder Erika – vielen Dank 🙂

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  5. ODIE schreibt:

    Hallo meine Liebe, da hast du recht mit deinem Blog-Namen „Lauferei“. Das sieht ganz schön anstrengend aus. Bin froh, dass ich nur virtuell mitgelaufen bin. Ein echt schöner Blog. Dafür bekommst du 4 von 4 Pfoten. GLG Odie

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  6. ☼Sigrid☼ schreibt:

    Wie wunderbar du erzählen kannst. Danke liebe Erika! Was hattest du doch für ein Glück, dass sich der Nebel doch noch verzogen hat. Petrus is jo vielleicht doch a Bayer 😀 wie du vermutest.
    Erstaunt bin ich, dass es da zugeht wie überall, wo die Touristen meinen unbedingt mal gewesen sein zu müssen, ob nun Neuschwanstein oder Machu Picchu. Wenn ich Berichte sehe, wie es heute in den Lagern rund um den Mount Everest ausschaut, dann empfinde ich das als dekadent. Wer heute erzählt, dass er wandern war auf der Schwäbischen Alb, der wird wahrscheinlich nur milde belächelt: Mir ist es egal.
    Jedenfalls freut es mich für dich, dass du dir deinen Traum erfüllen konntest und dir der Wettergott wohl gesonnen war. Danke für die beeindruckenden Fotos. LG Sigrd

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    • Erika schreibt:

      Liebe Sigrid, ich danke dir von Herzen. Ja, teilweise ist es echt schlimm, wie es zu und her geht. Mir sind schöne, friedliche Wege und Plätze viel lieber, egal wo. Diese Reise wird immer speziell für mich bleiben. Liebe Grüsse Erika

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  7. marliesgierls schreibt:

    Ach was war ich traurig, als ich den dicken Nebel sah, aber ich teilte Deine Hoffnung und siehe da, es wurde doch noch klar. Das wäre aber auch zu traurig gewesen, aber auch das muss man hinnehmen, Wie wunderbar, dass Du Dir Deinen Traum erfüllen konntest. Nun darf ein neuer einziehen, oder ist er schon da? Ich würde mich nicht wundern, wenn ich schon heute Nacht von Machu Picchu träumen würde, bei uns war es ja damals deutlich ruhiger, es fuhren zwar auch einige Busse hoch, aber ich denke, kein Vergleich zu heute. Aber das würe ich auch in Kauf nehmen.
    Liebe Grüße Marlies

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    • Erika schreibt:

      Liebe Marlies, du durftest dieses Land noch viel ursprünglicher erleben, als ich. Und doch…jederzeit wieder. Ein neuer Traum ist noch nicht da, aber ganz bestimmt fällt mir was schönes ein. Und dir wünsche ich eine gute Nacht mit einem wunderschönen Traum. Liebe Grüsse Erika

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  8. anettburri schreibt:

    Liebe Erika
    Herzlichen Dank fürs teilen dieser Eindrücke. Einfach wunderschöne Bilder trotz des Nebels. Liebe Grüsse Anett

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  9. kowkla123 schreibt:

    Liebe Erika, super schön, einen super Tag wünsche ich

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  10. Jürg schreibt:

    Hallo Erika hoffe dieser Kommentar (nach dem Test) kommt auch zu dir. Deine Trekking-Einträge waren wiederum super bebildert und geschrieben – auch die witzigen Passagen wie z.B. “ Outdoor-Pinkler werden bevorzugt von Moskitos behandelt“.
    Eine für mich völlig fremde Welt die ich nur aus dem Fernseher kenne – aber faszinierend.

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  11. Helga schreibt:

    Liebe Erika,
    ich habe gerade alle Deine letzten Beiträge auf`s Mal gelesen und mich gefreut:
    An den Bildern, Deinen Beschreibungen dazu, am Fernweh, das mich packt, wenn ich all das sehe.
    Und ja: Träume wahr werden lassen, dem Universum vertrauen, dass es die Dinge für einen einrichten wird…überhaupt immer wieder das Vertrauen ins Leben zu haben, das tut mir gut zu lesen, zu erinnern.

    Lieben Dank an Dich
    von
    Helga

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  12. geniesserle schreibt:

    Liebe Erika, ich freue mich für Dich, dass dein Traum wahr würde und Du so eine eindrückliche Reise gemacht hast! Ich hab‘ mir ehrlich gesagt gar nie überlegt, dass es am Machu P. sooo einen Ansturm gibt … man sieht immer nur die tollen Bilder 🙂 umso interessanter das einmal anders zu erfahren … ich habe natürlich Deine Reise auch verfolgt und freu mich, das gesund und munter wieder hier bist.
    Viele Grüße vom Bodensee, Britta

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    • Erika schreibt:

      Liebe Britta, herzlichen Dank und auch für deine Begleitung auf meiner Reise. Auf die Menschen war ich vorbereitet. Doch dieser Ort verliert seine Magie für mich dadurch nicht. Ich blende sie aus. Wie auf der Lindauer Hafen-Weihnacht. Geniessen, fühlen, riechen, schmecken…liebe Grüsse zurück an den schönen See und einen gemütlichen Abend. Erika

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  13. kowkla123 schreibt:

    herzliche Grüße am heutigen Tag

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  14. Die Zukunft gehört denen, die an die Wahrhaftigkeit ihrer Träume glauben…

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  15. zeilentiger schreibt:

    Wunderbare Fotos! Und da oben scheinen sich die Besuchermassen ja auch ein wenig zu zerstreuen. (Ich war beim Anblick der Fotos der Schlangen schon erschrocken.) Und sogar des mit dem Bayer hat offenbar gestimmt. 😉

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  16. wholelottarosie schreibt:

    Oh….wie wunderbar!
    Eine fantastische Tour und ganz bestimmt ein unvergeßliches Erlebnis.
    Atemberaubend.

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