Lauschen dürfen

Während wir in der Mittagssonne auf dem Bankerl vor der Hütte bei einem Glaserl Wein sitzen, hören wir durch das geöffnete Fenster das Blasmusikkonzert vom Oktoberfest in München.

Das Seniorenpaar, das seit Pfingsten an diesem friedlichen Ort den Sommer / Herbst verbringt, erzählt mir Geschichten von ihrem Besuch in München, dem Oktoberfest, der Jagd, von den Zeiten mit ihren Kindern im Winter, während über dem offenem Feuer, das nicht so recht brennen will, ein Topf mit Bündner Gerstensuppe hängt und kochen sollte.

Val Tschitta, Albula, Park Ela

Die Musik hat aufgehört und es ertönen Alphörner…

Gestern noch, am frühen Morgen….

Wieviel Glück darf ein Mensch haben, der seit Wochen dieses Datum gewählt hat, das Wetter perfekter nicht hätte sein können. Und wie bestellt, der Platzhirsch in seiner Fellfarbe der Dunkelste von all den majestätischen Hirschen, seine Herde von Ost nach West ins Jagd-Banngebiet treibt. Die Hirschbrunft ist ein Konzert, das das Herz höher schlagen lässt und alle Sinne wach und voller Begeisterung in diesem Moment versinken und lauschen.

Val Tschitta und Arven

Die Stunden verstreichen und die Herde wandelt den steilen, steinigen Hang hinauf. Bis einer nach dem anderen hinter dem Grat verschwunden ist und es sehr still wird in diesem Talkessel.

Das Bankerl steht vor einem Maiensäss (Ferienhaus) in einer kleinen, alten Siedlung bei Preda – Albula und ist der Eingang zu einem, mir bis anhin unbekannten Tal – Val Tschitta.

Der Weg dorthin führt durch einen Märchenwald mit Lärchen und Arven, begleitet vom Rauschen des Flusses.

Val Tschitta

Die Symphonien der Natur mit ihren Räumen der Stille, lassen mich mein Innerstes fühlen und meine Augen strahlen, wie die eines Kindes. Führen mich zu Menschen, die mit mir die Liebe zu den Wundern der Natur teilen. Es braucht keine Worte. Es ist ein verbindendes Gefühl der Glückseligkeit mit dem ich das Bankerl und die beiden Senioren verlasse, voll Dankbarkeit für das Lauschen dürfen.

Über Erika

Mein Nachname ist Programm in meinem Leben. Immer in Bewegung, selten still, oft schweigend, mit offenen Augen das Leben und die Welt beobachten. Mit den Gedanken einen Schritt voraus und den Gefühlen einen Schritt hinterher. Immer öfter bewusst im Moment, häufig auf Reisen irgendwo zwischen Himmel und Erde, mit festen Boden unter den Füssen. Liebe die Berge und das Meer, brauche Bäume zum auftanken und das Meer zum loslassen. Was ich dabei erlebe, entdecke und beobachte - darüber schreibe ich.
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6 Antworten zu Lauschen dürfen

  1. Arno von Rosen schreibt:

    Für einen solchen Anblick lasse ich das Oktoberfest zehn mal stehen, liebe Erika! Ih freue mich sehr über dein Kaiserwetter 🙂

    Gefällt 2 Personen

  2. Karin Kronreif schreibt:

    Sehr idyllisch liebe Erika…und sehr schön deine Begegnung am Bankerl 😍😍

    Gefällt 3 Personen

  3. Petra Venners schreibt:

    Die Beschaulichkeit der Berge, und die Stille, daran kann man
    sich nicht sattsehen und hören.

    Gefällt 3 Personen

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