Ostern

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Ich wünsche dir ein schönes, entspanntes Oster-Wochenende in angenehmer Gesellschaft.

Herzliche Grüsse

Erika

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Durch das Flussbett

über Jahre und Jahrzehnte, selbst über Generationen und Ahnenreihen hinweg wurde uns eingetrichtert: du musst stark sein, kämpfen, leiden, durchhalten, aushalten, ertragen und du schaffst das schon, das wird schon wieder…irgendwann.

Es ist in den Genen, in unserer Zellinformation, in unseren Glaubensmustern und in unserem Verhaltenscodex. Männer wie Frauen haben eine Mauer um sich herum aufgebaut, die schon seit Jahren, bedingt durch die Zeitqualität und der Zeit der Transformation pröckelt, Risse bekommt und früher oder später einbricht.

Eine Mauer, die uns schützen und behüten sollte, vor dem tiefen Seelen- und Herzschmerz. Nichts von alldem hat sie getan. Es hat uns voll erwischt, immer wieder. Doch gelebt haben wir ihn nicht, nur gesammelt, wie ein Messie oder ein Hamster, und eine dicke Schicht Heu und Illusionen darüber gelegt. Wenn ich nicht hinschaue, ist es nicht da. Siehst du mich? Ich seh dich nicht!

Die Illusion des Vergessens. Nichts ist vergessen, nichts verarbeitet, nichts verschwunden. Alles da und langsam vor sich hin broddelnd, bis es eines Tages hervorbricht.

Wie das Schmelz- und Regenwasser, das sich in einer unterirdischen Höhle ansammelt. Wenn genug Menge und Druck sich angesammelt hat, sucht und bahnt es sich einen Weg in die Freiheit. Um sich selbst wieder fliessen lassen zu können. Um sich selbst wieder fühlen und leben zu können. Aus der stehenden und sich sammelnden Wassermenge wird ein Fluss, der an irgendeiner Stelle zum Wasserfall wird und endlich seine Freiheit fühlen darf. Alles bricht auseinander, tosend und gewaltig, fällt ab und schlägt auf, fliesst weiter in einem Fluss oder einem Bach, bis es irgendwo in dem grossen Ozean der Welt in die Unendlichkeit fliesst und Teil eines Ganzen wird.

Irgendwo bricht immer eine Mauer ein, ganz versteckt. Beginnt der Schmerz zu fliessen, bricht Gewohnheiten und zerstört Systeme. Versteckt und unbemerkt kämpfen viele mit ihrem Mauerwerk und ihrem Wasserfall.

Die Medizin sagt Depression. Das Herz sagt: endlich. Die Seele sagt: dem Himmel sei dank und der Mensch sagt: was geschieht mit mir?

Alles darf sein! Der Mensch hat Angst vor seinen eigenen Tränen, vor seinem Schmerz, seiner Schwäche, seinen Ängsten und Unzulänglichkeiten. Der Mensch hat Angst davor in Augen zu blicken, in denen sich ein Wasserfall spiegelt und wendet sich ab.

Seiner wahren Stärke begegnen, bedingt durch das Flussbett seiner Schwächen zu gehen. Der Schmerz und die Tränen beleben dieses Flussbett und reinigen es. Nichts, wovor man sich fürchten müsste. Nichts, für das man sich schämen müsste.

Und doch fällt es uns so schwer. Früher oder später will das Wasser – das Leben – wieder ungehindert fliessen, in seiner jungfräulichen Reinheit, in seinem kindlichen Spiel dahintreiben und neue Ufer erreichen.

 

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Sowohl als auch

Lauferei

Lauferei

Hinten Sonnenschein und 19 C. Espresso in der Sonne.

Vorne dicke Wolken, Regen und die ersten Sturmböen. Lenkrad festhalten.

Dazwischen das schwächelnde Schönwettergebläse!

Der Sturm bläst den letzten Wintermief aus den Tälern und den Köpfen.

 

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Sonntag Linksrum…

Du kannst einen vertrauten Weg 100 Mal laufen und er wird jedes Mal ein anderer sein. Seine Erscheinung verändert sich im Wandel der Jahreszeiten und du bist auch nicht immer gleich.

Lauferei

Lauferei

Auf dem Weg zeigt sich dagewesenes, das du zuvor nie wahrgenommen hast oder es nicht konntest.

Lauferei

Lauferei

Ein fremder Weg, seine Abzweigung hast du schon oft gesehen, aber du bist ihn nie gegangen. Der entscheidende Impuls war nicht da.

Lauferei

Lauferei

Heute ist der Tag, du gehst einen neuen  Weg. Linksrum. Anfangs noch unsicher, machst du einen Schritt nach dem anderen. Du konzentrierst dich und nimmst die fremde Umgebung wahr.

Lauferei

Lauferei

Ein neuer Weg erfordert mehr Aufmerksamkeit und schenkt dir neue Perspektiven.

Lauferei

Lauferei

 

Lauferei

Lauferei

Neue Wege sind spannend und voller Überraschungen. Es muss die Zeit reif dafür sein.

Ich wünsche Dir eine schöne, friedliche und in sich fliessende Woche

Liebe Grüsse

Erika

 

Mehr Sonntagsfreuden bei Barbara auf http://www.sechziggradnord.blogspot.de

 

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Wütend….

Die Entscheidungen eines jeden Menschen kann ich akzeptieren. (mal mehr oder weniger gut) Inclusiv der Entscheidung aus dem Leben zu scheiden. Des Menschen Wille ist sein Himmelreich!

Und doch macht es mich so unendlich wütend! Wütend, weil so viele Menschen unter dieser Entscheidung leiden. Wütend, weil es für mich unvorstellbaren Mut braucht, aus dem Leben zu scheiden. Wütend, weil es noch viel mutiger ist, sich dem Leben zu stellen und all seinen Herausforderungen die Stirn zu bieten.

Wütend, weil der Scheidende nur an sich denkt, in seiner Verzweiflung und Ausweglosigkeit feststeckt, sich in einem Tunnel befindet und kein Licht am Ende sehen kann, will.

Aber meine Wut nimmt noch nie dagewesene Dimensionen an, wenn jemand ob geplant oder spontan beschliesst, seinem Leben ein Ende zu setzen und 149 Leben mitnimmt.

150 Familien, die innert Sekunden durch eine Entscheidung von unermesslichem und niemals heilenden Schmerz erfüllt werden.

Wütend, weil ich diesen Menschen und seine Beweggründe nicht verstehen will, nicht verstehen kann. Krankheit, Depression hin oder her.

Viel mehr möchte ich an alle Beteiligten Menschen denken, verbunden mit der Hoffnung, dass ihnen dieser Frühling und seine energiereiche Natur  Kraft schenken wird, dass sie im Laufe der Zeit lernen mit ihrer Wunde weiter zu leben, dass sie ihrer Wut und ihrem Schmerz freien Lauf lassen, so wie auch ich meine Wut frei laufe.

Leider ist es oftmals nicht möglich diese Welt und ihre Menschen zu verstehen. Wir müssen es akzeptieren und damit leben.

 

Lauferei

Lauferei

 

 

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Wahrer Reichtum…

ist die Welt in der ich leben darf und ich nehme dich mit….

auf den Weg hinauf zum Wasserfall…

Lauferei

Lauferei

…gut gefüllt mit Schmelzwasser….

Lauferei

Lauferei

Lauferei Märzenbecher

Lauferei

vorbei an der Wiese mit Märzenbechern, üppig arrangiert…

Lauferei

Lauferei

am Ziegenstall vorbeischauen, ob jemand zu Hause ist…

Lauferei

Lauferei

es hat Nachwuchs gegeben, der nicht still halten will…

Lauferei

Lauferei

noch frischen Bärlauch mitnehmen für den Salat heute Abend….

Lauferei

Lauferei

und einmal mehr sehen dürfen, dass die Natur den Menschen nicht braucht, wenn selbst auf einem Stück Wellblech ein Mini-Wald heranwächst.

Lauferei

Lauferei

Ein perfektes Paket Natur zur Frühlingszeit!

Ich wünsche euch eine schöne Woche

Liebe Grüsse Erika

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Nix ist fix oder doch?

Ein Dachfenster zum Himmel, dem ich all meine Träume und Wünsche übergeben könnte. Jede Nacht einen neuen Ausschnitt des Sternenhimmels sehen können und mir ihr flackerndes Leuchten helfen könnte, Antworten zu finden auf Fragen, die ich dem Universum und mir stelle….war mein Gedanke, als ich in diese Wohnung einzog.

Lauferei

Lauferei Richtung Süden

Eine Illusion zerplatzt, entschwunden in der Unendlichkeit und gleichzeitig eine unumstössliche Realität, die sich durch nichts verändern lässt. Das Dachfenster zum Himmel liegt gen Norden und Nacht für Nacht zeigt sich mir der Polarstern.

Der Polarstern ist der hellste Stern im Sternbild des kleinen Bären, und ein wichtiges Mittel zur Feststellung der geografischen Nordrichtung. Er steht das ganze Jahr über immer am gleichen Ort. Wunsch und Wirklichkeit könnten nicht weiter von einander entfernt sein, als in diesem Fall. Der Polarstern ist der einzige Fixpunkt in meinem Leben solange ich hier wohnen werde, alles andere ist der Veränderung und dem Wandel unterworfen.

Vor einem Monat habe ich mein Bett umgestellt, seither schlafe ich viel besser. Der Kopf im Norden, die Füsse im Süden. Meine Gedanken und Gefühle zeigen auch oftmals in unterschiedliche Himmelsrichtungen.

In der vergangenen Nacht war Tag- und Nachtgleiche und die Erdachse zeigt dann exakt auf den Polarstern. Durchschreitet die Sonne auf ihrem Weg entlang der Ekliptik (Umlauf der Sonne während 365,25 Tagen) den Himmelsäquator von Süd nach Nord, beginnt auf der Nordhalbkugel der Frühling. An diesem Tag 21. März geht die Sonne exakt im Osten auf und auch exakt im Westen unter.

Lauferei

Lauferei Richtung Norden

Es schenkt mir ein Gefühl von klarer Struktur zu wissen, dass ich zumindest in meinem Bett liegend im Lot bin und die Orientierung nicht verlieren kann. Denn über mir leuchtet ein Fixstern.

Heute Nacht werde ich ihn verdeckt durch Regenwolken nicht sehen können, aber ich weiss, er ist da!

 

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Lauffaul

Er war motiviert mit mir mitzukommen und dann leider nicht besonders „lauf-freudig“, mein Leih-Hund.

Lauferei

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Vermutlich stinkts ihm, dass er mit mir immer bergauf laufen muss. Aber so ist das nun mal in der Schweiz, es geht ständig irgendwo bergauf. Daran habe ich mich auch gewöhnen müssen. Aber auch wieder bergab, er wurde nicht schneller.

Lauferei

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Dabei bin ich mit ihm die schönen alten Alpwege zwischen Maienfeld und Jenins, ob Rofels gelaufen. Wie Rinnen ziehen sie sich durch die Wälder. Im Laufe der Jahre sind sie verwachsen, doch durch die Erhaltenen laufe ich sehr gerne.

Lauferei

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Mit etwas Phantasie kann man sich leicht vorstellen, wie vor vielen Jahren die Bauersfamilien mit Karren, Sack und Pack, sowie dem Vieh, die Wege hoch zur Alp gelaufen sind. Fast parallel verläuft heute eine Alpstrasse den Weg hinauf. Es wird nicht mehr lange dauern und dann pilgern Japaner und Chinesen, mit Sonnenhut und Schirm dort hinauf zu Heidi`s Alp. Ein „Heidi“-Themenweg führt vom Heidi-Dorf ob Maienfeld hinauf zur Alp. Im Sommer ist sie bewirtschaftet.

Lauferei

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Heute waren Mountain-Biker, Reiter und Wanderer unterwegs, und ich mit einem lauffaulen Hund.

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Liebe Grüsse

Erika

Lauferei

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„Gern geschehen“

Sie steht morgens auf, obwohl ihr der ganze Körper weh tut. Sie geht durch ihren Tag, ohne auch nur eine Sekunde an sich zu denken. Nur wenn sie Hunger oder Durst hat. Sie schaut gedankenverloren auf die Welt, während sie die Wäsche aufhängt oder einkaufen geht. Liest die Liste durch und greift automatisch in die Regale. Das Portemonnaie leert sich und wie zahlt sie die nächsten Rechnungen? Der Korb mit der Bügelwäsche füllt sich und der Staubsauger steht in der Ecke, wartend. Sie geht zur Arbeit, lächelt, obwohl ihr zum weinen zumute wäre. Sie nimmt die Ordner unter den Arm und würde selbst so gerne getragen werden. Feierabend und die Gedanken eilen voraus. Nichts mehr müssen müssen…

Ein Kollege erzählt ihr seine Geschichte, sie hört zu, tröstet, lächelt. An der Strassenecke fällt jemanden die Einkaufstasche zu Boden. Sie bückt sich und hilft die Ware einzusammeln. Jemand schnappt ihr den letzten Parkplatz weg, sie schaut enttäuscht zu dem anderen Autofahrer und dreht noch eine Runde um den Block. Die Tanknadel steht auf Reserve.
Sie läuft schon lange auf Reserve. Noch schnell zur Tankstelle oder doch lieber nach Hause?
Sie verbrennt sich die Hand am Backofen. Die Waschmaschine läuft im Schleudergang. Wie ihr Leben, aus dem sie keiner raus holt.
Sie hört das Geplapper ihrer Familie, die Türen die geöffnet und geschlossen werden, wünscht allen eine gute Nacht und holt sich das Bügelbrett.
Fernseher aus, Radio aus, Computer aus. Bügeleisen an….
Gedankenverloren nimmt sie sich ein Wäschestück nach dem anderen, durch das geöffnete Fenster dringen die Geräusche der Nacht, ein Lachen, eine Autotür die zugeschlagen wird, ein Hund der bellt. Ihr Wäschehaufen wird kleiner, aber nicht ihre Last.
Sie stellt das Bügeleisen ab, verräumt das Bügelbrett, trägt die Wäsche ins Schlafzimmer, schaut auf ihr Bett in das sie am liebsten fallen würde. Die Spülmaschine noch einschalten, das Licht im Wohnzimmer ausschalten. Die Katze hereinlassen. Sie schenkt sich ein Glas Rotwein ein, setzt sich auf ihren Balkon und atmet tief ein und aus. Tränen fliessen über ihre Wange, ganz leise, ohne Klagen. Die Katze streift um ihre Beine, sie krault sie am Kopf.
Das war`s für Heute. Morgen fängt sie wieder an. Ihr Körper tut weh. Sie wird lächeln und dem Leben die Hand reichen. Sie wird ihre Arbeit erledigen und ihre Aufgaben erfüllen.
Und auch wenn sie schon längst nicht mehr kann, wird sie mit liebevollen Augen in die Welt schauen, und hoffen, dass sie eines Tages weniger müde, weniger Schmerzen und Sorgen haben wird. Und irgendwann wird jemand DANKE sagen. Und sie wird lächeln und sagen: „Gern geschehen!“

Sie wird nicht aufgeben, sie wird immer Kraft haben, Mut, Glaube, Hoffnung und ein Lächeln. Der Raum, in dem sie schwach und verloren sein darf, ist klein und gehört nur ihr.

An alle starken Frauen, egal wo ihr in eurem Leben gerade steht: ihr seid phantastisch!

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Harte einheimische Schale

Vor einer Woche habe ich ihn beobachtet, wie er im Pulverschnee den Hang hinunter schwingt. So schön…. Später hat er mich beim Aufstieg überholt und ein kurzer Wortwechsel. Er ist sicher über 60 Jahre alt, hat die tiefen, markanten Gesichtszüge eines Berglers mit kräftiger, sehniger Statur. Er läuft den Berg hoch, wie eine Maschine – dynamisch und auf Zug. Dagegen bin ich ein handbetriebener Rasenmäher.

Lauferei

Lauferei

Heute waren die Schneeverhältnisse nicht einfach – mein verhasster Bruch-Harsch = ist die harte, oberste Schneeschicht, die einbricht bei der geringsten Belastung und die Skier verreißt. Aber….ich hatte einen guten Lehrmeister und habe gut aufgepasst, nach welchen Kriterien er den Hang für die Abfahrt wählt. Sonneneinstrahlung – Dauer – Schatten – Himmelsrichtung usw. Ich bin in einen schattigen Hang und habe meinen Pulver gefunden. Weiter unten wurde der Schnee steinhart durch die starke Sonneneinstrahlung und es lief wunderbar. Bruch-Harsch umfahren – cleveres Kind!

Während meinem Zwischenstopp in Fursch, eine sehr sympathische Hütte mit selbstgemachten Kuchen, kommt er auch angefahren. Er braucht einen Moment, bis er mich wieder erkennt. Ich zeige ihm eine Spur am gegenüberliegendem Hang und frage ihn, ob es seine sei. Ja, und er freut sich sichtlich. Seine Spur erkennt man sofort, gleichmäßig in Perfektion, unabhängig von der Steilheit des Hanges. Heute ist er gesprächiger… Und ich bekomme ein anerkennendes Nicken für meine Abfahrtsroute. Und er gibt mir noch einen Tipp für das nächste Mal, wenn es noch wärmer wird und ich Sulzschnee fahren möchte.

Manche harte Schale lässt sich nicht beim 1. Mal knacken.

 

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