Spitzmeilen – 81 m unterhalb

An diesem Sonntag wäre ich liebend gerne noch liegen geblieben. Es soll der 3. regenfreie Tag in diesem Sommer werden und tatsächlich begrüsst mich ein strahlendblauer Himmel und wunderschöner Morgen. Die Faulheit hat keine Chance und schon gar nicht, weil ich am Samstag hinausposaunt habe, dass ich zur Spitzmeilen 2501 m.ü.M. will.

Lauferei

Lauferei Walensee

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Von Flums-Tannenboden gehts mit der Gondelbahn hinauf auf den Maschgenkamm und von dort auf dem Zigerweg – über Calans – Richtung Spitzmeilenhütte SAC bis zum Schild Spitzmeilen. Ab da wird der Weg stetig steiler bis zu einem grossen Felshaufen. Ich hab so gar keine Lust über die Felsen zu krabbeln. Ich suche mir einen Platz um Brotzeit zu machen. Allerdings wohnt hier schon jemand bzw. ich kann gerade noch seinen roten Hintern und langen buschigen Schwanz sehen. Füchse sind neugierig. Ich bleibe ruhig stehen und warte. Es dauert nicht lange, da steht er weiter oberhalb auf einem Felsvorsprung und schaut frech zu mir runter. Es muss ein altes Tier sein, denn seine rote Maske wird von grauweissen Haaren umsäumt. Als Dank für seine Gastfreundschaft lasse ich ihm a bisserl Brotzeit da. Er wird sie schon finden…er ist schlau.

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„Es wäre ja schon interessant zu wissen, wie es hinter diesem Berg aussieht….Komm schon, das schaffst du!“ Also krabbel ich über die Felsen – es stand nirgends geschrieben, dass man links von dem Felshaufen auf einem guten Weg entlanglaufen könnte- und es wird wieder steiler. Es reift mein Entschluss den Grat zum Spitzmeilen nicht zu gehen.

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Am Wissmeilenpass 2420 m.ü.M angekommen, werde ich mit einer phantastischen Aussicht auf die Glarner Alpen und Richtung Zürich belohnt. Es ist sehr kalt und windig. Deshalb mache ich mich schnell auf den Rückweg und freue mich auf die Spitzmeilenhütte und auf eine Tasse Cafe. Vorbei am Madseeli ist es wunderschön hier und ich beschliesse, beim nächsten Mal die linke Flanke  zum Spitzmeilen zu nehmen. Sie sieht breiter und weniger felsig aus.

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Von der Spitzmeilenhütte wähle ich den Rückweg über die Alp Fursch Richtung Maschgenkamm. Man kann auch den gleichen Weg wieder zurücklaufen. Mein Weg geht erstmal ziemlich abwärts, um dann wieder stetig aufwärts zu führen. Das letzte Stück kostet die letzte Energie, da fehlt mir der Teil meiner Brotzeit, den der Fuchs bekommen hat.

Es ist eine sehr schöne, lange Wanderung mit vielen Variationsmöglichkeiten durch eine wundervolle Landschaft und mit phantastischen Ausblicken. Der Rundweg beansprucht durch sein zahlreiches Auf und Ab sämtliche Muskeln. Oder es lag daran, dass sich mein Kopf und mein Körper an diesem Tag nicht einig waren.  Zum Maschgenkammrestaurant im 2. Stock habe ich den Aufzug genommen, meinen Beinen zuliebe.

Am Abend stand das Walensee-Musical „My fair Lady“ auf dem Programm und ich dachte mit Erleichterung daran, dass unsere Plätze in Reihe 7 sein sollten. Nach 6 Stunden in meinen Wanderschuhen geniesse ich zuvor das Gefühl, frisch geduscht und barfuss auf meinem Steinboden zu laufen.

Auf bald

Erika

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Dirndl

In einem Monat beginnt das Münchner Oktoberfest und ich bin überzeugt, dass einige bereits mit der Auswahl ihres Outfits beschäftigt sind. Die Popularität zum Oktoberfest Tracht zu tragen, hat in den vergangenen Jahren kometenhaft zugenommen.
Dabei zeigt sich auch, dass die Auffassung von Tracht, Dirndl und Lederhosen in Form, Muster, Stil und Präsentation nicht unterschiedlicher und bunter sein können, die uns dann direkt vor Ort, im TV oder der Presse präsentiert werden. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt und mit etwas Mut lässt sich alles tragen.

Leider musste ich vor einer Woche erleben, dass viele Ausländer mutiger sind, um in eine für sie fremde Tracht zu steigen und sich zu amüsieren, als für Frauen, die mitten im Leben stehen und denen die alpenländische Mode / Tracht vertrauter sein sollte.
Es hat mich einerseits schockiert und andererseits betroffen gemacht, wieviele Frauen sich abwertend über sich geäussert haben. Sind sie sich dessen bewusst, dass diese Haltung ihr tägliches Leben begleitet?

„Dafür bin ich viel zu dick, in so ein Kleid passe ich gar nicht rein“
Ich schaue in ihr Gesicht und sehe warme, braune Augen, aus denen die Lebensfreude strahlt, runde Backen mit reiner, zarter Haut. Braune Haare umrahmen ihr wunderschönes, fröhliches Gesicht. Sie hat eine weibliche Figur mit einer schönen Taille. Am liebsten hätte ich sie an der Hand genommen, sie in ein Dirndl gezaubert, das im Schnitt und in der Farbe zu ihr passen würde und sie solange vor dem Spiegel stehen gelassen, bis sie anerkennen würde, dass sie eine perfekte, faszinierende Frau ist.
Ein Ehemann hielt ein Dirndl in der Hand und sagte zu seiner Frau: „Das würde dir sehr gut stehen.“ Ich sah an seiner Begeisterung, wie gerne er seine Frau in diesem Kleid sehen würde. Sie realisierte ihn gar nicht, sondern winkte nur ab. Sie wollte nicht als schöne Frau gesehen werden.
Wie gerne wäre ich an diesem einen Tag eine Zauberin gewesen.

Ich bin mir durchaus bewusst, dass nicht jede Frau mit einem gesunden Körperbewusstsein gesegnet ist, dass sie Mühe hat mit ihrer Weiblichkeit, sich selbst gegenüber und vor allem, sich nach Aussen zu zeigen. Ich selbst habe mein Bewusstsein gegenüber meinem Körper entwickeln lassen dürfen und bin immer noch dran. Einerseits ist es meine Neugierde, andererseits gab und gibt es Menschen – Frauen – die es mir vorleben, die mich schubsen und dann die Männer, die mir durch ihre Aussagen und ihr Verhalten als Resonanzboden dienen. Meine grösste Hürde ist das kleine Schwarze und Highheels. Da ich schlichtweg davon ausgehe, dass ich mir dort oben das Genick breche.

Ein Dirndl ist ein Zauberkleid. Es gibt für jede Frau und jede Figur den passenden Schnitt, der ihr Vorzüge hervorhebt und ihre Schwachstellen kaschiert. Ein Dirndl macht aus jeder Frau, ob sportlich, burschikos, klein, gross, dick, dünn, elegant, kräftig, zierlich, hell, dunkel, eine wunderschöne, faszinierende Frau, die sich vor nichts und niemanden zu verstecken braucht!
Ein Dirndl zaubert all jene Vorzüge einer Frau hervor, die in ihr schlummern und vielleicht noch nicht entdeckt wurden.

Zu all dem ist ein Dirndl zu allen Gelegenheiten tragbar, es ist bequem und zeitlos.
Es ist immer einen Versuch wert, sich in eine Schale zu werfen, auch wenn einem diese noch so fremd erscheint. Probiert es doch einfach mal aus! Seid mutig und neugierig. Dirndl gibt es inzwischen an jeder Ecke, in vielen Varianten und Preisen zu kaufen. Und wer sich den Luxus gönnen möchte, ein massgeschneidertes Dirndl besitzen zu wollen, dem kann ich mit der Adresse meiner Freundin Ruth gerne weiterhelfen. Sie schneidert österreichische Dirndl nach traditionellen Schnitten und Techniken. Melde dich bei mir.
Ich bin überzeugt, es gibt mehr „fesche Dirndl“, als ich an einem Tag zaubern könnte.

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Hätte ich einen Wunsch frei, würde ich mir wünschen, dass jede Frau das Vertrauen tief in sich fühlt und lebt, so wie sie ist perfekt und einzigartig zu sein.

Servus
Erika

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Wechselhaft – oben und unten

Der Tag beginnt mit Regen, viele dicke Wolken, dann Sonnenschein und endet mit Regen. Mal warm, mal kalt.
Ja, wir alle wünschen uns endlich ein paar Tage Sonne und warme Temperaturen. Wir alle haben genug davon und doch liegt es nicht in unserer Macht es zu ändern!
Ich habe mindestens 6 Topfpflanzen auf meinem Balkon entfernt, denn sie konnten nicht schwimmen. Als Ersatz gibt’s Sternenmoos, es hat gerne feucht – heisst es. Dafür blüht mein Kaktus!

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Dieses wechselhafte Spiel zaubert die faszinierendsten Phänomene in den Himmel.

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Ein Tag kann mit Tränen beginnen, du machst deinen Job, du erfüllst deine Termine, du führst Gespräche, du lachst, du schweigst, du hörst zu, du sagst deine Meinung, du fühlst und auf dem Weg nach Hause bist du zufrieden mit deinem Tag.
Ein Tag kann mit Tränen enden, wenn der Himmel einen wunderschönen Regenbogen hervorzaubert, als wollte er dir sagen: „Alles ist gut, so wie es ist“. So bunt, strahlend und kräftig, wie dein Leben. Freudentränen und Dankbarkeit.

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Das Leben ist wechselhaft und macht keine Fehler.
Was sich Petrus (Wetterbeauftragter) dabei denkt, ist ein Rätsel.
Scheinbar versteht das nur mein Kaktus!

Verregnete Grüsse
Erika

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Fragen?

Fragen, die sich meine Leser stellen – könnten:

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Weshalb ist sie nicht bei Facebook?
Es ist mir nicht sympathisch und der Begriff „Freundschaft“ viel zu wichtig für mein Leben, als das ich ihn leichtfertig einsetzen würde. Ich bin davon überzeugt, dass mich die Menschen finden werden, die zu mir und meinem Blog gehören.
Ich freue mich über jeden Follower und jeden Kommentar wie ein kleines Kind, denn mein Oki (innerer Zweifler) sitzt auf der Schulter und macht ein dummes Gesicht.

Weshalb gibt es keine Koch-Rezepte?
Kochen und Ich!
Nach über 20 Jahren Tätigkeit in der Gastronomie, einer langjährigen Beziehung mit einem ausgezeichneten Koch, Köchen im Freundeskreis, mein Bruder ist Koch – überlasse ich dieses Feld jenen, die es wahrhaftig können und lieben. Ich bekomme Stresspickel, wenn 2 Töpfe auf dem Herd stehen und einer davon aus der Reihe tanzt.

Weshalb kein DIY?
Ich habe eine linke und eine rechte Hand und kann sie wunderbar vielseitig einsetzen. Bei der Geduld mit der Futzelei scheitere ich kläglich.

Wo ist sie überall unterwegs?
Irgendwo in meiner Ahnengalerie muss sich Zigeunerblut eingeschlichen haben und kommt in mir zum Ausbruch. Viel zu neugierig, spontan und voller Ideen ist der einzige Grenzstein mein nicht vorhandenes Vermögen.
Die Reise zu mir Selbst kennt keine Begrenzungen, ausgenommen jenen, die ich mir selbst auferlege. Dieser Weg ist der spannendste, abwechslungsreichste und sehr oft der Härteste, mit den schönsten Glücksgefühlen.

Was wäre noch interessant zu wissen?
Von der 40plus muss ich mich auch mal verabschieden und stürze mich in die sagenhaften Fifties.
Ich bin in Bayern aufgewachsen und lebe inzwischen länger in der Schweiz, als ich in Deutschland gelebt habe.
Wohin mich mein Weg führt, würde ich gerne wissen! Langweilig wird’s sicher nicht.

Ich hoffe, hiermit gedient zu haben und seid herzlichst gegrüsst
Erika

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Tierische Belohnung

Wanderungen sind eine Wohltat für den Körper und die Kondition, wenn das Herz bis zu den Ohren schlägt,
die Kapazität der Lunge am Limit angekommen ist, die Schweissporen sprudeln, die Beine kaum mehr spürbar sind und der steile Weg nicht enden will.
Wanderungen lüften auch den Kopf aus, da wie zuvor beschrieben der Körper mit überleben beschäftigt ist und keine Energie für dumme Gedanken bleibt. So ist es mir bis vor ca. 5/6 Jahren ergangen. Es war oftmals eine Qual, aber was tut man nicht alles aus Liebe? Mit zunehmenden sportlichen Aktivitäten steigert sich die Kondition und mit der Zeit entsteht Freude an der Bewegung und dem Naturerlebnis. Ich musste lernen, meinen Rhythmus und mein Tempo zu finden und ihnen treu zu bleiben. Die schnellste werde ich niemals sein, weil ich Blümchen schauen muss, die Wiesen und Hänge nach Tieren absuche und ich manchmal über Pilze stolpere. Doch bin ich mal unterwegs und mein Motor läuft, wird jede Wanderung zu einer Bereicherung für meinen Körper, meinen Geist und meiner Seele. Und inzwischen gehören diese Wanderzeiten in den Bergen zu meinem Leben. Da ich eine grosse Auswahl um mich herum habe, kann ich nach Lust und Laune meine Strecke aussuchen und meine gewohnten Pfade durch Neuentdeckungen ergänzen.

In den vergangenen Jahren durfte ich an verschiedenen Orten die Tiere der Alpen entdecken und so manche Spezies konnte ich fotografieren. Meine Lieblinge sind die Murmeltiere. Den Jungtieren beim ausgelassenem Spiel zuschauen oder wie sie genüsslich in der Sonne baden, bis zu dem Moment, da der Oberpolizist pfeift. Mehrere Pfiffe bedeuten Angriff vom Boden, ein Pfiff – Angriff aus der Luft. Manchmal pfeifen sie gar nicht, weil da kommt ja nur Erika. Sind sie erst mal in ihren Löchern verschwunden, braucht es viel Geduld bis sie wieder auftauchen.

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Es gibt Plätze, wie z. B. im Naturschutzgebiet Vanil Noir, an denen man Steinbockkolonien bestaunen kann. Steinböcken kann man dort sehr nah kommen, denn sie wissen um ihre Unversehrtheit. Gemsen sind extrem scheu und entsprechend schnell verschwunden. Rehe sehe ich meistens an der Autobahn. Hirsche durfte ich bisher nur im Val Müstair / Graubünden entdecken. Dazu gesellen sich all die anderen Haus- und Hof-Tiere vom Wollschwein bis zum Esel. Über jede einzelne Begegnung freue ich mich und nehme diese tierische Belohnung für manch mühsamen Weg herzlich gerne an.

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Mein fauler Schweinehund könnte hier argumentieren: „all das kannst du dir im Zoo anschauen, ohne Anstrengung!“
Und ich antworte ihm: „Nein, nicht mit mir!“ Denn schon eine Weile mache ich mich auf Wanderschaft aus Liebe zu mir.

Herzlichst
Erika

Bilder sind entstanden in Sennis /Walenstadt,
Geltenhütte Lauenen, Vanil Noir, St. Antönien, Felsentor /Weggis

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Sicherheit

Es gibt sie schlichtweg nicht! Nicht einmal dann, wenn wir masslos erfinderisch sind. Es gibt keine Sicherheit, weder für unsere berufliche Existenz, unser Dach über dem Kopf, unser Geld auf dem Konto (für jene die es unter dem Kopfkissen haben: es gibt geldfressende Bettwanzen). Wir können uns einen Partner aussuchen, der uns vermeintlich Sicherheit vermittelt, um dann früher oder später an dieser unlösbaren Aufgabe zu scheitern. Ein sicheres Auftreten kann ins schwanken geraten, ein gesicherter Parkplatz kann von einem frechen Mitmenschen in Beschlag genommen werden, selbst ein durch Seil und Anker gesichertes Segelschiff kann durch starken Wind und Wellengang gelöst werden.
Kann ich mir selbst sicher sein? Wie oft überraschen wir uns selbst durch unsere Taten, Worte und Gefühle?
Das Einzige sichere im Leben, das es eines Tages enden wird.

Und was jetzt?
Vertrauen zu sich selbst. Vertraust du dir?

Am Wochenende habe ich einer Freundin auf einem Dorfmarkt geholfen. Unser Wunsch war bescheiden: Hauptsache trocken.
Morgens um 4 Uhr wurde ich vom heftigen Regen geweckt und dachte nur „Oh, nein!“
Kurz vor Aufbruch zum Markt hat mir mein Bauch erzählt: Vertraue!
Meine kurze Hose habe ich schnell gewechselt, weil es zu kalt, aber trocken war. Ab Mittag hatten wir einen wolkigen, sonnigen und warmen Markttag. Alles Bestens und mein Vertrauen wurde belohnt.
Was ich gemacht hätte, wenn es den ganzen Tag geregnet hätte?
Sicherlich nicht mit dem Leben gehadert. Ich hätte meine hohen Wanderschuhe angezogen, damit die auch mal endlich wieder sauber werden.
Leben ist nicht das was uns passiert, sonder was wir daraus machen, während es passiert. Wir uns und unserem Leben Vertrauen entgegen bringen, dass wir allen Wetterfronten und jedem steinigen Weg gewachsen sind.
Wie dieser kleine Spatz, der in Hergiswil am Vierwaldstättersee mit mir ein Gipfeli gefrühstückt hat.

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Danke schön, in dein Vertrauen und dein Hier sein.
Erika

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Lieblingsplatz

Nein, ich war nicht verreist.
Ich sitze auf meinem Lieblingsplatz und schaue dem Regen zu, wie er kommt und geht. Sehr entspannend, so lange ich nicht raus muss…..Sollte es Sie interessieren: meine Blase ist für ausgiebige Regentage „in good shape“. Wenn es dann doch mal sein muss, bekomme ich einen Regenmantel angezogen. Meine Begeisterung hierfür hält sich in Grenzen. Denn meine Füsse werden trotzdem nass. Ein Mops mit Gummistiefeln?
An den heissen Tagen liege ich lieber auf dem Steinboden, er kühlt so schön mein Bäuchlein.
Der Mensch sagt, ich liege da wie ein Frosch. Macht der Mensch das nicht auch? Alle Viere von sich strecken?

Auf meinem Lieblingsplatz kann ich herrlich dösen, träumen, beobachten was sich regt – auch wenn sich nichts regt.

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Der Mensch sagt: „Eine schöne Aussicht ist die halbe Miete“.
Von hier aus habe ich alles im Blick.
Es ist meine Poleposition und ich kann starten, sobald sich unerwartet die Schranktüre öffnet, hinter der sich meine Leckerli`s befinden.
Dumm nur, wenn die Beine zu kurz sind, um den schönen Platz zu erreichen, geschweige denn, ihn wieder verlassen zu können.

Haben die Menschen zu kurze Beine nehmen sie Treppen.

ICH habe eine bequemere Variante: mein Mensch!

Servus
Angelique

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Guscha, ich komme!

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Jeden Tag sehe ich sie – die Guscha 2132 m.ü.M. Ohne grosse Vorbereitungen und Diskussionen war heute der perfekte Tag, um auf die Guscha hoch zu laufen.

Nach Flums zweigt die Strasse links ab Richtung Kleinberg, Bergbahn Schönhalden. Ein eher altertümliches Gondelbahnmodell bringt einen hoch zum Berggasthaus Schönhalden. Von hier aus führt der Wanderweg direkt hoch Richtung Guscha. Ich hatte mir vorgenommen den Rundweg zu laufen. Rechts weg über den Grat. Doch kurz nach der Abzweigung verliere ich mich im Gestrüpp und Wegewirrwarr und lande auf dem breiten Wanderweg auf dem ich eigentlich zurück wollte. Da ich jetzt schon mal hier bin, laufe ich ihn weiter. Die Zeitangabe war 1 Std. 40 min, 20 Minuten länger als der direkte Weg. Na ja, wer weiss, wofür es gut ist.
Der Weg ist gemütlich bis zur Alp Mädems. Dort führt der Aufstieg über die Flanke Chammhütli. Es wird anstrengender.
Hier amüsieren sich nicht Bündner Steinböcke über meine mangelnde Kondition, sondern St. Galler Braunvieh in grosser Menge.

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Nach dem Chammhütli gehts steil hoch auf den Gratweg vom Vorderchamm Richtung Guscha. Es ist einfach nur wundervoll hier oben. Einmal um die eigene Achse drehen und die ganze Welt liegt einem zu Füssen.

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Ein schöner breiter Weg auf dem Grat, mal rauf, mal runter bringt mich zur Guscha. Ich trage mich ins Gipfelbuch ein und geniesse den Ausblick und den Frieden hier oben. „Servus Guscha, ich bin jetzt auch da und setz mich auf dir nieder“

Zurück gehe ich den direkten, steileren Weg. Schmal schlängelt er sich den Berg hinunter. Zweige dann rechts ab und gehe querfeldein zurück auf meinen Hinweg, der mich nochmals an den Heidelbeersträuchern vorbeiführt, die hier erstaunlich voll hängen.
Die beiden Senioren, die ich zu Beginn meines Weges getroffen hatte, sind noch immer am Heidelbeeren sammeln. Sie erklärt mir, dass es bei ihnen Familientradition ist, ein Z`Vieri aus Heidelbeeren zu machen mit geröstetem Mehl, zermanschten Heidelbeeren, Milch und Zucker. Herrlich erfrischend, schwärmt sie. Und sie sagt, für sie ist das Einsammeln meditativ und strahlt mich an.
Ich kehre zurück zum Berggasthaus Schönhalden zu Cafe und Kuchen, fahre mit der Bahn wieder runter und bin glücklich und zufrieden über meine Rundtour gegen den Uhrzeigersinn, statt mit dem Uhrzeiger.
Denn durch die starken Niederschläge und das fleissige Beackern der Wiesen durch die Vierbeiner auf dem obersten Weg ist es leichter hinauf zu laufen, denn hinunter hätte es mich sicher gepflanzt. Und Kuhmist ist unter anderem sehr anhänglich.
Der längere Weg war hier der Klügere.

Zu hause schaue ich zur Guscha hinauf und sie ist mir vertrauter.

Herzliche Grüsse
Erika

Wanderzeit Rundtour ca. 4 Std. incl. Beeren essen und Pause
Hohe Wanderschuhe mit und ohne Matsch

Bergbahn Schönhalden fährt jeweils zur vollen und halben Stunde und ab 4 Personen.
http://www.schoenhalden.ch

Z`Vieri = Brotzeit am Nachmittag

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Donnergott und Nebelgeister

Manchmal überkommt einen aus heiterem Himmel eine Unruhe, Nervosität und Aggression, ohne dies konkret zuordnen zu können. Zum aus der Haut fahren oder mal kräftig gegen einen Sandsack schlagen. Meist bekommt unser Gefühl und unsere Energie der Nächstbeste ab, der uns über den Weg läuft. Selten gehen wir der Ursache auf den Grund, denn einmal am Mitmenschen entladen oder durch heftige Geschäftigkeit überspielt, verschwindet das Gefühl zunächst. Ein emotionales Gewitter hat sich angekündigt und ist durch Missachtung hinter dem Berg verschwunden. Es kommt wieder…

Diesen Sommer gab es bereits gefühlte 122 Gewitter. Meine Faszination für sie ist ungebrochen. Als ich ein kleines Mädchen war, sagte meine Oma zu mir: „Es ist nur ein Blitz und ein Donner. Zähl den Abstand zwischen ihnen und du weisst, wie nah das Gewitter ist.“ Da ich so mit zählen beschäftigt war, ist es mir nie in den Sinn gekommen, Angst davor zu haben. Das ist bis heute so.

Während einem Gewitter in den Bergen fühle ich mich dem Donner und dem Blitz fühlbar näher, als im Flachland. Die wechselnden Wetterfronten erscheinen einem noch direkter und schneller.

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All die imposanten Berggipfel verschwinden im Nebel, es wird grau und fast schon dunkel. Der Donner kracht zwischen zwei Berge und hallt wider. In der Verschleierung erhält die Natur eine tiefe, dröhnende Stimme. Blitze durchzucken die Nebelwand. Unbeschreibliche Wucht und Energie! Sturmböen erhöhen die Schlagkraft, mit der die Regentropfen alles tränken.

Ich schaue dem Schauspiel zu und mich überschüttet eine Gänsehaut nach der Anderen. Wie klein und unscheinbar sind wir inmitten diesem Meisterwerk der Natur?

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Zieht die Gewitterfront vorbei und teilt sich der Himmel in 2 Kulissen, eine Dunkle und eine Helle, tauchen die Berggipfel wieder frischgewaschen und klar auf, hängen noch vereinzelte Restwolken zwischen den Bergtälern, strahlt die Sonne bereits die ersten Hänge, Wälder und Wiesen wieder an, hat sich die Luft merklich abgekühlt und erfrischt, suche ich den Himmel nach einem Regenbogen ab…schwindet langsam der Zauber, doch seine Magie bleibt.

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Am nächsten Morgen hat die Erde IHN hervorgezaubert und stand am Rande meines Weges. Diesen Sommer habe ich gefühlte 5 Steinpilze gefunden und ich freue mich über jeden Einzelnen wie ein Kind.

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Die Kindheit im Herzen und der Glaube an Donnergötter, Nebelgeister und Waldzwerge habe ich nicht verloren.

Im Gewitter stehen zu bleiben, zu beobachten was sich regt und zeigt, zeitvergessend im Moment verweilen und die Regentropfen reinigend annehmen, abwartend dem Donnergott lauschen und die Nebelgeister zaubern lassen, seinen Weg erleichtert weitergehen und von Überraschungen beschenkt werden.
Das Schöne nach einem heftigen Gewitter?
Die Ruhe, der Frieden und die Klarheit.

Gewitter haben ihren Sinn, auch wenn manchmal was kaputt geht.

Herzlichst

Erika

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Mit dem Wind 2

Segeln scheint mir eine Männerdomäne zu sein. Mehrheitlich war unser Schiff mit 3 Frauen an board eine Ausnahme. Das erregte natürlich Aufmerksamkeit. War es Anerkennung, Bewunderung oder Mitleid für unsere beiden Männer? Wir werden es niemals erfahren.
Dabei hat ein überdurchschnittlicher Frauenanteil durchaus seine Vorteile:

– es herrscht immer Ordnung an und unter Deck
– es gibt immer eine Frau mit ausgeprägtem Mutterinstinkt, die für`s leibliche Wohl sorgt
– die Fender sind exakt verteilt und in einer Linie aufgehängt, mit Schleifchen
– das Segel wird ohne Falten aufgerollt
– die Klodeckel sind runtergeklappt
– der Müll wird prompt bei erreichen eines Hafens entsorgt, bei Übersetzen per Dingi, ist er der Erste im Boot
– alle Seile werden liebevoll aufgewickelt
– der Kühlschrank ist konstant kühl (on/off sobald der Bootsmotor an ist)
– alles was nachts scheppern oder quietschen könnte, wird festgebunden, geklebt oder eliminiert (nur für Schnarcher fehlt die Ideallösung)
– vor dem Eingang unter Deck liegt ein Putzlumpen zum Hax`n abkratzen

Dafür brauchen wir für alle Segeltätigkeiten etwas länger, weil:
– die Fingernägel müssen hochgeklappt werden
– die Sonnenbrille schmutzig ist
– das Bikinioberteil nicht zu geht
– wir schlecht hören, weil der Ipod-Ohrstöpsel festhängt
– die Kraft nachlässt,
doch niemals der Biss und die Zähigkeit.

Jedes Crewmitglied bringt seine Persönlichkeit mit an board und jedes Segelschiff hat seine ganz eigene Charakteristik, wie es sich im Wind und auf den Wellen bewegt. Leicht und spielerisch, behäbig und schwer, oben auf – schon fast fliegend, tiefeintauchend und jedes macht dazu seine eigenwilligen Geräusche.

Mensch und Material müssen sich aufeinander abstimmen und einspielen, da kann es manchmal eng werden. Segler erkennt man an den blauen Flecken an den Beinen – vom Schiff. Für alles andere ist der Skipper zuständig und Frauen müssen ihm folgen, er ist der Chef.

Lauferei

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Bis auf bald

Erika

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