Savognin – Ziteil

Lauferei

Lauferei

Viele wollen einen Gipfel erreichen, sich ins Gipfelbuch eintragen und von weit oben die Aussicht geniessen. Ich suche mir Wege. Auf meinem Weg vom Engadin über den Julierpass kommt man an Savognin vorbei. Die Terrassenartigen Wiesen und kleinen Dörfer am Hang mit ihren strahlendweissen Kirchen haben meine Neugierde geweckt. Dort wollte ich eines Tages laufen und mir die Gegend anschauen.

Lauferei - Zitail weit weg

Lauferei – Ziteil weit weg

So sei es, sprach das Leben und durch Zufall stiess ich auf Ziteil am Piz Curvèr . Der höchstgelegenste Wallfahrtsort der östlichen Alpen. 2429 m ü. M. Weshalb wird eine Wallfahrtsirche an solch einem Ort gebaut, zu einer Zeit, als kein Helikopter das Material transportieren konnte? Eine Pilgerreise oder ein Pilgerweg soll einem Kraft und körperlichen Einsatz abverlangen und Schweiss, incl. aller Schuld aus den Poren jagen. Busse tun, für all die menschlichen Vergehen…und fühlt man sich Gott dort oben näher?

Lauferei

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Mein Weg beginnt in Savognin-Somtgant Bergstation 2112 m ü. M. Richtung Alp Foppa. Der Weg zieht sich dem Berg entlang in südliche Richtung durch das Val Carschung. Zur Alp Foppa gehts den Berg hinunter und talauswärts.

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Lauferei – Cre digl Lai

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Bei Cre digl Lai, einer kleinen Ansammlung Häuser führt der Weg steil hinauf zu Ziteil. Zwei Wege führen zur Wallfahrtskirche. Diese 400 Höhenmeter werden die wenigsten Pilger oder Neugierige, wie ich, unter die Füsse nehmen. Er lässt den Schweiss fliessen, meine Sünden behalte ich.

Oben angekommen möchte ich erstmal einen Kaffee, sofern es denn einen gibt.

Lauferei - Zitail

Lauferei – Zitail

„Nein, ich bin kein Bruder“ – „Eine Schwester bin ich auch nicht.“ -„Ich bin der Koch“, mit diesem Dialog in den Ohren trete ich in die dunkle, gemütliche Gaststube der Wallfahrtskirche ein und bekomme meinen Kaffee von dem emsig umherwirbelten Koch. Er dürfte Ende 60 sein und trifft Vorbereitungen für eine kleine Gruppe, die sich zum Mittagessen angemeldet hat.

Der Kaffee und meine Brotzeit schmecken wunderbar. Die Kirche schaue ich mir an und bin fasziniert von dem Fenster, oder von seiner Aussicht. Zur linken der Blick auf die Errgruppe und im rechten Fensterteil die Aussicht Richtung Engadin, Piz Bernina, Rosegg Gletscher, Muottas Muragl. Ob wohl jeder Pilger und Gläubiger mit dieser Klarheit im Geist und im Herzen, wie an diesem traumhaften Tag, seinen Rückweg wieder antreten konnte?

Lauferei

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Ich lehne an der Kirchenmauer und schaue auf dieses unbeschreiblich schöne Panorama. Der Weg hoch zu Ziteil ist es wert, um die Schöpfung in ihrer Vollkommenheit von hier aus zu bewundern.

Lauferei - Blick Richtung Engadin

Lauferei – Blick Richtung Engadin

Den steilen Weg laufe ich wieder hinunter, Richtung Salouf. Oberhalb von Salouf entscheide ich mich, nicht mit dem Postauto zurückzufahren. Wer weiss, wann das fährt.. Gehe dann weiter nach Riom. Kaufe mir ein Eis und frage nach dem schöneren Weg Richtung Savognin. Er führt mich an der Burg in Riom vorbei, über die terrassenförmigen Wiesen, die der Grund meiner Wanderung hier sind und zum See in Savognin, zurück zur Talstation der Bergbahn.

Lauferei

Lauferei

Es war eine langer Weg mit Höhen und Tiefen, sympathischen Begegnungen, durch karge Landschaft und durch wunderschöne Lärchenwälder und vorbei an frisch gemähten Wiesen. Durch ein kleines friedliches Dorf und rechtzeitig versorgt mit frischem Quellwasser, als mein Vorrat zu Ende ging und einem Fluss Julia rätoromanisch Gelgia, dessen kühles Wasser von meinen Füssen sehr willkommen geheißen wurde.

Lauferei - Burg in Riom

Lauferei – Burg in Riom

Antworten auf meine Fragen:

Ziteil wurde nach zweimaliger Marienerscheinung im Jahre 1580 als kleine Kapelle gebaut. 1849 baute man ein Gotteshaus und steht in seiner heutigen Form seid 1959.  150 Pilger können dort übernachten.

Lauferei - Richtung Savognin

Lauferei – Richtung Savognin

An einem Tag wie diesem und nach 6 Stunden Wanderung fühle ich mich erfüllt, zufrieden und müde. Ein göttlicher Tag an jedem Ort.

Eine wunderbare Woche und liebe Grüsse

Erika

http://www.savognin.ch

 

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An Tagen wie diesen…

…bin ich dankbar für ein paar Stunden zu verschwinden. In eine Welt einzutauchen, die friedlich, perfekt und beständig ist. Keine Nachrichten, kein Leid, keine Ungerechtigkeit. Alles darf ich hinter mir lassen und weiss, ich kann zurück.

Lauferei - Spitzmeilen

Lauferei – Spitzmeilen

…schätze ich mich glücklich, meinen Weg wählen zu können, selbst wenn er mich durch kleine Flüsse, sumpfige Wiesen und tiefen Schlamm führt. Ich weiss, wo ich hin möchte und kenne die Richtung.

Lauferei

Lauferei

….wird es mancherorts eng, sehr eng.  Sie beissen sich, schieben den anderen von seinem Platz weg, kurzes Geschrei und plötzlich herrscht wieder Ordnung und jeder hat und findet seinen Platz. Darf leben.

Lauferei

Lauferei

…kommt dieses junge Kätzchen zu mir. Setzt sich vertrauensvoll auf meinen Schoss, kuschelt und schmust mit mir, als wären wir alte Bekannte. Sie interessiert sich nicht dafür, wer ich bin und was ich tue.  Sie fragt nicht, wohin ich möchte und warum. Tiefes Vertrauen und Fürsorge für einen kurzen Moment, bis ich wieder weiter ziehe…

Lauferei

Lauferei

…ist der Himmel klar, jede Kontur gestochen scharf und der Blick über die Berge unendlich. Keine Frage nach dem Morgen oder darf ich hier sein…es ist, ich bin, wir sind…mittendrin…

…schallt über die Bergwelt eine Melodie. Die Melodie eines Alphornbläsers. Ohne ihn zu sehen, haucht er der Welt eine tiefe Ursprünglichkeit ein, gelebte Tradition und das Gefühl einer friedlichen Welt, wie sie existieren könnte.

Lauferei

Lauferei

…laufe ich an einer Kolonie mit Steinmandl vorbei. Die Steine sind viele 100 Jahre alt und darunter steht geschrieben:

„Wenn dir jemand Steine in den Weg legt, gehst du über Stock und Stein. Wirf jemanden einen Stein in den Garten und du wirst bei ihm oder bei ihr einen Stein im Brett haben. Wirf aber nicht mit Steinen, wenn Du im Glashaus sitzt. Und wenn Marmor, Stein und Eisen bricht, bleibt kein Stein auf dem anderen.“

Lauferei

Lauferei

…ist in vielen Lebensgeschichten nichts mehr, wie es einmal war.

…möge die Liebe, die stärkere Kraft sein! Ein Lächeln ein Geschenk an Fremde.

 

Lieber Gruss

Erika

 

Wanderung Spitzmeilen – Flumserberge siehe auch:

Spitzmeilen

Spitzmeilen 81 m unterhalb

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Safiental

Sollte das Paradies einen Seiteneingang haben, dann muss man sich vielleicht durch ihn hindurchschlängeln, wie die Strasse, die ins Safiental führt, das zum Bezirk Surselva, Kanton Graubünden gehört. Ab Versam, in unmittelbarer Nähe der Rheinschlucht, bin ich nach Tenna über das Tenner Chrüz gelaufen.

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Frei jeglicher Erwartung auf Entdeckungswanderschaft in einer anderen Welt…

Lauferei - vorausschauendes Fahren

Lauferei – vorausschauendes Fahren

Das Dorf Versam 909 m.ü.M. liegt friedlich und idyllisch auf einer Terrasse. Im Dorf begegnet mir niemand, während ich einen Parkplatz suche. Das Wanderschild Walserweg 735 habe ich schnell gefunden und muss zunächst noch auf einer Fahrstrasse einen Hügel umrunden.

Lauferei - Kirche von Versam

Lauferei – Kirche von Versam

Lange Zeit ist mein Weg breit und führt gemächlich bergauf.

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Die abgelegenen Streusiedlungen der Bauernhöfe werden vom Pöstler im Auto beliefert und er begegnet mir 4 x, bevor ich die Bewohnerschaft und das Dorf Versam aus meinem Blickfeld verliere und mein Wanderweg zu einem schmalen, steilen Pfad wird, hinauf zur Alp Brun.

Lauferei - sie zeigt mir den Weg durch den Garten, der vom Wanderweg durchzogen wird

Lauferei – sie zeigt mir den Weg durch den Garten, durch den der Wanderweg führt

Lauferei - gemäss Holzvorrat, ganzjährig bewohnt

Lauferei – gemäss Holzvorrat, ganzjährig bewohnt

Vor mir liegt ein hoher Berg und leise schicke ich ein Stossgebet in den Himmel, dass mich mein Weg nicht dort hinauf führt und er das Tenner Chrüz ist.

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Rückblickend zieht sich der Weg durch den kompletten Hang des Berges, auf den ich nicht hinauf will…

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und bringt mich zu meinem Etappenziel: dem Tenner Chrüz 2017 m.ü.M.

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Der Weg hat sich gelohnt! Die Aussicht ist überwältigend!

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Gen Osten Richtung Chur – gen Westen Richtung Disentis

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Um hinunter nach Tenna zu laufen kann man zwischen 2 Varianten wählen. Eine führt an dem weltweit ersten Solar-Skilift  vorbei und eine ohne Skilift. Ich nehme die ohne.

Schon bald sehe ich mein Ziel: Tenna, das auf einem Hochplateau liegt und von der Sonne verwöhnt wird.

Lauferei - das Dorf Tenna

Lauferei – das Dorf Tenna

Im Dorf angekommen, wollte ich mit dem Postauto nach Versam zu meinem Auto zurück. Wartezeit 1 Std. 40 Min. Ein rettender Engel nimmt mich mit nach Versam, nachdem ich während einem Cafe, die umwerfende Aussicht Richtung Süden ins Safiental hinein, bewundert habe.

Lauferei

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Mein kleiner Eindruck von dem tiefen Tal: wunderschön, unberührt, einsam, friedlich, still und ich möchte noch mehr sehen….wenig Menschen sind unterwegs und jede Begegnung wird mit einem kurzen Schwatz herzlich begrüsst.

Die Bergwelt gigantisch und schier endlos. Die Hänge oberhalb von Tenna sind bestimmt hervorragend im Winter zum Skitouren gehen…werde ich mir merken.

Sollte es ein Paradies geben, dann ist es immer der Platz an dem wir mit beiden Beinen stehen und mit offenen Augen in die Welt blicken. Sie ist voller Schönheit und Wunder.

Liebe Grüsse

Erika

Laufzeit von Versam Dorf bis Tenner Chrüz 4 Std. incl. Extraschlaufe wegen Wanderkarte-lesen-Faulheit

Tenna Chrüz bis Tenna 1 Std.

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Malanser Älpli 2. Anlauf

Diesen Sommer habe ich einen grossen Bogen drumrum gemacht. Einerseits war es viel zu heiss und andererseits musste ich meinen 1. Versuch dieses Jahr im Frühling auf der Hälfte des Weges abbrechen.

Die Rede ist von meiner Konditions-Teststrecke Älpli in Malans / Bündner Herrschaft. Schau mal: Malanser Älpli

Im Frühling musste ich mangels Kondition und dem lästigen Virus meine Route ändern. Im Nachhinein war dies ein grosses Glück. Ich wählte den Wanderweg Richtung Osten um zurück nach Malans zu laufen. Ein schöner Weg, der mich an einer riesengrossen Buche vorbei führte und ich von ihr magisch angezogen wurde. Das Gras stand bereits Kniehoch, doch ich musste dort hin. Erst als ich zu Hause war und meine Handyfotos anschaute, erkannte ich, was mir geschenkt wurde und weshalb ich zu dieser Buche wollte.

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Heute wollte ich die 1000 Höhenmeter angehen. Mein Bähnli-Platz für Retour war reserviert und ich habe mir genug Zeit gegeben. Es war eher kühl, der Wald roch phantastisch und da und dort kam eine Duftwolke von Pilzen.

Lauferei - sicherlich nicht essbar

Lauferei – sicherlich nicht essbar

Je weiter hoch ich kam, desto näher kam der Nebel und ein sanfter Gruss vom Herbst..

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Oben am Berggasthaus angekommen verhüllten die Wolken die Berge und die Sonne bekam keine Chance.

Lauferei - Aussicht auf das Bündner Rheintal

Lauferei – Aussicht auf das Bündner Rheintal

Doch meine innere Sonne schien strahlend! Ohne Probleme bin ich in 2 1/2 Stunden oben gewesen. Das war für mich und meinen Dauerfreund Herrn Zweifel ein wichtiger Schritt! Ich liege gut im Training für mein Trekking und Herr Zweifel kann jetzt die Klappe halten.

Das Schwitzen und die harten Kämpfe mit meinem Kumpel „fauler Sack“ zeigen ein klares Ergebnis und ich freue mich.

Und damit die Muskeln was zum lachen bekommen, gibt es heute Abend eine Runde Yoga…

 

 

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Runtergefallen…

….sind nicht nur viele Regentropfen in den letzten Tagen, wenn auch bei weitem noch nicht genug. Denn auf meiner gestrigen Runde konnte ich unter dem Nussbaum im trockenem Gras sitzen.

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Runtergefallen sind bereits einige Nüsse. Er trägt weit weniger als letztes Jahr. Die Eiche dagegen sehr viele, zwar noch grün und doch wunderschön anzuschauen.

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Der arg geplagte Kastanienbaum hat viele, kleine Kastanien. Einige grosse Äste sind abgestorben, doch sein mächtiger Stamm und seine gesamte Ausstrahlung ist kraftvoll und voller Würde.

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Bei dem grossen Haselnussstrauch sind alle Nüsse abgefallen. Allerdings hat er bereits wieder Frühlingsgefühle.

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Rundergefallen sind auch die Locken und die Ohren der Alpacas.

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Und zu hause grüsst mich mein kleiner Apfelbaum. Er hat 5 Äpfel. Jetzt nur noch 4. Einer ist runtergefallen…

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Ist bei Dir auch was runtergefallen?

 

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Bun di – das vergessene Haus

Wann immer ich hier bin, führt mich mein Weg zu dem „vergessenen Haus“. Es liegt am Dorfrand, das Gras ums Haus steht auch diesesmal hoch. Die Türen und Fensterläden sind fest verschlossen. Vorbei an der mächtigen Lärche, dem wild wuchernden Apfelbaum und dem Kirschbaum, gehe ich hinter das Haus. Dort steht eine Bank, ein Tisch und es wartet auf mich die Aussicht auf das satte Grün der Wiesen, dahinter der Lärchenwald bis hinauf zu den Felsen, und weiter zum endlosen, blauen Himmel…es ist friedlich und still.

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Die Morgensonne hat gerade das Tal erreicht und wärmt es. Ich träume…von einem Haus…an diesem Platz…und das ich bleiben könnte….ich muss zurück…

Spontan hatte ich mich entschlossen nach Valchava / Val Müstair zu fahren. Durch Zufall habe ich gelesen, dass zwischen dem Val S-charl und Lü der höchstgelegene, zusammen hängende Arvenwald Europas liegt mit dem klangvollen Namen „God da Tamangur“.

An einem wunderschönen und heissen Tag bin ich vom Ofenpass 2149 m. ü. M. aus, auf dem mir vertrauten Höhenweg Richtung Minschuns gelaufen. Es roch wundervoll nach Lärchen und Arven. Ein Eichhörnchen war so freundlich einen frischen Arvenzapfen direkt vor meine Füsse fallen zu lassen. Harzig und rötlich feucht nehme ich ihn dankbar an. Vermutlich bin ich ihm zu mager und er sorgt sich um meinen Wintervorrat. Der Zapfen duftet unbeschreiblich intensiv.

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Vor der Alp Minschuns zweigt mein Weg links ab Richtung Fuorcla Funtana da S-charl. Der Weg verläuft durch eine Hochebene.

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Ich bin alleine hier oben am Funtana da S-charl 2393  m.ü.M. Umgeben von der mächtigen Bergwelt und der kargen Landschaft fühle ich mich sehr klein und demütig. Dankbar inmitten dieser wundervollen Welt leben zu dürfen. Das laute Rufen der Kühe bringt mich zurück auf meinen Weg.  Es ist eine Mutter-Kuh-Herde mit vielen Kälbern. Sie sind aufgeregt, ich werde beobachtet und das Schimpfen nimmt zu und mein Bogen um sie herum wird grösser.

Kurz danach stosse ich auf diesen merkwürdigen, markanten Findling. Um ihn herum dösen 4 Pferde.

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Von hier aus kann ich Tamangur sehen und es geht abwärts zur Alp Astras 2135 m. ü. M.

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Ab der Alp nimmt der Verkehr zu. Wanderer und vorallem Mountainbiker sind in beide Richtungen unterwegs.

Durch dieses Tal führt mein Weg zurück Richtung Pass da Costainas 2251 m. ü. M.

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Zwischen dem Dickicht der Kiefern taucht ein Hirsch auf. Immer wieder…bis er ganz verschwunden ist.

Am Fluss entlang verläuft der Weg gemächlich zum Pass hinauf. Es ist heiss, doch sobald eine Wolke die Sonne verdeckt, wird es kühl. Oben angekommen führt der Weg zügig hinab und ich schwenke nach rechts zur Alp Champatsch, die sympathisch und unkompliziert ihre Gäste bewirtet. Selbstgemachter Kuchen erwartet mich.

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Abwärts Richtung Lü wird mein Weg wieder von wundervollen Lärchen flankiert. Das kräftige Grün tut gut und so beschliesse ich von Lü 1920 m. ü. M. aus Richtung Valchava 1412 m. ü. M. hinunter zu laufen, statt das Postauto zu nehmen.

Lauferei

Lauferei – Weg Richtung Lü

Lauferei

Lauferei – Lü

Nur ein kurzer, spontaner Aufenthalt im Val Müstair, der mir einmal mehr gezeigt hat, wie unendlich vielfältig die Wandermöglichkeiten hier sind, wie kraftvoll und faszinierend die Natur und die Bergwelt ist. Mit Bewohnern, die einem gut gelaunt, aufgeschlossen und unkompliziert begegnen.

Meinen Platz hinter dem „vergessenem Haus“ muss ich verlassen. Ich komme wieder…im Winter oder noch vorher um Tamangur zu durchwandern. Ein paar realistische Träume bewahre ich mir, für demnächst…

Eine Katze sitzt am Gartenzaun und an der Hausecke steht eine Frau. Ihre hellblauen Augen lächeln mich strahlend an. Sie wirken fast gläsern in dem hellen Gesicht mit wenig Falten. Sie dürfte über 70 sein und trägt eine Kittelschürze, in der für das Südtirol typischen blauen Farbe. (Val Müstair liegt in direkter Nachbarschaft zum Südtirol)      „Bun di“ ruft sie mir zu mit dem Schauferl und Beserl in der Hand. Der Morgen ist noch jung und die Luft frisch, während sie die kleinen bunten Blätter ihrer Geranien um das schöne Engadiner Haus zusammenfegt.

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Man weiß nie, wo das Leben einen hin verschlägt….schaug ma mal…

A revair Valchava….

Erika

 

Vom Ofenpass bis Alp Astras ca. 2 1/2 Std. Wanderzeit, Alp Astras bis Alp Champatsch ca. 1 1/2 Std.

Von Alp Champatsch über Lü bis Valchava ca. 1 1/2 bis 2 Stunden

God da Tamangur erreicht man auch von S-charl aus.

 

 

 

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Magische Anziehungskraft

Wohin gehe ich mit meinem vierbeinigen Feriengast, wenn es wieder so heiss wird?

Mein erster Gedanke: der Kastanienweg in Murg am Walensee. Einiges hatte ich schon darüber gelesen und auf dem Weg zu den Murgseen bin ich daran vorbei gefahren.

Vom Dorf Murg aus der Beschilderung Murgseen folgen bis man zu einem Parkplatz kommt und einer grossen Hinweistafel Kastanienweg. Doch hier wollte ich nicht bleiben, irgendetwas hat mir hier nicht gepasst. Also weiter die Strasse hoch. Vis-a-vis von dem schönen grossen Insektenhaus geparkt und ab in den Wald auf dem Wanderweg Richtung Näfels / Glarus. Bereits nach 10 Minuten wieder dieses Gefühl – das ist nicht der Weg… zurück.

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Weiter unterhalb das Wanderschild Kastanienweg. Hund und ich gehen durch einen wilden, mit Steinfindlingen übersäten Kraut- und Rübenwald. Da und dort Hinweisschilder für Tiere, die hier leben und über die Baum- und Waldbewirtschaftung. Es ist still, angenehm kühl und ein schöner Weg. Dann führt der Weg Richtung Tal. Und wieder dieses Gefühl, das ist nicht der Weg… ziellos, unwohl und irgendwie immer am falschen Platz. Mein Feriengast macht das Hin und Her mit, wer weiss, was in seinem Kopf vorgeht…. ich verstehe meinen in diesem Moment auch nicht.

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Zurück am Insektenhaus schaue ich zu den Edelkastanien, die voll mit Früchten hängen. Die einen schon wunderbar gross und stachelig, die anderen eher noch klein und zart. Unter den Bäumen dickes, weiches Moos und herrlich schattig.

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Ich setze mich unter einen Baum. Mein Feriengast hat keine Wahl und legt sich zu mir. Es raschelt hinter mir. Ein Wachhund ist mein Begleiter nicht. Er schaut friedlich Richtung Strasse. Als ich mich umdrehe, laufen 2 Rehe auf mich zu, bleiben stehen, wittern und ich höre ihr schnaufen und zarte Ruflaute. Ein drittes Reh kommt hinzu, sie sind aufgeregt, schlagen Haken und springen dann Bergauf zurück in den Wald. Nur 4 – 5 Meter hinter mir, beobachte ich diese scheuen Tiere, wie sie genauso wie ich, ihren Weg suchen.

Unter dem Baum sitzend, werde ich ruhiger, klarer und dankbar diesen Moment mit den Rehen erlebt zu haben. Das getrieben sein, die Unsicherheit, die Suche verfliegt und ich sitze einfach auf dem weichen Moos, höre den kleinen Bach unterhalb plätschern, beobachte die wenigen Autos, die Richtung Murgseen fahren und „bin einfach“ in diesem Moment.

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Ich weiss nicht, wieviel Zeit vergangen ist. Doch plötzlich weiss ich, jetzt fahren wir an den See, gehen baden…

Über Kastanien schlage ich in meinem Buch nach: „Die heilende Energie der Bäume“ von Susannah Beurer-Hildebrandt, und lese diesen einen Satz:

„im Schatten einer Rosskastanie lässt man sich gerne nieder und erfährt dort Urvertrauen, Geborgenheit, Wärme, Kraft und Ruhe“

Die Edelkastanie, wie sie in Murg stehen, ist die Mutter der weissen und roten Rosskastanie. Sie wächst gerne am Waldrand und dient dem Rotwild als Nahrung im Spätherbst und Winter.

Ich wünsche dir einen Kastanienbaum in deiner Nähe…..

Erika

 

 

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Hunde – Seniorengerecht…

mit geringen Steigungen, mehrheitlich im Schatten

Lauferei - die Landquart flussaufwärts

Lauferei – die Landquart flussaufwärts

und gelegentlichen Erfrischungsstationen…..

Lauferei

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sind wir heute die Landquart flussaufwärts am rechten Ufer entlang gelaufen. Bei der Alp Novai haben wir den Vereina und Verstanclabach überquert – gut gefüllt mit milchigem Gletscherschmelzwasser.

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Lauferei – Blick Richtung Klosters Gotschna

Dankbar den weniger heissen Reiterweg genutzt um zur Alp Garfiun zu laufen,

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und nach einer Pause wieder zurück auf die schattige Seite, zumal die letzte Brücke – eine Hängebrücke ist und weniger für 4Beiner geeignet.

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Lauferei – der Rückweg geht schneller

Hundefreundliche Wanderung! Meinem Feriengast hat es sehr gut gefallen, und mir auch!

Ab Klosters Aeuja oder Monbiel kann man im Sommer leichte, schöne Wanderungen machen, auch mit Kinderwagen und Rollstuhl. Im Winter führt durch das Tal eine traumhaft schöne Langlaufloipe und die Winterwanderwege sind präpariert oder man fährt mit der Pferdekutsche zur Alp Garfiun.

Es war heute sehr heiss, trotz wohl überlegter Routenwahl und wir beide strecken erst mal alle Viere von uns….

Lauferei

Lauferei – zufrieden – Ferienhund und Ferien-Frauchen

Ich wünsche dir ein entspanntes Wochenende mit geringfügig schweisstreibenden Aktionen und gelegentlichen Erfrischungspausen.

Herzliche Grüsse

Erika

 

Klosters im Prättigau

Davos Klosters Tourismus http://www.davos.ch

Graubünden Info http://www.graubuenden.ch

 

 

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Mein Herz ist ein Weltensammler…

…und selbst an einem mir sehr vertrauten Ort, kann mich die Natur, das Spiel der Farben und der Wandel des Moments, überraschen und erneut verzaubern.

Lauferei

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Die Frische und Klarheit eines noch jungen Tages hüllt alles, auch mich – ungeschminkt und verschlafen – in das goldene Licht der unendlichen Möglichkeiten.

Lauferei

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Alles ist still, der Klang der Kuhglocken weht ab und an vorbei, die Schwalben und Rotschwänzchen flitzen durch die Morgenluft, und aus meiner Verschlafenheit wird Zufriedenheit, Dankbarkeit und Glück.

Meine Augen auf das Schauspiel gerichtet, bleiben die Gedanken ruhig und im Moment, der Körper träge und entspannt. Und die Zeit verrinnt…

Lauferei

Lauferei

Frei von Zwängen, ohne Uhr, kein Wort dringt an mein Ohr,

Lauferei

Lauferei

liegt die grosse, weite Welt mir zu Füssen und ist doch nur ein kleiner Teil von ihr.

Lauferei

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Je weiter sich die Sonne dem Zenit nähert und die Wolken aus Westen den Himmel überziehen,

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Lauferei

desto weiter entfernt sich der goldene Morgen und ist Vergangenheit. Ebenso all das Gedachte und Gefühlte….

Der Tag wird gefüllt mit Begegnungen, guten Gesprächen, Lachen, Berührungen und Sein.

Jeder Moment vergeht und kehrt doch in veränderter Form wieder, wie das goldene Licht am Abend zum Abschied hoffnungsvoll grüsst.

Lauferei

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Ich wünsche dir eine wundervolle Woche

liebe Grüsse

Erika

 

Bilder eines Tages im Berner Oberland / Saanenland

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Ein Hauch von Meer und weiter Welt

Streift der Wind übers Wasser und blinkt gen Westen die Sturmwarnung, schlägt der Walensee kleine, rauschende Wellen. Das Wechselspiel von Sonne und Wolken zaubert alle Farben von tiefblau bis türkis auf die Wasseroberfläche. Über mir rauschen die Blätter, der alten mächtigen Bäume. Es sind wenig Menschen am See und nur mein Leihhund, der für fast 2 Wochen mein Feriengast ist, geniesst das Wasser und jeden angeschwemmten Stock auf dem Kiesstrand.

Lauferei

Lauferei

Am See in Walenstadt kann man auf der nördlichen Seite wunderbar ein Stück laufen – Hunde nur mit Leine.
Der Weg führt einen an weniger bekannten Bäumen vorbei und jetzt weiss ich auch endlich, dank einem Schild, wer er ist:

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Blauglockenbaum, auch japanischer Kaiserbaum genannt

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Er hat ganz spezielle Kapselfrüchte und muss im Frühling sehr schön blühen. Seine Heimat ist China und Japan. Dort ist er ein Symbol für Fruchtbarkeit und Glück.

Ebenso steht dort eine Weymouthsföhre – der grösste Nadelbaum Europa`s, der bis zu 60 m hoch werden kann. Seine Heimat ist der Osten Nordamerika`s. Er trägt wunderschöne, grosse Zapfen.

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Und wenn er mal richtig gross ist, ist er ein Riesenmammutbaum. Seine Heimat ist Kalifornien und er gehört zu den Zypressen.

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Baum-technisch sind wir heute weit gereist! Was tut man nicht alles, um seinen Feriengast zu bespassen.

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Er ist ein sehr, sehr angenehmer Feriengast und ich habe ihn gerne bei mir.

 

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