Während in meinem Dorf an sonnigen Tagen die Libellen, Schmetterlinge und Bienen umherfliegen und sich an den – zum zweiten Mal – blühenden Rosen, an Mädesüss und weiteren mutigen Blumen nähren, wird mir an den Nebel-verhangenen stillen, kühlen Tagen dann doch noch fühlbar bewusst: ja es ist Mitte November -Herbst.
Während sich vielleicht einige Vögel überlegen ein Nest zu bauen, habe ich mit meinem Winterhobby begonnen, das ich völlig unabhängig von Wetter und spinnenden Temperaturen beginnen kann.
Ich brauche nur den grossen Webstuhl und 8 kg gewalkte Teppichwolle zum Weben.

Weben ist für mich nicht nur ein Hobby. Mit meinen Händen und meiner Kraft erschaffe ich etwas Einzigartiges von dauerhafteren Bestand und es steckt meine Energie und Zeit in jedem Werk, das anderen Wohlbehagen und Freude bereitet.

Die Zettelfäden werden aufgezogen und anschliessend in den Kamm eingefädelt.

Weben ist eine ganz wundervolle Metapher für das Leben. Bin ich mit dem alten Webstuhl eins, schenkt die Tätigkeit, das hin und her der Wollfäden, mir viele Aha`s und Oha`s und vielleicht werde ich all das einmal in Worte fassen….


Es wird mein 4. Teppich und für diesen mit Fransen ist der Anfang gemacht.

Mit jedem Anschlag fliesst Energie, die tagsüber keinen Raum gefunden hat. Ein Fitness-Training der besonderen Art und definitiv eine Ganzkörpertätigkeit.

Jeder Webstuhl hat seine Eigenheiten und funktioniert auch etwas unterschiedlich. Mein alter, grosser Webstuhl und ich sind gute Freunde geworden. Beide sind wir nicht zimperlich, von robuster stabiler Natur und zickig können wir beide sein.

Bevor sich die Temperaturen für Winter entschieden haben und sich die Natur definitiv zur Ruhe begeben kann, wird mein derzeitiges Werkstück fertig sein und sich auf den Weg zu seiner Besitzerin machen, auf dass sie mit warmen Füssen, wie auf Wolken gehen darf.










































































