Es braucht immer etwas Zeit, bis die Stille angekommen ist.

Die Stille auf meinem Hausberg, bis die letzten Wanderer und Biker ihren Weg ins Tal gefunden haben, die Gondeln in ihr Nachtquartier eingefahren und alle Bahnen abgestellt wurden, die frisch gemolkene Milch von der Alp per Quad zur Käserei gebracht, das Wächter-Murmeltier Feierabend macht und verstummt, und all die Geschäftigkeit und Geräusche auch aus dem letzten Winkel des Waldes verschwunden sind.

Die Stille in meinem Kopf, bis auch der letzte Gedanke keine Chance mehr hat, da all meine Aufmerksamkeit auf die vielen Blumen in allen Farben, Grössen und Erscheinungsformen gelenkt wird. Kein einziges Blümchen denkt an das Gestern mit dem vielen Schnee unter dem es so lange hat warten müssen, denkt auch nicht an Morgen und die prophezeiten Starkregenfälle, die ihm das Leben schwer machen könnten. Sie sind im Jetzt und in diesem Moment in all ihrer Pracht für mich da. Jede Arve wird von mir begutachtet, ob sie blüht und streife ich über einen Ast mit Blüten, legt sich der feine Staub auf meine Hände und trage ihn mit mir mit.

Dieser Moment der Stille am Berg und in meinem Kopf ist magisch, fühlt sich an, als würde sich die Natur ausdehnen und ich mich mit ihr mit. Und dann mag ich gar nicht mehr weg gehen, doch die Stille in mir nehme ich mit ins Tal und nach Hause.








































































