Es ist still geworden…

Es ist still auf den Bergen. Die Kühe sind wieder zu Hause in ihrem heimischen Stall. Wanderer sind wenige unterwegs. Es ist kalt und es hat in der vergangenen Nacht geregnet. Ein Gemisch aus Wolken und Nebel wabbert durch die Täler und hängt an den Berggipfeln fest.

Lauferei

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Und doch…da kommt sie, die Sonne und taucht den Morgen in ihre wohltuende Wärme. In Murmeli-City sind viele wach und zeigen sich in ihrem Verhalten sehr menschlich. Die einen sind bereits emsig am frühstücken, andere dösen vor dem Loch und muffeln vor sich hin, die einen waschen sich und andere machen einen Spaziergang, vielleicht auf der Suche nach einem letzten kleinen Blümchen oder einem verlockendem Kraut für den Winterspeck. Dick sind sie. Gross und klein. Wer weiss, wann sie ihr Loch schliessen werden und sich ihrem Winterschlaf hingeben. Wer weiss, wann das prachtvolle Schneeweiss sich über die Wiesen legen wird, und Skifahrer über Murmeli-City den Hang hinunter düsen werden.

Lauferei

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Es ist so wundervoll ruhig, dass das Glockengeläut eines der letzten Alpabzugs aus dem Tal hinauf getragen wird. Die Murmeli bemerken mich, bleiben ruhig. Sie haben keine Lust zu pfeifen, der Sommer hat sich verabschiedet und scheinbar mit ihm die Gefahr. Ein Menschlein auf dem Wanderweg ist keine Gefahr und erfreut sich lediglich an ihrem Treiben.

Lauferei

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Mit voranschreiten des Tages wird aus den Nebelbänken und den Wolken ein Deckel, der die Sicht auf die Welt verhüllt. Weg sind sie, die Berge und irgendwann beginnt es zu regnen. Der Boden und die roten Gesteine werden klitschig. Tropfen für Tropfen fällt von der Kapuze. Die Bewegung wird zur Trance. Nichts lenkt mehr ab. Nichts, das die Aufmerksamkeit auf sich zieht. Nur der Weg, der Atem und jeder Schritt. Kein Raum für Gedanken.

 

Lauferei

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Es verschliesst sich die Welt, nimmt den Blick in die Weite und hüllt dich ein.  Zurückgeworfen auf sich selbst, kommst du bei dir an und alles ist gut.

 

Lauferei

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Es ist still geworden auf den Bergen. In Murmeli-City haben sich alle zurückgezogen. Die wenigen Wanderer laufen verhüllt und nass Richtung Bergbahn und sind sich einig: schön war`s, gut hat`s getan.

Die Welt, das Leben ist schön, auch wenn sich nicht jedes Detail sichtbar offenbart.

Mit herzlichen Grüssen aus der warmen, trockenen Stube

Erika

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Eine Handvoll

…Mut braucht es, um einen Schritt zu wagen, den man in dieser Form noch nie zuvor gemacht hat…ich bin mitten in den Vorbereitungen für meine Trekking-Reise nach Peru…am 27. September 2015 gehts los…

Foto von Aktivferien

Foto von Aktivferien

…Lebenszeit mit einem Menschen, ohne den man diese Reise sehr wohl machen würde, jedoch nicht auf diese Weise…ohne seine Geduld, Ausdauer, guten Nerven und Erbarmungslosigkeit bei der Auswahl der Wege würde ich ganz bestimmt kein Trekking machen. 

Foto von Aktivreisen.com

Foto von Aktivreisen.com

….Glück, um im richtigen Moment am richtigen Ort zu sein und die Hinweise, die einem das Leben vor die Füsse legt, zu erkennen…wie in einem Puzzle fügte sich ein Teilchen zum anderen…wenn`s flutscht ist es der richtige Weg…

Lauferei

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…treues Hundeherz, wenn auch nur als Feriengast, durch das man gezwungen wird auch bei über 35 C. zu laufen und beiden Herzen gut tut. Ein Traumsommer durch den ich gewandert bin und immer ein kleines Stück mit nach Hause getragen habe. Wundervolle Wege, einzigartige Bergwelt und Natur habe ich entdecken dürfen. Und noch lange nicht alles gesehen…die Wanderliste ist noch lang…

Lauferei

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…Liebe zum Leben, ohne das es kein Morgen geben würde…auch wenn es manchmal stachlig in der Hand liegt. Dahinter verbirgt sich ein ganz wundervolles Geschenk….

Lauferei

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..Vertrauen auf jedem Weg durch deine Woche. Das wünsche ich dir von Herzen.

Liebe Grüsse

Erika

 

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Sag zum Abschied leise Servus

es gibt diesen einen Tag, da schaue ich auf meine Bergwelt, auf die Wälder und Wiesen und weiss, der Sommer sagt leise Servus. Die meisten Vögel sind noch da, selbst eine Libelle kam vorher vorbei. Doch das Licht hat gewechselt.

Lauferei

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Gestern noch war die Welt in direktes, strahlendes Licht getaucht und am nächsten Tag beginnt das Schattenspiel und es zeigen sich Konturen, die scheinbar mit dunkler Farbe hervorgehoben werden. Die Luft ist kühler geworden und auf den höheren Bergspitzen liegt bereits der erste Schnee.

Lauferei

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es gibt diesen einen Tag, da liegen und stehen sie friedlich in der Idylle der Bergwelt und ahnen nichts von der Veränderung, die sie am nächsten Tag in die Dörfer und Städte, zurück in die Stallungen und in die eingeschränkte Bewegungsfreiheit bringen wird. Das laute, dumpfe Schlagen ihrer grossen Glocken kündigt sie im Tal an. Wohlgenährt und mit prächtigen Blumenschmuck, sofern auf der Alp kein Unglück passiert ist und kein Tier verloren ging, laufen sie gemächlich nach Hause. Ein Alpsommer ist zu Ende.

Lauferei

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es gibt diesen einen Tag, da ist er gewachsen und eine Pilz-blinde Wanderin findet in seiner Nähe ihren ersten Steinpilz.

Lauferei

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es gibt diesen einen Tag, da sagt ein phantastischer Sommer leise Servus und es ist Herbst. Dafür braucht es keinen Kalender.

Ich mag diese Zeit, sie ist voller Zauber und Magie.

 

 

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Luftballon

Gerade hatte ich mich niedergekniet, um in einem grossen Korb mit bunten Wollknäueln nach einem schönen Garn zu suchen, als sich die Ladentür mit einem Klingeln öffnete, und eine junge Mutter mit einem kleinen Mädchen hereinkam, das einen Luftballon in der Hand hält. Ich schaute kurz auf und tauchte wieder in den Wollkorb ein.

Plötzlich stand das kleine Mädchen neben mir. Sie war vielleicht 2 oder 3 Jahre alt. Ich war irritiert, denn wir kannten uns nicht.

Auf gleicher Höhe sah ich in ihre strahlenden, blauen Augen und sie sagte: „Ich habe einen Luftballon!“.

Alles an ihr war von reiner Freude erfüllt und noch bevor ich antworten konnte, lief sie zur nächsten Frau und zu der Verkäuferin hinter dem Tresen. Bei jeder hielt sie inne und sagte, ohne an Ausdruckskraft und Begeisterung zu verlieren: „Ich habe einen Luftballon!“.

Ich folgte ihr mit meinem Blick. Kurz darauf öffnete ihre Mutter die Ladentür und das Mädchen lief hinterher. Sie hielt voller Stolz und Ehrfurcht ihren Luftballon vor sich in der Hand. Ich hatte mir gewünscht, dass sie sich nochmals umdreht. Nur ein „Tschüüüss“ und die Ladentür schloss sich wieder.

Der Laden wurde leerer, doch er war erfüllt von der grenzenlosen Freude des kleinen Mädchens über ihren Luftballon und ihrem Vertrauen zu jedem einzelnen von uns, uns an ihrer Freude und Begeisterung teilhaben zu lassen.

Für ein paar wenige Minuten hat dieses kleine Mädchen das Geschäft und alle die sich darin befanden, durch ihre Lebensfreude ver- und bezaubert.

Jeder von uns, wurde durch sie aus seinem Tun und seinen Gedanken gerissen.

Jeder von uns, liess sich von dieser Energie anstecken und sie hat es geschafft, bei jedem ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern und unser Herz zu berühren.

„Solange du ein Kind bleibst, bist du unsterblich.“

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Sollte Schweres auf deinem Herzen liegen, dann wünsche ich dir einen Luftballon, der dich zurück in deine Leichtigkeit führt.

Eine schöne, freudvolle Woche wünsche ich dir

Erika

 

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Savognin – Ziteil

Lauferei

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Viele wollen einen Gipfel erreichen, sich ins Gipfelbuch eintragen und von weit oben die Aussicht geniessen. Ich suche mir Wege. Auf meinem Weg vom Engadin über den Julierpass kommt man an Savognin vorbei. Die Terrassenartigen Wiesen und kleinen Dörfer am Hang mit ihren strahlendweissen Kirchen haben meine Neugierde geweckt. Dort wollte ich eines Tages laufen und mir die Gegend anschauen.

Lauferei - Zitail weit weg

Lauferei – Ziteil weit weg

So sei es, sprach das Leben und durch Zufall stiess ich auf Ziteil am Piz Curvèr . Der höchstgelegenste Wallfahrtsort der östlichen Alpen. 2429 m ü. M. Weshalb wird eine Wallfahrtsirche an solch einem Ort gebaut, zu einer Zeit, als kein Helikopter das Material transportieren konnte? Eine Pilgerreise oder ein Pilgerweg soll einem Kraft und körperlichen Einsatz abverlangen und Schweiss, incl. aller Schuld aus den Poren jagen. Busse tun, für all die menschlichen Vergehen…und fühlt man sich Gott dort oben näher?

Lauferei

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Mein Weg beginnt in Savognin-Somtgant Bergstation 2112 m ü. M. Richtung Alp Foppa. Der Weg zieht sich dem Berg entlang in südliche Richtung durch das Val Carschung. Zur Alp Foppa gehts den Berg hinunter und talauswärts.

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Lauferei – Cre digl Lai

Lauferei

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Bei Cre digl Lai, einer kleinen Ansammlung Häuser führt der Weg steil hinauf zu Ziteil. Zwei Wege führen zur Wallfahrtskirche. Diese 400 Höhenmeter werden die wenigsten Pilger oder Neugierige, wie ich, unter die Füsse nehmen. Er lässt den Schweiss fliessen, meine Sünden behalte ich.

Oben angekommen möchte ich erstmal einen Kaffee, sofern es denn einen gibt.

Lauferei - Zitail

Lauferei – Zitail

„Nein, ich bin kein Bruder“ – „Eine Schwester bin ich auch nicht.“ -„Ich bin der Koch“, mit diesem Dialog in den Ohren trete ich in die dunkle, gemütliche Gaststube der Wallfahrtskirche ein und bekomme meinen Kaffee von dem emsig umherwirbelten Koch. Er dürfte Ende 60 sein und trifft Vorbereitungen für eine kleine Gruppe, die sich zum Mittagessen angemeldet hat.

Der Kaffee und meine Brotzeit schmecken wunderbar. Die Kirche schaue ich mir an und bin fasziniert von dem Fenster, oder von seiner Aussicht. Zur linken der Blick auf die Errgruppe und im rechten Fensterteil die Aussicht Richtung Engadin, Piz Bernina, Rosegg Gletscher, Muottas Muragl. Ob wohl jeder Pilger und Gläubiger mit dieser Klarheit im Geist und im Herzen, wie an diesem traumhaften Tag, seinen Rückweg wieder antreten konnte?

Lauferei

Lauferei

Ich lehne an der Kirchenmauer und schaue auf dieses unbeschreiblich schöne Panorama. Der Weg hoch zu Ziteil ist es wert, um die Schöpfung in ihrer Vollkommenheit von hier aus zu bewundern.

Lauferei - Blick Richtung Engadin

Lauferei – Blick Richtung Engadin

Den steilen Weg laufe ich wieder hinunter, Richtung Salouf. Oberhalb von Salouf entscheide ich mich, nicht mit dem Postauto zurückzufahren. Wer weiss, wann das fährt.. Gehe dann weiter nach Riom. Kaufe mir ein Eis und frage nach dem schöneren Weg Richtung Savognin. Er führt mich an der Burg in Riom vorbei, über die terrassenförmigen Wiesen, die der Grund meiner Wanderung hier sind und zum See in Savognin, zurück zur Talstation der Bergbahn.

Lauferei

Lauferei

Es war eine langer Weg mit Höhen und Tiefen, sympathischen Begegnungen, durch karge Landschaft und durch wunderschöne Lärchenwälder und vorbei an frisch gemähten Wiesen. Durch ein kleines friedliches Dorf und rechtzeitig versorgt mit frischem Quellwasser, als mein Vorrat zu Ende ging und einem Fluss Julia rätoromanisch Gelgia, dessen kühles Wasser von meinen Füssen sehr willkommen geheißen wurde.

Lauferei - Burg in Riom

Lauferei – Burg in Riom

Antworten auf meine Fragen:

Ziteil wurde nach zweimaliger Marienerscheinung im Jahre 1580 als kleine Kapelle gebaut. 1849 baute man ein Gotteshaus und steht in seiner heutigen Form seid 1959.  150 Pilger können dort übernachten.

Lauferei - Richtung Savognin

Lauferei – Richtung Savognin

An einem Tag wie diesem und nach 6 Stunden Wanderung fühle ich mich erfüllt, zufrieden und müde. Ein göttlicher Tag an jedem Ort.

Eine wunderbare Woche und liebe Grüsse

Erika

http://www.savognin.ch

 

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An Tagen wie diesen…

…bin ich dankbar für ein paar Stunden zu verschwinden. In eine Welt einzutauchen, die friedlich, perfekt und beständig ist. Keine Nachrichten, kein Leid, keine Ungerechtigkeit. Alles darf ich hinter mir lassen und weiss, ich kann zurück.

Lauferei - Spitzmeilen

Lauferei – Spitzmeilen

…schätze ich mich glücklich, meinen Weg wählen zu können, selbst wenn er mich durch kleine Flüsse, sumpfige Wiesen und tiefen Schlamm führt. Ich weiss, wo ich hin möchte und kenne die Richtung.

Lauferei

Lauferei

….wird es mancherorts eng, sehr eng.  Sie beissen sich, schieben den anderen von seinem Platz weg, kurzes Geschrei und plötzlich herrscht wieder Ordnung und jeder hat und findet seinen Platz. Darf leben.

Lauferei

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…kommt dieses junge Kätzchen zu mir. Setzt sich vertrauensvoll auf meinen Schoss, kuschelt und schmust mit mir, als wären wir alte Bekannte. Sie interessiert sich nicht dafür, wer ich bin und was ich tue.  Sie fragt nicht, wohin ich möchte und warum. Tiefes Vertrauen und Fürsorge für einen kurzen Moment, bis ich wieder weiter ziehe…

Lauferei

Lauferei

…ist der Himmel klar, jede Kontur gestochen scharf und der Blick über die Berge unendlich. Keine Frage nach dem Morgen oder darf ich hier sein…es ist, ich bin, wir sind…mittendrin…

…schallt über die Bergwelt eine Melodie. Die Melodie eines Alphornbläsers. Ohne ihn zu sehen, haucht er der Welt eine tiefe Ursprünglichkeit ein, gelebte Tradition und das Gefühl einer friedlichen Welt, wie sie existieren könnte.

Lauferei

Lauferei

…laufe ich an einer Kolonie mit Steinmandl vorbei. Die Steine sind viele 100 Jahre alt und darunter steht geschrieben:

„Wenn dir jemand Steine in den Weg legt, gehst du über Stock und Stein. Wirf jemanden einen Stein in den Garten und du wirst bei ihm oder bei ihr einen Stein im Brett haben. Wirf aber nicht mit Steinen, wenn Du im Glashaus sitzt. Und wenn Marmor, Stein und Eisen bricht, bleibt kein Stein auf dem anderen.“

Lauferei

Lauferei

…ist in vielen Lebensgeschichten nichts mehr, wie es einmal war.

…möge die Liebe, die stärkere Kraft sein! Ein Lächeln ein Geschenk an Fremde.

 

Lieber Gruss

Erika

 

Wanderung Spitzmeilen – Flumserberge siehe auch:

Spitzmeilen

Spitzmeilen 81 m unterhalb

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Safiental

Sollte das Paradies einen Seiteneingang haben, dann muss man sich vielleicht durch ihn hindurchschlängeln, wie die Strasse, die ins Safiental führt, das zum Bezirk Surselva, Kanton Graubünden gehört. Ab Versam, in unmittelbarer Nähe der Rheinschlucht, bin ich nach Tenna über das Tenner Chrüz gelaufen.

Lauferei

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Frei jeglicher Erwartung auf Entdeckungswanderschaft in einer anderen Welt…

Lauferei - vorausschauendes Fahren

Lauferei – vorausschauendes Fahren

Das Dorf Versam 909 m.ü.M. liegt friedlich und idyllisch auf einer Terrasse. Im Dorf begegnet mir niemand, während ich einen Parkplatz suche. Das Wanderschild Walserweg 735 habe ich schnell gefunden und muss zunächst noch auf einer Fahrstrasse einen Hügel umrunden.

Lauferei - Kirche von Versam

Lauferei – Kirche von Versam

Lange Zeit ist mein Weg breit und führt gemächlich bergauf.

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Die abgelegenen Streusiedlungen der Bauernhöfe werden vom Pöstler im Auto beliefert und er begegnet mir 4 x, bevor ich die Bewohnerschaft und das Dorf Versam aus meinem Blickfeld verliere und mein Wanderweg zu einem schmalen, steilen Pfad wird, hinauf zur Alp Brun.

Lauferei - sie zeigt mir den Weg durch den Garten, der vom Wanderweg durchzogen wird

Lauferei – sie zeigt mir den Weg durch den Garten, durch den der Wanderweg führt

Lauferei - gemäss Holzvorrat, ganzjährig bewohnt

Lauferei – gemäss Holzvorrat, ganzjährig bewohnt

Vor mir liegt ein hoher Berg und leise schicke ich ein Stossgebet in den Himmel, dass mich mein Weg nicht dort hinauf führt und er das Tenner Chrüz ist.

Lauferei

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Rückblickend zieht sich der Weg durch den kompletten Hang des Berges, auf den ich nicht hinauf will…

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und bringt mich zu meinem Etappenziel: dem Tenner Chrüz 2017 m.ü.M.

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Der Weg hat sich gelohnt! Die Aussicht ist überwältigend!

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Gen Osten Richtung Chur – gen Westen Richtung Disentis

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Um hinunter nach Tenna zu laufen kann man zwischen 2 Varianten wählen. Eine führt an dem weltweit ersten Solar-Skilift  vorbei und eine ohne Skilift. Ich nehme die ohne.

Schon bald sehe ich mein Ziel: Tenna, das auf einem Hochplateau liegt und von der Sonne verwöhnt wird.

Lauferei - das Dorf Tenna

Lauferei – das Dorf Tenna

Im Dorf angekommen, wollte ich mit dem Postauto nach Versam zu meinem Auto zurück. Wartezeit 1 Std. 40 Min. Ein rettender Engel nimmt mich mit nach Versam, nachdem ich während einem Cafe, die umwerfende Aussicht Richtung Süden ins Safiental hinein, bewundert habe.

Lauferei

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Mein kleiner Eindruck von dem tiefen Tal: wunderschön, unberührt, einsam, friedlich, still und ich möchte noch mehr sehen….wenig Menschen sind unterwegs und jede Begegnung wird mit einem kurzen Schwatz herzlich begrüsst.

Die Bergwelt gigantisch und schier endlos. Die Hänge oberhalb von Tenna sind bestimmt hervorragend im Winter zum Skitouren gehen…werde ich mir merken.

Sollte es ein Paradies geben, dann ist es immer der Platz an dem wir mit beiden Beinen stehen und mit offenen Augen in die Welt blicken. Sie ist voller Schönheit und Wunder.

Liebe Grüsse

Erika

Laufzeit von Versam Dorf bis Tenner Chrüz 4 Std. incl. Extraschlaufe wegen Wanderkarte-lesen-Faulheit

Tenna Chrüz bis Tenna 1 Std.

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Malanser Älpli 2. Anlauf

Diesen Sommer habe ich einen grossen Bogen drumrum gemacht. Einerseits war es viel zu heiss und andererseits musste ich meinen 1. Versuch dieses Jahr im Frühling auf der Hälfte des Weges abbrechen.

Die Rede ist von meiner Konditions-Teststrecke Älpli in Malans / Bündner Herrschaft. Schau mal: Malanser Älpli

Im Frühling musste ich mangels Kondition und dem lästigen Virus meine Route ändern. Im Nachhinein war dies ein grosses Glück. Ich wählte den Wanderweg Richtung Osten um zurück nach Malans zu laufen. Ein schöner Weg, der mich an einer riesengrossen Buche vorbei führte und ich von ihr magisch angezogen wurde. Das Gras stand bereits Kniehoch, doch ich musste dort hin. Erst als ich zu Hause war und meine Handyfotos anschaute, erkannte ich, was mir geschenkt wurde und weshalb ich zu dieser Buche wollte.

Lauferei

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Heute wollte ich die 1000 Höhenmeter angehen. Mein Bähnli-Platz für Retour war reserviert und ich habe mir genug Zeit gegeben. Es war eher kühl, der Wald roch phantastisch und da und dort kam eine Duftwolke von Pilzen.

Lauferei - sicherlich nicht essbar

Lauferei – sicherlich nicht essbar

Je weiter hoch ich kam, desto näher kam der Nebel und ein sanfter Gruss vom Herbst..

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Oben am Berggasthaus angekommen verhüllten die Wolken die Berge und die Sonne bekam keine Chance.

Lauferei - Aussicht auf das Bündner Rheintal

Lauferei – Aussicht auf das Bündner Rheintal

Doch meine innere Sonne schien strahlend! Ohne Probleme bin ich in 2 1/2 Stunden oben gewesen. Das war für mich und meinen Dauerfreund Herrn Zweifel ein wichtiger Schritt! Ich liege gut im Training für mein Trekking und Herr Zweifel kann jetzt die Klappe halten.

Das Schwitzen und die harten Kämpfe mit meinem Kumpel „fauler Sack“ zeigen ein klares Ergebnis und ich freue mich.

Und damit die Muskeln was zum lachen bekommen, gibt es heute Abend eine Runde Yoga…

 

 

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Runtergefallen…

….sind nicht nur viele Regentropfen in den letzten Tagen, wenn auch bei weitem noch nicht genug. Denn auf meiner gestrigen Runde konnte ich unter dem Nussbaum im trockenem Gras sitzen.

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Runtergefallen sind bereits einige Nüsse. Er trägt weit weniger als letztes Jahr. Die Eiche dagegen sehr viele, zwar noch grün und doch wunderschön anzuschauen.

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Der arg geplagte Kastanienbaum hat viele, kleine Kastanien. Einige grosse Äste sind abgestorben, doch sein mächtiger Stamm und seine gesamte Ausstrahlung ist kraftvoll und voller Würde.

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Bei dem grossen Haselnussstrauch sind alle Nüsse abgefallen. Allerdings hat er bereits wieder Frühlingsgefühle.

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Rundergefallen sind auch die Locken und die Ohren der Alpacas.

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Und zu hause grüsst mich mein kleiner Apfelbaum. Er hat 5 Äpfel. Jetzt nur noch 4. Einer ist runtergefallen…

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Ist bei Dir auch was runtergefallen?

 

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Bun di – das vergessene Haus

Wann immer ich hier bin, führt mich mein Weg zu dem „vergessenen Haus“. Es liegt am Dorfrand, das Gras ums Haus steht auch diesesmal hoch. Die Türen und Fensterläden sind fest verschlossen. Vorbei an der mächtigen Lärche, dem wild wuchernden Apfelbaum und dem Kirschbaum, gehe ich hinter das Haus. Dort steht eine Bank, ein Tisch und es wartet auf mich die Aussicht auf das satte Grün der Wiesen, dahinter der Lärchenwald bis hinauf zu den Felsen, und weiter zum endlosen, blauen Himmel…es ist friedlich und still.

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Die Morgensonne hat gerade das Tal erreicht und wärmt es. Ich träume…von einem Haus…an diesem Platz…und das ich bleiben könnte….ich muss zurück…

Spontan hatte ich mich entschlossen nach Valchava / Val Müstair zu fahren. Durch Zufall habe ich gelesen, dass zwischen dem Val S-charl und Lü der höchstgelegene, zusammen hängende Arvenwald Europas liegt mit dem klangvollen Namen „God da Tamangur“.

An einem wunderschönen und heissen Tag bin ich vom Ofenpass 2149 m. ü. M. aus, auf dem mir vertrauten Höhenweg Richtung Minschuns gelaufen. Es roch wundervoll nach Lärchen und Arven. Ein Eichhörnchen war so freundlich einen frischen Arvenzapfen direkt vor meine Füsse fallen zu lassen. Harzig und rötlich feucht nehme ich ihn dankbar an. Vermutlich bin ich ihm zu mager und er sorgt sich um meinen Wintervorrat. Der Zapfen duftet unbeschreiblich intensiv.

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Vor der Alp Minschuns zweigt mein Weg links ab Richtung Fuorcla Funtana da S-charl. Der Weg verläuft durch eine Hochebene.

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Ich bin alleine hier oben am Funtana da S-charl 2393  m.ü.M. Umgeben von der mächtigen Bergwelt und der kargen Landschaft fühle ich mich sehr klein und demütig. Dankbar inmitten dieser wundervollen Welt leben zu dürfen. Das laute Rufen der Kühe bringt mich zurück auf meinen Weg.  Es ist eine Mutter-Kuh-Herde mit vielen Kälbern. Sie sind aufgeregt, ich werde beobachtet und das Schimpfen nimmt zu und mein Bogen um sie herum wird grösser.

Kurz danach stosse ich auf diesen merkwürdigen, markanten Findling. Um ihn herum dösen 4 Pferde.

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Von hier aus kann ich Tamangur sehen und es geht abwärts zur Alp Astras 2135 m. ü. M.

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Ab der Alp nimmt der Verkehr zu. Wanderer und vorallem Mountainbiker sind in beide Richtungen unterwegs.

Durch dieses Tal führt mein Weg zurück Richtung Pass da Costainas 2251 m. ü. M.

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Zwischen dem Dickicht der Kiefern taucht ein Hirsch auf. Immer wieder…bis er ganz verschwunden ist.

Am Fluss entlang verläuft der Weg gemächlich zum Pass hinauf. Es ist heiss, doch sobald eine Wolke die Sonne verdeckt, wird es kühl. Oben angekommen führt der Weg zügig hinab und ich schwenke nach rechts zur Alp Champatsch, die sympathisch und unkompliziert ihre Gäste bewirtet. Selbstgemachter Kuchen erwartet mich.

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Abwärts Richtung Lü wird mein Weg wieder von wundervollen Lärchen flankiert. Das kräftige Grün tut gut und so beschliesse ich von Lü 1920 m. ü. M. aus Richtung Valchava 1412 m. ü. M. hinunter zu laufen, statt das Postauto zu nehmen.

Lauferei

Lauferei – Weg Richtung Lü

Lauferei

Lauferei – Lü

Nur ein kurzer, spontaner Aufenthalt im Val Müstair, der mir einmal mehr gezeigt hat, wie unendlich vielfältig die Wandermöglichkeiten hier sind, wie kraftvoll und faszinierend die Natur und die Bergwelt ist. Mit Bewohnern, die einem gut gelaunt, aufgeschlossen und unkompliziert begegnen.

Meinen Platz hinter dem „vergessenem Haus“ muss ich verlassen. Ich komme wieder…im Winter oder noch vorher um Tamangur zu durchwandern. Ein paar realistische Träume bewahre ich mir, für demnächst…

Eine Katze sitzt am Gartenzaun und an der Hausecke steht eine Frau. Ihre hellblauen Augen lächeln mich strahlend an. Sie wirken fast gläsern in dem hellen Gesicht mit wenig Falten. Sie dürfte über 70 sein und trägt eine Kittelschürze, in der für das Südtirol typischen blauen Farbe. (Val Müstair liegt in direkter Nachbarschaft zum Südtirol)      „Bun di“ ruft sie mir zu mit dem Schauferl und Beserl in der Hand. Der Morgen ist noch jung und die Luft frisch, während sie die kleinen bunten Blätter ihrer Geranien um das schöne Engadiner Haus zusammenfegt.

Lauferei

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Man weiß nie, wo das Leben einen hin verschlägt….schaug ma mal…

A revair Valchava….

Erika

 

Vom Ofenpass bis Alp Astras ca. 2 1/2 Std. Wanderzeit, Alp Astras bis Alp Champatsch ca. 1 1/2 Std.

Von Alp Champatsch über Lü bis Valchava ca. 1 1/2 bis 2 Stunden

God da Tamangur erreicht man auch von S-charl aus.

 

 

 

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